KI-Boom, PC-Preise

KI-Boom treibt PC-Preise auf Rekordniveau

26.01.2026 - 03:30:12

Die Preise für PC-Komponenten wie Arbeitsspeicher und SSDs steigen rasant – und Verbraucher müssen sich auf deutlich teurere Computer einstellen. Eine fatale Mischung aus KI-Nachfrage, geopolitischen Spannungen und einer grundlegenden Marktverschiebung lässt die Kosten explodieren.

Der Haupttreiber der Preisexplosion ist die künstliche Intelligenz. Hersteller verlagern ihre Produktionskapazitäten massiv weg von Komponenten für den Consumer-Bereich hin zu teurerem High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren. Diese strategische Neuausrichtung führt zu einer dramatischen Verknappung bei DDR5-RAM und NAND-Flash-Speichern für PCs und Laptops.

Laut aktuellen Analysen werden KI- und konventionelle Rechenzentren 2026 voraussichtlich über 70 Prozent der produzierten High-End-Speicherchips verbrauchen. Marktforscher von IDC sprechen von einer „dauerhaften Neuverteilung“ der Kapazitäten. Die Folgen sind bereits spürbar: Der Hersteller Kioxia hat Berichten zufolge seine gesamte NAND-Flash-Produktion für 2026 bereits verkauft. Die Preise für DRAM waren 2025 bereits um bis zu 172 Prozent gestiegen.

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Bestellstornos und massive Preissprünge

Die Lieferengpässe erreichen nun die Endkunden. Seit dem 24. Januar 2026 berichten Nutzer, dass Händler wie Corsair und ZOTAC Kundenbestellungen für Komponenten und fertige PCs stornieren – nur um dieselben Produkte kurz darauf zu deutlich höheren Preisen neu einzustellen.

Bereits Ende 2025 warnten große PC-Hersteller wie Dell, HP, Lenovo, Acer und ASUS vor bevorstehenden Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent für ihre Systeme. Die Marktanalysten von TrendForce prognostizieren für das erste Quartal 2026 allein bei DRAM-Vertragspreisen einen Sprung von 55 bis 60 Prozent. Bei NAND-Flash werden 33 bis 38 Prozent erwartet. Der PC-Zulieferer Compal gab am 23. Januar zu bedenken, dass der Anteil der Speicherchips an den Materialkosten eines PCs von historisch 15-18 Prozent bald auf 35-40 Prozent steigen könnte.

Geopolitisches Pulverfass

Die angespannte Lage wird durch handelspolitische Maßnahmen weiter verschärft. Die US-Regierung führte am 15. Januar 2026 neue Sonderzölle von 25 Prozent auf eine bestimmte Kategorie von Halbleitern für den KI-Sektor ein. Ziel ist es, die nationale Sicherheit zu stärken und die heimische Produktion auszubauen – die USA verbrauchen etwa ein Viertel der weltweiten Halbleiter, stellen aber nur rund zehn Prozent selbst her.

Einen Tag zuvor unterzeichneten die USA und Taiwan ein Handelsabkommen. Taiwanesische Tech-Firmen verpflichten sich darin, mindestens 250 Milliarden Euro in den Ausbau der Halbleiterfertigung in den USA zu investieren. Diese langfristige Diversifizierung der Lieferketten wird die akuten Engpässe und Preissteigerungen im Jahr 2026 jedoch nicht mildern.

Düstere Aussichten für Verbraucher und Hersteller

Die aktuelle Situation stellt die gesamte Branche vor immense Herausforderungen. Der Hype um „KI-PCs“ kollidiert mit der Realität, dass die dafür nötigen Hochleistungskonfigurationen schlicht unerschwinglich werden. Hersteller könnten gezwungen sein, Mittel- und Einsteigergeräte mit weniger RAM und kleineren SSDs auszuliefern, um ihre Margen zu halten – ein herber Rückschlag für den Kundennutzen.

Die wirtschaftlichen Folgen könnten massiv sein. IDC warnte in einem Bericht Ende 2025, der PC-Markt könne 2026 im pessimistischsten Szenario um bis zu neun Prozent schrumpfen. Ein solcher Einbruch wäre einer der schwersten in der jüngeren Industriegeschichte.

Entspannung ist nicht in Sicht. Der Speichermangel wird voraussichtlich bis weit in das Jahr 2027 anhalten. Die unter dem US-Taiwan-Abkommen geplanten Milliardeninvestitionen in neue Fabriken benötigen Jahre, bis sie die globale Versorgungslage entspannen. Für Verbraucher und Unternehmen beginnt eine fase dauerhaft hoher Preise. Das Zeitalter des günstigen, reichlich verfügbaren Speichers ist mit dem Anbruch des KI-Zeitalters vorbei.

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