KI-Beauftragter, Schlüsselrolle

KI-Beauftragter: Die neue Schlüsselrolle für Unternehmen

31.01.2026 - 01:16:12

Die neue EU-Regulierung macht die Rolle des KI-Beauftragten zur entscheidenden Schlüsselposition für Compliance und verantwortungsvollen Technologieeinsatz in Unternehmen.

Die EU-KI-Verordnung rückt näher und stellt Firmen vor die Aufgabe, klare Verantwortlichkeiten für künstliche Intelligenz zu schaffen. Obwohl gesetzlich nicht explizit vorgeschrieben, entwickelt sich die Position des KI-Beauftragten zum entscheidenden Erfolgsfaktor für eine risikobewusste KI-Strategie.

Keine Pflicht, aber eine strategische Notwendigkeit

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die KI-Verordnung (KI-VO) einen Beauftragten vorschreibt. Tatsächlich verlangt Artikel 4 lediglich, dass Personal über ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ verfügt. Was das bedeutet, hängt vom konkreten Einsatz und Risiko der Systeme ab. Die Bundesnetzagentur betont, dass es nicht um formale Zertifizierungen, sondern um eine solide Wissensbasis geht.

Dennoch erkennen immer mehr Unternehmen: Ein zentraler KI-Beauftragter ist der effektivste Weg, um die komplexen Anforderungen zu erfüllen. Ähnlich wie der Datenschutzbeauftragte unter der DSGVO bündelt diese Rolle die Verantwortung. Sie überwacht die Compliance, berät bei der Entwicklung und stellt die menschliche Aufsicht sicher. Als Koordinator zwischen Recht, IT-Sicherheit und den Fachabteilungen schließt sie proaktiv Compliance-Lücken.

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Warum der Druck jetzt wächst

Die Dringlichkeit wird durch aktuelle Entwicklungen in Brüssel unterstrichen. Ende Januar 2026 arbeitete der Rechtsausschuss des EU-Parlaments an Vereinfachungen für den sogenannten „Digital-Omnibus zu KI“. Ziel ist es, die praktische Umsetzung des AI Acts zu erleichtern. Diese fortlaufenden Anpassungen zeigen: Der regulatorische Rahmen bleibt dynamisch und erfordert ständige Beobachtung.

Gleichzeitig warnen Experten davor, KI-Compliance als reine Checklisten-Übung zu betrachten. Die Technologie entwickelt sich so rasant, dass sie traditionelle Kontrollmechanismen überfordert. Viele Firmen sehen sich mit einer wachsenden Lücke konfrontiert: Teams werden verkleinert, während die Komplexität durch KI und Cloud-Systeme explodiert. Ein zentraler Verantwortlicher kann helfen, diese Kluft zu schließen.

Vom Technik-Thema zur Chefetagen-Aufgabe

Die Diskussion markiert einen Reifeprozess in der Unternehmensführung. Ähnlich wie einst bei Datenschutz und IT-Sicherheit wird die KI-Steuerung von einer technischen zu einer strategischen Kernaufgabe. Wer klare Verantwortlichkeiten vernachlässigt, setzt sich erheblichen Risiken aus – von Urheberrechtsverletzungen durch KI-generierte Inhalte bis zu massiven Reputationsschäden.

Die Einrichtung der Rolle ist eine logische Konsequenz. Es geht nicht nur um Gesetzeskonformität, sondern auch um Vertrauen. Kunden und Partner erwarten einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser transformativen Technologie. Kann ein Unternehmen das ohne klare Führung glaubhaft vermitteln?

Vom freiwilligen Schritt zum Industriestandard

Auch ohne gesetzliche Pflicht zeichnet sich ein klarer Trend ab. Mit dem schrittweisen Inkrafttreten der KI-Verordnung wird sich die Notwendigkeit einer professionellen Governance verschärfen. Die Benennung eines Verantwortlichen dürfte sich schnell von einer „Best Practice“ zum De-facto-Standard entwickeln – besonders für Anbieter und Nutzer von Hochrisiko-Systemen.

Unternehmen sind daher gut beraten, nicht abzuwarten. Die proaktive Schaffung klarer Zuständigkeiten und Investitionen in die KI-Kompetenz der Belegschaft sind entscheidend. Nur so lassen sich die regulatorischen Hürden meistern und die Potenziale der KI sicher nutzen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell Firmen diese Schlüsselrolle besetzen.

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