KI erobert Personal- und Finanzabteilungen
23.03.2026 - 00:00:13 | boerse-global.deKünstliche Intelligenz wird zur Top-Priorität in HR und Finanzen. Aktuelle Studien zeigen einen breiten Einsatz, doch die flächendeckende Skalierung stockt an praktischen Hürden.
HR-Chefs setzen auf Automatisierung
Für 91 Prozent der Personalvorstände (CHROs) sind KI und Digitalisierung die dringendste Aufgabe. Das geht aus dem aktuellen „2026 CHRO Survey Report“ hervor. Die Technologie übertrumpft damit Themen wie Talentmanagement oder Mitarbeiterengagement.
Erste Erfolge melden die Abteilungen vor allem in drei Bereichen: bei der automatisierten Talentakquise (30 Prozent), bei HR-Self-Service für Mitarbeiter (17 Prozent) und in der Kompetenzentwicklung (14 Prozent).
Deutsche HR-Abteilungen liegen vorn – aber Skalierung stockt
Drei Viertel der deutschen Personalabteilungen nutzen generative KI bereits in Pilotprojekten oder einzelnen Bereichen. Damit liegen sie leicht über dem globalen Durchschnitt von 70 Prozent, wie eine Studie von BCG und der World Federation of People Management Associations zeigt.
Der Sprung von diesen Einzelprojekten zur unternehmensweiten Wertschöpfung gestaltet sich jedoch schwierig. Was bremst die flächendeckende Einführung? In Deutschland sind es vor allem Datenschutzanforderungen (61 Prozent), knappe Budgets (54 Prozent) und regulatorische Unsicherheiten (49 Prozent).
Finanzabteilungen investieren kräftig in KI
Auch im Finanzwesen gewinnt KI rasant an Bedeutung. Fast 60 Prozent der Finanzchefs planen, ihre Investitionen in KI-Technologien in diesem Jahr um mindestens 10 Prozent zu erhöhen. Das ergab eine Gartner-Umfrage.
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Ein Treiber für den Umbruch ist die schrittweise Einführung der B2B-E-Rechnungspflicht. Sie zwingt Unternehmen zu strukturierten Datenformaten – eine ideale Grundlage für KI-Anwendungen. Branchenbeobachter erwarten, dass autonome KI-Agenten bald repetitive Aufgaben wie Rechnungsverarbeitung übernehmen. Menschliche Buchhalter könnten sich dann auf strategische Beratung konzentrieren.
Die größte Hürde ist nicht die Technik
Experten sehen den größten Engpass bei der KI-Einführung nicht in der Technologie, sondern in der Organisation. 78 Prozent der Personalchefs sind laut Gartner der Meinung, dass Arbeitsabläufe und Rollen neu gestaltet werden müssen, um das volle Potenzial der KI-Investitionen auszuschöpfen.
Auf der Konferenz UNLEASH America skizzierte HR-Experte Josh Bersin fünf große Chancen der KI für Personalabteilungen: verbesserter Mitarbeiter-Self-Service, digitale HR-Business-Partner, „Agentic Recruiting“, dynamische Lernförderung sowie präzisere Analysen und Compliance.
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Regulatorischer Druck nimmt zu
Für die kommenden Monate erwarten Beobachter eine weitere Vertiefung der KI-Integration in Standardsoftware. Gleichzeitig gewinnen regulatorische Rahmenbedingungen an Bedeutung. Das Bundeskabinett beschloss bereits einen Entwurf zur nationalen Umsetzung der EU-KI-Verordnung.
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