KI bringt kaum Produktivität, Homeoffice boomt
22.02.2026 - 23:49:12 | boerse-global.deNahezu 90 Prozent der Unternehmen verzeichnen trotz KI-Einsatz keine Produktivitätssteigerungen. Das zeigt eine aktuelle internationale Befragung von rund 6.000 Führungskräften. Gleichzeitig schätzen drei Viertel der Mitarbeiter ihre Leistung im Homeoffice höher ein als im Büro. Diese Diskrepanz stellt die bisherigen Strategien der Arbeitswelt auf den Prüfstand.
Selbstwahrnehmung trifft auf harte KPIs
Die Zahlen sind ernüchternd: Zwei Drittel der Firmen setzen bereits KI ein, doch ein Großteil sieht keine nennenswerten Effekte. Parallel dazu halten 75,9 Prozent der Angestellten ihre Heimarbeit für effizienter. Sie nutzen private Erledigungen oft als strategische Pausen für mehr Konzentration. Warum klafft die Selbstwahrnehmung so weit von den Unternehmenskennzahlen auseinander?
Experten sehen den Grund in einer mangelhaften Integration. KI-Tools werden häufig nur oberflächlich in alte Prozesse eingepasst, statt Abläufe grundlegend zu verändern. Mitarbeiter verbringen dann Zeit mit der Kontrolle von KI-Ergebnissen – und alle Einsparungen sind dahin. Ein bekanntes Phänomen: Schon in den 1980er Jahren blieben Computer als Effizienztreiber in den Statistiken lange unsichtbar.
Der wahre Schlüssel: Prozesse neu denken
Die Lehre ist klar. Nicht die Technologie selbst, sondern die Anpassung der Arbeitsweise entscheidet über den Erfolg. Unternehmen, die in starren Silos denken, werden auch mit modernsten Tools scheitern. Es braucht ein fundamentales Umdenken hin zu agilen Methoden und kontinuierlicher Verbesserung.
Das Prinzip „Kaizen“ aus dem Lean Management zeigt, wie es geht: Kleine, regelmäßige Veränderungen führen in der Summe zu großen Fortschritten. Ein Beleg ist die erfolgreiche Viertagewoche in einigen Firmen. Eine Zweijahresstudie belegt: Kürzere Arbeitszeit steigert die Produktivität nur, wenn Prozesse aktiv optimiert werden.
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Die Grenzen der Flexibilität
Doch hat das Homeoffice auch seine Schattenseiten? Neuere Analysen zeigen einen klaren Kipppunkt. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts identifiziert: Überschreitet der Heimarbeit-Anteil 60 Prozent, sinkt die Produktivität wieder. Der Grund ist der Mangel an informellen Kontakten, die für komplexe Abstimmungen essenziell sind.
Die Zukunft liegt daher nicht in pauschalen Lösungen. Sie liegt in hybriden Modellen, die konzentrierte Einzelarbeit mit kooperativer Präsenzarbeit verbinden. Die größte Herausforderung für 2026 wird es sein, Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass sie sowohl Produktivität als auch persönliche Entwicklung fördern.
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