KI-Boom, Preise

KI-Boom treibt Preise für PC-Komponenten auf Rekordhoch

25.01.2026 - 08:03:12

Der Traum vom günstigen Gaming-PC platzt: RAM und SSDs kosten so viel wie seit Jahren nicht mehr. Grund ist die massive Nachfrage der KI-Industrie, die die Lieferketten leersaugt. Diese dramatische Entwicklung verteuert nicht nur Eigenbauten, sondern zwingt auch große Hersteller zu spürbaren Preiserhöhungen – und verändert den gesamten Markt nachhaltig.

Im Kern des Problems steckt eine fundamentale Umsteuerung der Produktion. Giganten wie Samsung, SK Hynix und Micron fahren ihre Kapazitäten für Standard-RAM und SSDs zurück. Stattdessen produzieren sie, was die Profitmargen verspricht: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren. Jeder Silizium-Wafer für einen KI-Server fehlt somit in einem Gaming-PC.

Die Folge ist eine massive Verknappung. Der Markt befindet sich in einer „Hyper-Bull“-Phase, wie Analysten es nennen. Die Preise für DDR5-Arbeitsspeicher haben sich binnen weniger Monate vervierfacht. Die Ära des günstigen 1-TB-SSDs, die 2023 bei rund 35 Euro lag, ist vorerst beendet. Budget-Festplatten kosten heute über 50 Prozent mehr.

Teure Upgrades: Von der Werkbank bis zum Fertig-PC

Die Preisschockwellen erreichen jeden Teil des PC-Markts. Für die DIY-Community wird der einst kostengünstige Weg zur High-Performance-Maschine zum teuren Vergnügen. Ein Budget-Gaming-PC, der Ende 2025 noch unter 500 Euro kostete, nähert sich heute der 700-Euro-Marke. Ein 32-GB-DDR5-Kit, früher für 90 Euro zu haben, schlägt nun mit bis zu 360 Euro zu Buche.

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Doch der Druck lastet nicht nur auf Hobby-Bastlern. Große PC-Hersteller wie Dell, HP und Lenovo geben die gestiegenen Einkaufskosten an die Kunden weiter. Sie kündigen Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent für Desktop- und Laptop-Systeme an. In einem drastischen Schritt erwägen einige, Systeme sogar ohne Arbeitsspeicher auszuliefern. Kunden müssten die teuren RAM-Module dann separat kaufen und einbauen – eine Hürde für viele Gelegenheitsnutzer.

Marktkonsolidierung: Weniger Auswahl für Budget-Gamer

Die Branche blickt düster auf das Jahr 2026. Die International Data Corporation (IDC) prognostiziert bei anhaltenden Lieferengpässen einen Marktrückgang von bis zu 8,9 Prozent. Gleichzeitig dürften die Durchschnittspreise für PCs um vier bis acht Prozent steigen.

Als Reaktion auf die volatile Lage werden die Hersteller ihre Strategie ändern. Sie werden sich voraussichtlich auf High-End-Geräte mit hohen Margen konzentrieren, wo die Speicherkosten weniger ins Gewicht fallen. Für Budget- und Mittelklasse-Gamer könnte das Angebot schrumpfen. Ein Trend zeichnet sich ab: Neue Mittelklasse-Laptops könnten standardmäßig nur noch mit 8 GB RAM ausgeliefert werden – eine für modernes Gaming und Multitasking längst unzureichende Konfiguration.

Keine Entspannung in Sicht

Für alle, die auf eine baldige Marktberuhigung hoffen, gibt es schlechte Nachrichten. Das fundamentale Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird sich nicht schnell auflösen. Solange der KI-Hunger nach Hochleistungsspeicher ungebremst anhält, bleiben Verbraucherkomponenten zweite Wahl für die Hersteller.

Analysten rechnen damit, dass die hohen Preise für RAM und SSDs nicht nur 2026, sondern womöglich bis 2027 anhalten. Für PC-Spieler bedeutet das eine strategische Neuausrichtung. Wer baut oder aufrüstet, muss für Arbeitsspeicher und Festplatten deutlich mehr Budget einplanen als in den Vorjahren. Das Warten auf fallende Preise ist kurzfristig keine erfolgversprechende Taktik mehr. Die Prioritäten der KI-Revolution haben die Ära des günstigen Speichers vorerst beendet.

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