KI-Betrugs-Tsunami überflutet deutsche Smartphones
19.02.2026 - 21:41:12Eine neue Welle von Betrugsangriffen überschwemmt derzeit SMS und WhatsApp. Kriminelle nutzen KI und raffinierte Tricks, um Konten zu plündern. Ein aktueller Fall aus Österreich zeigt das Ausmaß: Ein Mann verlor fast 400.000 Euro.
Sicherheitsexperten warnen eindringlich vor der perfiden „Ghost Pairing“-Methode. Dabei missbrauchen Täter die offizielle „Verbundene Geräte“-Funktion von WhatsApp. Opfer erhalten eine gefälschte Support-Nachricht mit einem Link. Ein unachtsamer Klick genügt – und im Hintergrund verbindet sich ein fremdes Gerät mit dem Account.
Die Folge: Die Kriminellen übernehmen unbemerkt die volle Kontrolle. Sie lesen Konversationen mit und bitten im Namen des Opfers Freunde und Familie um Geld. Parallel dazu verbessert KI die Qualität von Phishing-Nachrichten dramatisch. Die Texte sind nun fehlerfrei, personalisiert und wirken absolut authentisch.
Smishing-Flut: Falsche Pakete und Finanzamt-Tricks
Neben den neuen WhatsApp-Angriffen bleibt der Betrug per SMS allgegenwärtig. Eine der häufigsten Maschen sind gefälschte Paketbenachrichtigungen. Die SMS behauptet, eine Lieferung sei gescheitert oder es seien Zollgebühren fällig.
Der beigefügte Link führt jedoch nicht zum Paketdienst, sondern zu einer Phishing-Seite oder lädt Schadsoftware herunter. Diese Software späht persönliche Daten aus oder verschickt teure Premium-SMS. Eine besonders aggressive Variante ist der „Finlink-SMS-Betrug“.
Hier geben sich Täter als Finanzamt oder Bank aus. Wie im österreichischen Fall: Ein 58-Jähriger klickte auf einen Link in einer gefälschten Finanzamt-SMS, gab seine Bankdaten ein – und verlor sein gesamtes Vermögen.
Der „Hallo Mama“-Trick: Emotionaler Betrug 2.0
Trotz technologischer Aufrüstung bleibt der klassische „Enkeltrick“ eine der erfolgreichsten Maschen. Die Vorgehensweise ist simpel, aber effektiv: Kriminelle schreiben von einer unbekannten Nummer und geben sich als Kind oder Enkel aus.
Sie behaupten, das alte Handy sei kaputt. Nach einem kurzen, vertrauensbildenden Chat folgt die Bitte um eine dringende Geldüberweisung für eine angebliche Notlage. Die emotionale Notsituation und der vertraute Kanal WhatsApp senken die natürliche Skepsis.
Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht nur Senioren betroffen. Die Polizei rät dringend: Erfüllen Sie solche Bitten niemals, ohne sich über einen anderen Kanal – idealerweise einen Anruf auf der alten Nummer – rückzuversichern.
Warum die Angriffe immer häufiger gelingen
Die aktuelle Betrugswelle ist das Ergebnis einer zunehmenden Professionalisierung. Die Täter nutzen nicht nur KI, sondern setzen ihre Opfer gezielt unter psychologischen Druck. Drohungen mit Kontosperrungen oder dringenden Notlagen sollen zu schnellem, unüberlegtem Handeln verleiten.
Die enorme Verbreitung von WhatsApp bietet den Kriminellen eine riesige Angriffsfläche. Zudem werden die Betrugsmaschen immer stärker in alltägliche Kontexte eingebettet: Online-Shopping, Steuererklärungen, Familienkommunikation. Das senkt die Wachsamkeit der Nutzer zusätzlich.
Verbraucherzentralen und Polizeibehörden verzeichnen eine konstant hohe Zahl an Schadensmeldungen. Experten gehen davon aus, dass die Bedrohung weiter zunehmen wird. Der Trend geht zu noch stärker personalisierten und automatisierten Angriffen.
So schützen Sie sich vor den neuen Betrugsmethoden
Um sich wirksam zu schützen, ist ein grundlegendes Misstrauen gegenüber unaufgeforderten Nachrichten unerlässlich. Behörden und Sicherheitsexperten empfehlen konkrete Maßnahmen:
Klicken Sie niemals auf Links in SMS oder Messenger-Nachrichten von unbekannten Absendern. Seriöse Unternehmen oder Behörden fordern Sie nie per SMS auf, Passwörter oder Bankdaten über einen Link einzugeben.
Überprüfen Sie die Identität von Angehörigen, die von einer neuen Nummer aus um Geld bitten. Rufen Sie zur Verifizierung unbedingt unter der alten, bekannten Nummer an.
Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten. Diese bietet eine zusätzliche, entscheidende Schutzebene.
Wer sich vor gefälschten Paketbenachrichtigungen, Smishing-Links und personalisierten Phishing-Nachrichten schützen möchte, findet praktische Hilfe im kostenlosen Anti-Phishing-Paket. Der Guide erklärt in vier klaren Schritten, wie Sie betrügerische Nachrichten erkennen, sich sofort verhalten und welche Checklisten im Notfall helfen. Jetzt kostenlosen Anti-Phishing-Guide herunterladen
Handeln Sie bei Verdacht sofort: Haben Sie auf einen Link geklickt, aktivieren Sie den Flugmodus, informieren Sie Ihren Mobilfunkanbieter und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Bereits getätigte Überweisungen sollten umgehend der eigenen Bank gemeldet werden.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


