KI-Branchen, Produktivitätssteigerung

KI-Branchen erzielen dreifache Produktivitätssteigerung

08.01.2026 - 15:00:12

Künstliche Intelligenz treibt die Produktivität in exponierte Branchen dreimal stärker als in anderen Sektoren – doch verändert auch grundlegend die Arbeitswelt. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des Global AI Jobs Barometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, die heute veröffentlicht wurde. Die Analyse belegt eine wachsende Kluft zwischen KI-Vorreitern und Nachzüglern.

Der Kernbefund der Studie ist eindeutig: Branchen mit hoher KI-Exposition wachsen in ihrer Produktivität dreimal schneller. Gemessen am Umsatz pro Mitarbeiter verzeichneten Sektoren wie Finanzdienstleistungen, IT und Kommunikation sowie professionelle Dienstleistungen seit 2022 einen regelrechten Boom. Zwischen 2018 und 2024 stieg die Produktivität in diesen Bereichen um 27 Prozent.

Zum Vergleich: In Branchen mit geringer KI-Durchdringung – etwa im Bergbau, Transport oder Gastgewerbe – betrug der Zuwachs im selben Zeitraum nur 9 Prozent. „Der KI-Dividend schlägt voll durch, aber vor allem bei großen Unternehmen“, erklärt Mehdi Sahneh, Senior Economist bei PwC UK. Diese verfügten über das Kapital und die Infrastruktur, um Spitzen-KI-Tools schnell zu integrieren.

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Höhere Löhne, kürzere Skills-Halbwertszeit

Die Vorteile kommen auch bei den Beschäftigten an. In KI-starken Branchen wachsen die Löhne doppelt so schnell wie in anderen Sektoren. Jobs, die spezielle KI-Kenntnisse erfordern, bringen durchschnittlich 11 Prozent mehr Gehalt als vergleichbare Positionen ohne diese Anforderung.

Doch der Preis für diese „magische“ Aufwertung ist hoch: Die Halbwertszeit von Qualifikationen schrumpft rapide. In stark KI-exponierten Berufen ändern sich die geforderten Skills 59 Prozent schneller als in weniger betroffenen Tätigkeitsfeldern. Statt statischem Fachwissen sind nun kontinuierliche Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken und Kollaboration gefragt.

Das neue Hiring-Paradox: Weniger Stellen, mehr Wert

Eine der überraschendsten Erkenntnisse betrifft den Arbeitsmarkt. Obwohl KI-Branchen bei Produktivität und Löhnen boomen, schaffen sie nicht im gleichen Tempo neue Stellen. Zwischen 2019 und 2024 wuchsen die offenen Positionen in KI-exponierten Berufen um lediglich 12 Prozent. In weniger betroffenen Sektoren schnellten die Vakanzen dagegen um 50 Prozent nach oben.

„Das ist keine einfache Job-Zerstörung“, betont Umang Paw, Chief Technology Officer bei PwC UK. Vielmehr zeige sich ein Reifeprozess. KI-Tools übernähmen routinehafte kognitive Aufgaben und steigerten die Leistung des Einzelnen. Unternehmen priorisierten daher zunehmend die Qualität und Effizienz ihrer Belegschaft über reine Kopfzahl-Expansion. Der Wert jeder einzelnen Rolle steige, auch wenn die Anzahl langsamer wachse.

Zwei-Geschwindigkeiten-Ökonomie mit Risiken

Die sich vertiefende Kluft zwischen KI-Gewinnern und -Verlierern stellt Politik und Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die dreifache Produktivitätssteigerung signalisiert, dass sich Investitionen in KI auszahlen – besonders für Großunternehmen. Analysten warnen vor einer weiteren Marktmacht-Konzentration.

Gleichzeitig droht ein gespaltener Arbeitsmarkt. „KI bietet enorme Vorteile für die, die sich anpassen können“, so Umang Paw. „Aber es besteht das Risiko, andere zurückzulassen.“ Die aktuellen Daten machen den Zusammenhang zwischen KI-Nutzung und zentralen Wirtschaftskennzahlen unbestreitbar.

Der Fokus verschiebt sich nun von generativer KI (Inhalte erstellen) hin zu agentenbasierter KI (Aktionen ausführen). Diese autonomen Systeme könnten die beobachteten Trends 2026 noch weiter beschleunigen. Für Arbeitnehmer wird die Botschaft immer klarer: KI-Kompetenz ist kein Nice-to-have, sondern eine Überlebensfrage für die Karriere in zukunftsträchtigen Branchen.

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