KI-gesteuerte, Liebesbetrüger

KI-gesteuerte Liebesbetrüger fordern Behörden heraus

16.02.2026 - 01:02:11

US-Behörden warnen vor einer neuen Welle von KI-gestützten Liebesbetrügereien, die mit Deepfakes und geklonten Stimmen arbeiten und bereits Schäden von über 600 Millionen Euro verursacht haben.

Washington D.C. – Bundesbehörden warnen eindringlich vor einer neuen Welle von Liebesbetrügereien. Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz (KI), um ahnungslose Opfer in emotional manipulativen Betrugsmascheren um ihr Geld zu bringen. Die Warnung der US-Bundespolizei FBI und der Handelsaufsicht FTC kommt pünktlich zum Valentinstag – einer Hochphase für Online-Dating.

Schwindelerregende Summen: Über 600 Millionen Euro Schaden

Die Dimensionen sind gewaltig. Allein 2024 registrierte das FBI 17.910 Fälle von Romance Scams mit einem dokumentierten Schaden von mehr als 672 Millionen US-Dollar. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Eine aktuelle AARP-Studie zeigt: Über die Hälfte aller Vorfälle wird nicht angezeigt. Die Verschmelzung organisierter Kriminalität mit KI-Tools schafft eine gefährliche neue Bedrohung für Millionen Menschen auf der Suche nach Partnerschaft.

Die neue Masche: Deepfakes und geklonte Stimmen

Die Methoden der Betrüger haben sich radikal weiterentwickelt. KI überwindet frühere Hürden wie Sprachbarrieren und erzeugt täuschend echte Falschidentitäten. Die Tools generieren realistische Fotos, Videos und klonen sogar Stimmen.

„Scammer führen inzwischen Echtzeit-Videoanrufe mit Deepfake-Gesichtern“, warnt ein Experte. Über Wochen oder Monate bauen sie so Vertrauen auf. KI schreibt zudem emotional überzeugende Nachrichten, die echte Zuneigung vortäuschen. Herkömmliche Verifikationsmethoden – wie die Bitte um ein bestimmtes Foto – sind damit wirkungslos geworden.

So läuft der moderne Betrug ab

Das Grundmuster bleibt gleich, wird aber technologisch optimiert. Der Kontakt beginnt auf Dating-Apps, Social Media oder per „falscher Nummer“-SMS. Die Täter setzen auf „Love Bombing“ – sie überschütten das Opfer mit Aufmerksamkeit, um schnell emotionale Abhängigkeit zu schaffen.

Anschließend isolieren sie das Opfer von Freunden und Familie und drängen auf Kommunikation über verschlüsselte Dienste wie WhatsApp. Der finale Schritt ist die Geldanforderung. Zwei Varianten dominieren:
1. Eine erfundene Notlage wie hohe Arztkosten.
2. Ein betrügerisches Krypto-Investment („Pig Butchering“). Das Opfer wird auf eine gefälschte Handelsplattform gelockt, die anfangs Gewinne vortäuscht, bevor alles Geld abgezogen wird.

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Wenn Kriminelle KI, Deepfakes und verschlüsselte Chats nutzen, reicht Misstrauen allein oft nicht aus. Ein kostenloser Cyber-Security-Guide zeigt praxisnahe Schutzmaßnahmen gegen Romance-Scams, Phishing und gefälschte Investment-Plattformen – von der Erkennung manipulierten Materials bis zu konkreten Schritten, wenn Sie um Geld gebeten werden. Jetzt den kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Wer ist betroffen? Überraschende Risikogruppe

Der finanzielle Schaden geht in die Milliarden. Die emotionale Verwüstung bei den Opfern ist enorm – und führt oft zur Scham, die Vorfälle nicht anzuzeigen.

Laut der aktuellen AARP-Studie ist eine Gruppe besonders gefährdet: Fast jeder zehnte Erwachsene über 50 Jahren wurde bereits von einem romantischen Online-Kontakt angesprochen, der in einer Geldbitte endete. The 50- bis 64-Jährigen werden mehr als doppelt so häufig ins Visier genommen wie die über 65-Jährigen, vermutlich wegen ihrer höheren Online-Aktivität. Die Täter zielen gezielt auf wohlhabende Regionen.

Globale Syndikate hinter den Scams

Hinter den Betrügereien stehen keine Einzeltäter, sondern oft organisierte Banden. Sie operieren professionell aus Komplexen, vor allem in Südostasien, und managen tausende Opfer gleichzeitig – wie ein profitables Unternehmen.

Die Wahl von Kryptowährungen als Zahlungsmittel erschwert die Rückverfolgung erheblich. Transaktionen sind kaum rückgängig zu machen. Diese Kombination aus KI, globaler Organisation und Crypto stellt Strafverfolger vor immense Herausforderungen.

So können Sie sich schützen

Die Bedrohung wird mit der Verbreitung von KI-Tools weiter wachsen. Behörden raten zu gesunder Skepsis im Netz:
* Vorsicht bei schneller Vertrautheit: Seien Sie misstrauisch, wenn eine Beziehung emotional überhastet wirkt.
* Geldverbot: Überweisen Sie kein Geld und teilen Sie keine Finanzdaten mit Personen, die Sie nur online kennen. Das gilt auch für Geschenkkarten und Crypto.
* Eigenrecherche: Nutzen Sie die Rückwärtssuche für Profilbilder. Seien Sie alarmiert, wenn Treffen immer abgesagt werden.
* Datensparsamkeit: Teilen Sie persönliche Informationen nicht öffentlich in sozialen Medien.
* Auf das Bauchgefühl hören: Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das meist auch.

Wer betroffen ist, sollte den Kontakt sofort abbrechen, seine Bank informieren und Anzeige beim FBI (ic3.gov) und der FTC erstatten.

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