KI-Fehler im Job: Wer haftet für die Rechnung?
07.02.2026 - 18:10:12Künstliche Intelligenz verursacht im Arbeitsalltag einen Schaden – und jetzt? Die Frage nach der Haftung wird für Unternehmen immer drängender. Grundsätzlich trägt der Arbeitgeber das unternehmerische Risiko. Doch die neue EU-Regulierung und komplexe KI-Systeme stellen diese einfache Regel auf den Prüfstand.
Ein Spannungsfeld aus drei Verantwortlichen
Wer zahlt, wenn die KI falsch liegt? Die Antwort bewegt sich im Dreieck zwischen Unternehmen, Mitarbeiter und Software-Hersteller. Für Beschäftigte gilt: Sie haften meist nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Bei leichten Fehlern greift ein Haftungsprivileg.
Unternehmen stehen in der größeren Pflicht. Ihre Sorgfaltspflicht umfasst den gesamten Lebenszyklus der KI:
* Die sorgfältige Auswahl des Systems
* Die kontinuierliche Überwachung seiner Funktion
* Die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter
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Versäumnisse hier können das Unternehmen haftbar machen – selbst wenn der direkte Fehler von der KI oder einem Angestellten ausging. Besonders heikel wird es bei der Eingabe sensibler Daten in externe KI-Tools oder bei Datenschutzverstößen.
Der EU AI Act setzt neue Spielregeln
Ab August 2026 gelten in Europa strenge neue Vorschriften. Der EU AI Act, das weltweit erste umfassende KI-Gesetz, führt einen risikobasierten Ansatz ein. Systeme mit hohem Risiko, etwa in der Personalauswahl, unterliegen besonders harten Auflagen.
Ein zentraler Punkt ist die Pflicht zur KI-Kompetenz. Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Mitarbeiter für den sicheren Umgang mit den eingesetzten KI-Systemen geschult sind. Diese Schulungspflicht wird zum entscheidenden Faktor, wenn es vor Gericht um die Frage der unternehmerischen Sorgfalt geht.
Eine Lücke im Haftungsrecht und die Folgen
Doch wer haftet zivilrechtlich für Schäden? Hier klafft eine Lücke. Eine geplante EU-KI-Haftungsrichtlinie, die Geschädigten die Beweisführung erleichtern sollte, wurde vorerst zurückgezogen. Unternehmen müssen sich also weiter an nationale Gesetze halten, die für KI kaum gemacht sind.
Umso wichtiger werden klare interne Richtlinien. Experten raten dringend dazu, Regeln für den Einsatz von KI-Tools festzulegen. Diese sollten definieren:
* Welche Tools für welche Aufgaben erlaubt sind
* Wie mit Datenschutz und Urheberrecht umzugehen ist
* Ob KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden müssen
Wie die Gerichte bereits entscheiden
Die Rechtsprechung beginnt, klare Linien zu ziehen. Das Landgericht Kiel urteilte, dass sich Betreiber die von ihrer KI erstellten Inhalte zu eigen machen und für deren Richtigkeit haften. Das LG Darmstadt verweigerte die Vergütung für ein KI-Gutachten, weil die Methodik nicht offengelegt wurde.
Diese Urteile signalisieren: Transparenz und Übernahme von Verantwortung sind entscheidend. Die Justiz füllt die Lücken, die der Gesetzgeber noch gelassen hat. Für Unternehmen wird KI-Compliance damit zum strategischen Muss – ähnlich wie einst die DSGVO. Die Fähigkeit, einen rechtssicheren Umgang mit KI nachzuweisen, entwickelt sich zum echten Wettbewerbsvorteil.
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