KI-Gesetz: EU-Händler müssen ab August Transparenz zeigen
16.01.2026 - 01:15:12Ab August 2026 müssen Online-Händler in der EU offenlegen, wo Künstliche Intelligenz im Einsatz ist. Der EU AI Act bringt verbindliche Transparenzregeln für Chatbots, Empfehlungssysteme und KI-generierte Inhalte – eine fundamentale Veränderung für den digitalen Handel.
Was der AI Act für den Handel bedeutet
Der neue Rechtsrahmen teilt KI-Systeme nach Risikostufen ein. Für den E-Commerce besonders relevant sind Systeme mit begrenztem Risiko. Dazu zählen die meisten Chatbots und personalisierten Produktempfehlungen. Sie unterliegen ab dem 2. August 2026 strengen Transparenzpflichten.
„Die Blackbox der Algorithmen muss geöffnet werden“, erklärt eine EU-Expertin. Nutzer müssen klar erkennen können, wann sie mit einer Maschine interagieren oder wenn Inhalte KI-generiert sind. Das gilt auch für scheinbar simple Anwendungen.
Die neuen Vorgaben sind präzise. Jeder Service-Chatbot auf einer Website oder in einer App muss als solcher gekennzeichnet sein. Kunden dürfen nicht im Unklaren gelassen werden, ob sie mit einem Menschen oder einer KI sprechen.
Passend zum Thema EU‑AI‑Act: Unternehmen riskieren bei fehlender Kennzeichnung und mangelhafter Dokumentation empfindliche Strafen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur KI‑Verordnung erklärt praxisnah, wie Sie Chatbots, Empfehlungssysteme und KI‑generierte Inhalte korrekt kennzeichnen, Risikoklassen anwenden und notwendige Dokumentationen anlegen. Mit Checklisten speziell für Online‑Shops, damit Ihre Produktseiten und Service‑Tools rechtssicher werden. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Auch bei Produktempfehlungen muss die algorithmische Steuerung transparenter werden. Die Intention des Gesetzes ist klar: Verbraucher sollen verstehen, warum ihnen bestimmte Artikel vorgeschlagen werden. Zudem müssen KI-generierte Bilder oder Texte in Produktbeschreibungen und Werbung klar markiert werden.
Hohe Strafen und strategische Chancen
Die Einhaltung ist keine freiwillige Maßnahme. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für deutsche Handelsriesen wie Zalando oder Otto könnte das Summen in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten.
Doch die Regulierung bietet auch Chancen. „Unternehmen, die proaktiv Transparenz schaffen, gewinnen Vertrauen“, betont ein Handelsexperte. In einer Zeit, in der Datenskandale Verbraucher verunsichern, kann klare KI-Kommunikation zum Wettbewerbsvorteil werden.
Europa als globaler Regulierungsvorreiter
Mit dem AI Act setzt die EU weltweit Standards – ähnlich wie zuvor mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Zusammen mit dem Digital Services Act (DSA) formt sie ein neues Fundament für den digitalen Binnenmarkt.
Die Botschaft an Tech-Konzerne aus den USA und China ist eindeutig: Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich an strenge Transparenz- und Sicherheitsregeln halten. Für den Einzelhandel bedeutet dies das Ende unregulierter Algorithmen.
Jetzt handeln, um rechtzeitig compliant zu sein
Die Zeit bis August drängt. Händler sollten umgehend eine Bestandsaufnahme aller KI-Systeme vornehmen und eine Risikobewertung nach den neuen Kriterien durchführen. Technische Anpassungen an Benutzeroberflächen und die Erstellung notwendiger Dokumentationen brauchen Vorlauf.
Unternehmen, die jetzt investieren, sichern nicht nur ihre Rechtskonformität. Sie positionieren sich als verantwortungsvolle Akteure in einer Handelswelt, die zunehmend von KI gesteuert wird. Die Ära der intransparenten Algorithmen geht im europäischen Digitalmarkt zu Ende.
PS: Übrigens — unser Gratis‑E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Übergangsfristen kompakt zusammen. Holen Sie sich die Praxis‑Checkliste für Chatbots und Produktempfehlungen, damit Ihre Marketing‑ und Produkttexte rechtssicher sind und Bußgelder vermieden werden. Jetzt kostenlosen Leitfaden zum AI Act sichern


