KI-gesteuerte, Phishing-Welle

KI-gesteuerte Phishing-Welle zielt auf Smartphones

23.02.2026 - 18:17:52 | boerse-global.de

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor einer neuen Generation von Cyberangriffen, die KI-gestützte Nachrichten, QR-Codes und Live-Telefonbetrug kombinieren, um selbst die Zwei-Faktor-Authentifizierung auszuhebeln.

Eine neue Generation von Phishing-Angriffen überrollt derzeit Smartphone-Nutzer in Deutschland. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer gefährlichen Kombination aus KI-generierten Nachrichten, QR-Code-Tricks und Live-Telefonbetrug. Diese Attacken sind so überzeugend, dass sie sogar die als sicher geltende Zwei-Faktor-Authentifizierung aushebeln können.

Die Cyberkriminellen setzen nicht mehr auf plump gefälschte E-Mails. Stattdessen nutzen sie KI-Sprachmodelle für perfekt formulierte Nachrichten im Tonfall von Banken oder Paketdiensten. Gleichzeitig umgehen sie Sicherheitsfilter, indem sie ihre Opfer direkt auf das Smartphone locken – die Schwachstelle im digitalen Alltag.

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KI als Betrugs-Ghostwriter

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Qualität der Phishing-Nachrichten. Fortschrittliche Modelle erstellen in Sekunden fehlerfreie und kontextbezogene Texte, die jeden verdächtigen Tonfall vermeiden. Die traditionelle menschliche Abwehr, die auf das Erkennen sprachlicher Fehler setzte, wird damit ausgehebelt.

Zudem ermöglicht die Technologie „polymorphe“ Angriffe. Jede Betrugsnachricht wird leicht variiert, was klassische Spam-Filter, die auf wiederkehrende Muster anspringen, wirkungslos macht. Eine Studie des Sicherheitsunternehmens Cofense verzeichnete einen dramatischen Anstieg schädlicher Phishing-Kampagnen um 204 Prozent – direkt zurückzuführen auf den KI-Einsatz.

QR-Codes und SMS als Türöffner

Im Zentrum der neuen Strategie steht das Smartphone. Zwei Methoden dominieren: „Smishing“ per SMS und „Quishing“ per QR-Code. Beim Smishing setzen die Täter auf dringende Handlungsaufforderungen, etwa zu einer angeblichen Paketzustellung, um psychologischen Druck aufzubauen.

Noch tückischer ist das Quishing. Die Betrüger versenden E-Mails, die nur einen QR-Code enthalten. Wird dieser mit dem Smartphone gescannt, öffnet sich der schädliche Link auf dem oft schlechter geschützten Mobilgerät – viele Sicherheitsfilter, die Textlinks analysieren, werden so umgangen. Das BSI warnt sogar vor manipulierten QR-Codes an Parkscheinautomaten oder E-Ladesäulen im öffentlichen Raum.

Der Live-Betrug am Telefon

Die raffinierteste Methode kombiniert gefälschte Webseiten mit einem Telefonanruf, auch „Vishing“ genannt. Sicherheitsforscher berichten von Phishing-as-a-Service-Angeboten, die Angriffe in Echtzeit erlauben. Die Masche: Ein angeblicher Support-Mitarbeiter ruft an und leitet das Opfer auf eine täuschend echte Login-Seite.

Gibt das Opfer dort seine Daten ein, sieht der Täter diese live. Verlangt die Seite eine Bestätigung per Zwei-Faktor-Authentifizierung, kündigt der Betrüger diesen Schritt am Telefon an. Er instruiert das Opfer, die Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone zu bestätigen. Im Glauben, einem echten Mitarbeiter zu helfen, hebt das Opfer so selbst die Sicherheitshürde aus. Diese Methode zielt besonders auf Konten bei Google, Microsoft und Kryptobörsen.

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Da herkömmliche Sicherheits-Updates allein gegen solch raffinierte Betrugsmaschen oft nicht ausreichen, sind zusätzliche Vorkehrungen für Mobilnutzer unerlässlich. Erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihre privaten Daten mit geprüften Checklisten absichern. Kostenlosen Android-Sicherheits-Guide anfordern

Warum die neuen Angriffe so gefährlich sind

Die aktuelle Bedrohung liegt in der intelligenten Kombination bekannter Methoden. Die Industrialisierung der Cyberkriminalität macht hochentwickelte Phishing-Kits auch für technisch weniger versierte Täter verfügbar. Diese Baukästen enthalten KI-gesteuerte Personalisierung und Techniken zur Umgehung von Sicherheitssoftware.

Die Angreifer nutzen eine zentrale Schwachstelle aus: den Menschen unter Zeitdruck. Auf kleinen Smartphone-Bildschirmen prüfen Nutzer Nachrichten oft nur flüchtig. Die perfekten Fälschungen und die soziale Manipulation am Telefon machen es selbst für Vorsichtige schwer, einen Angriff zu erkennen. Technische Schutzmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung bleiben essenziell – sind aber kein hundertprozentiger Schutz mehr.

So können Sie sich schützen

Das BSI rät zu konkreten Verhaltensregeln. Hinterfragen Sie jede Nachricht mit dringendem Handlungsbedarf kritisch. Klicken Sie niemals voreilig auf Links in E-Mails oder SMS. Bei QR-Codes prüfen Sie die Vorschau der Ziel-URL, die moderne Smartphone-Kameras anzeigen.

Beenden Sie unerwartete Anrufe von angeblichen Support-Mitarbeitern sofort. Kontaktieren Sie den Dienstleister stattdessen über einen offiziellen, selbst recherchierten Kanal. Genehmigen Sie Bestätigungsanfragen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung nur dann, wenn Sie den Login-Vorgang selbst gestartet haben. In der neuen Ära des KI-Phishings sind gesundes Misstrauen und Achtsamkeit die wichtigsten Waffen.

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