KI-Gesetz: EU arbeitet an Standard für künstliche Inhalte
21.01.2026 - 18:09:12Die Europäische Union treibt die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten voran, um gegen Desinformation vorzugehen. Eine Expertengruppe erarbeitet einen Verhaltenskodex mit klaren Regeln für Wasserzeichen und andere Markierungen. Dieser ist ein zentraler Baustein zur Umsetzung des historischen EU-KI-Gesetzes.
Angesichts generativer KI-Systeme, die täuschend echte Deepfakes, Bilder und Texte erstellen können, sieht Brüssel dringenden Handlungsbedarf. Die neuen Transparenzpflichten sollen Risiken wie Betrug und Manipulation minimieren. Ein erster Entwurf für den Kodex liegt bereits vor, die Konsultation läuft noch bis Ende dieser Woche.
Grundlage ist Artikel 50 des KI-Gesetzes. Er verpflichtet Anbieter und Nutzer generativer KI, künstlich erzeugte oder manipulierte Inhalte klar zu kennzeichnen. Der freiwillige Verhaltenskodex soll konkrete technische Lösungen liefern, bevor die Regeln im August 2026 rechtsverbindlich werden.
Der erste Entwurf skizziert einen vielschichtigen Ansatz. Da eine einzelne Lösung als nicht ausreichend gilt, empfiehlt er eine Kombination aus unsichtbaren Wasserzeichen, Metadaten und Fingerprinting-Technologien. Ein zentrales Kriterium: Die Kennzeichnungen müssen maschinenlesbar sein, um eine automatisierte Erkennung durch Plattformen zu ermöglichen.
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Ziele: Vertrauen stärken, Missbrauch erschweren
Die EU verfolgt mit der Standardisierung mehrere Ziele. An erster Stelle steht die Stärkung des Vertrauens. Nutzer sollen bewusst entscheiden können, welchen Inhalten sie trauen. Dies ist besonders bei Informationen von öffentlichem Interesse entscheidend.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Eindämmung von Desinformation. Die klare Kennzeichnung von Deepfakes soll deren missbräuchliche Verwendung erschweren. Für Unternehmen schafft der Kodex zudem Rechtssicherheit. Durch seine Einhaltung können sie nachweisen, ihren gesetzlichen Pflichten nachzukommen.
Technische Hürden und kooperativer Ansatz
Die technische Umsetzung robuster Wasserzeichen ist komplex. Die Markierungen müssen auch nach Komprimierung oder Bearbeitung erhalten bleiben. Ihre Zuverlässigkeit wird entscheidend für den Erfolg der Initiative sein.
Die EU-Kommission setzt auf Kooperation, um branchenweite Standards zu entwickeln. KI-Entwickler sollen Kennzeichnungsfunktionen direkt in ihre Systeme integrieren. Verstöße gegen die künftigen Pflichten werden empfindliche Strafen nach sich ziehen.
Nächste Schritte bis zur verbindlichen Einführung
Nach dem Ende der Konsultationsfrist am 23. Januar arbeiten die Experten an einem überarbeiteten Entwurf. Dieser soll bis Mitte März 2026 vorliegen. Die Finalisierung des Kodex ist für Mai oder Juni geplant.
Ab August 2026 werden die Transparenzregeln dann für alle Anbieter und Nutzer in der EU verbindlich. Die kommenden Monate stellen die Weichen, wie Europa Transparenz im KI-Zeitalter sicherstellt und einen Rahmen für verantwortungsvolle Innovation schafft.
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