Arbeitsplatz, Burnout-Risiko

KI am Arbeitsplatz erhöht Burnout-Risiko laut Studie

17.02.2026 - 06:03:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass KI-Tools Arbeitsdruck systematisch steigern, statt zu entlasten. Die Einführung erfordert klare Regeln und eine neue Kultur der psychischen Gesundheit.

Eine neue Studie der UC Berkeley zeigt: Künstliche Intelligenz im Job steigert den Druck auf Mitarbeiter und treibt das Burnout-Risiko in die Höhe. Die Forscher identifizieren drei alarmierende Mechanismen hinter diesem Effekt.

KI als Brandbeschleuniger für Stress

Die Hoffnung war groß: KI-Tools sollten die Arbeit erleichtern und entlasten. Die Realität sieht anders aus. Die Berkeley-Forscher fanden heraus, dass KI den Arbeitsdruck systematisch erhöht. Sie beschreiben drei Haupttreiber:

  • Aufgabenerweiterung: Mitarbeiter übernehmen dank KI-Kenntnissen plötzlich Tätigkeiten außerhalb ihres eigentlichen Jobs.
  • Tempo-Beschleunigung: KI verdichtet Aufgaben und erzeugt ein Gefühl ständiger Dringlichkeit.
  • Intensivierte Überwachung: Leistungsdaten lassen sich leichter tracken – der psychologische Druck steigt.
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Ohne klare Regeln und eine bewusste Steuerung durch das Management schlägt die erhoffte Entlastung ins Gegenteil um, so die Warnung der Studie.

Was ist Burnout wirklich?

Angesichts der neuen Risiken wird eine klare Definition immer wichtiger. Seit 2022 klassifiziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Burnout offiziell als berufsbedingtes Syndrom, nicht als Krankheit. Es ist das Ergebnis von chronischem, nicht bewältigtem Arbeitsstress und zeigt sich in drei Dimensionen:

  1. Energieverlust und Erschöpfung
  2. Zunehmende geistige Distanz zum Job mit negativen Gefühlen
  3. Verringertes Leistungsvermögen

Diese Abgrenzung hilft, Burnout von anderen Stressformen zu unterscheiden.

Der Unterschied zur Mitgefühlsermüdung

Während Burnout aus der Arbeitsumgebung erwächst, hat Compassion Fatigue (Mitgefühlsermüdung) eine andere Quelle. Dieser Zustand trifft vor allem Menschen in helfenden Berufen – von Pflegekräften bis zu Therapeuten. Er entsteht durch die ständige Konfrontation mit dem Leid anderer.

Die Symptome können plötzlicher auftreten als beim schleichenden Burnout und ähneln einer posttraumatischen Belastungsstörung: emotionale Taubheit, verlorenes Mitgefühl und aufdringliche Gedanken.

Warum die Unterscheidung so wichtig ist

Die Berkeley-Ergebnisse sind ein Weckruf: Technologie allein löst keine strukturellen Probleme. Die Pandemie hat die psychische Belastung in vielen Jobs bereits massiv erhöht. KI könnte diesen Trend nun unbeabsichtigt verstärken.

Die klare Trennung der Syndrome ist entscheidend für wirksame Gegenmaßnahmen. Burnout erfordert oft organisatorische Veränderungen, etwa bei der Arbeitslast. Bei Compassion Fatigue braucht es dagegen spezifische Strategien zur emotionalen Verarbeitung und Abgrenzung.

Die Forderung der Experten ist klar: Die Einführung von KI muss von einer neue Kultur der mentalen Gesundheit begleitet werden. Die Fähigkeit von Führungskräften, diese feinen Unterschiede zu erkennen, wird zum entscheidenden Faktor für gesunde und erfolgreiche Teams.

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