KI-Agenten schaffen Raum für tiefe Konzentration
19.02.2026 - 15:23:12 | boerse-global.deDeep Work wird neu definiert – durch KI. Aktuelle Daten und Ankündigungen zeigen: Künstliche Intelligenz schafft die Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten, statt sie zu zerstören. Der Übergang von generativer zu „agentischer“ KI zeigt erste messbare Effekte in der Arbeitswelt.
NHS-Daten: Produktivitätssprung dank KI
Der Beweis kommt aus der Praxis. Der britische National Health Service (NHS) veröffentlichte diese Woche aktualisierte Produktivitätsdaten. Sie zeigen einen Anstieg von insgesamt 3,5 Prozent.
Besonders sticht der Bereich der psychischen Gesundheitsdienste hervor: Hier schnellte die Produktivität um 7,8 Prozent nach oben. Analysten führen dies auf neue Technologien zurück, die administrative Lasten reduzieren. Klinisches Personal gewinnt so mehr Zeit für die direkte Patientenversorgung – die eigentliche „Deep Work“. Diese Zahlen sind einer der ersten groß angelegten Belege, dass digitale Transformation in komplexen Organisationen wirkt.
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Google setzt auf „Deep Think“
Parallel dazu richtet die Tech-Branche den Fokus neu aus. Google kündigte diese Woche den Termin für seine Entwicklerkonferenz I/O 2026 an. Sie findet am 19. und 20. Mai statt.
Im Zentrum stehen dürften Modelle wie „Gemini 3 Deep Think“. Diese „Thinking Models“ zielen nicht auf schnelle Antworten, sondern simulieren komplexe Problemlösungen über längere Zeit. Für Wissensarbeiter könnte das eine Entlastung bedeuten: Die KI übernimmt analytische Vorarbeit und wird zum Sparringspartner. Google positioniert seine Plattformen damit zunehmend als Werkzeuge für tiefe kognitive Arbeit.
Philips spart Milliarden durch Automatisierung
Dass sich der Fokus auf wertschöpfende Arbeit auch finanziell lohnt, zeigt ein Blick in die Unternehmensbilanzen. Der Medizintechnikkonzern Philips veröffentlichte kürzlich seine Jahresergebnisse.
Demnach realisierte das Unternehmen 2025 Produktivitätseinsparungen von 0,8 Milliarden Euro. Ein Dreijahresziel von 2,5 Milliarden Euro wurde damit erreicht. Für die Periode bis 2028 sind weitere 1,5 Milliarden Euro geplant. Produktivität entsteht heute nicht durch schnelleres Arbeiten, sondern durch das Eliminieren ineffizienter Prozesse. Für Mitarbeiter bleibt mehr Raum für echte „Deep Work“.
Vom Assistenten zum aktiven Agenten
Die Ereignisse markieren einen Wendepunkt. War KI zuvor oft eine Quelle der Ablenkung, wird sie nun zum Beschützer der Konzentration. Der Trend geht klar zur „Agentic AI“ – Systemen, die autonom Aufgabenketten erledigen.
Wenn KI-Agenten die administrative Hintergrundmusik eines Arbeitstages übernehmen, befreit das das menschliche Gehirn vom ständigen Aufgabenwechsel. Die Gefahr der Ablenkung durch Technologie wird so durch fortschrittlichere Technologie bekämpft. Eine paradoxe, aber wirksame Entwicklung.
Die neue Schlüsselkompetenz: Agentic Management
Was bedeutet das für die Zukunft? In den kommenden Monaten werden „Deep Think“-Fähigkeiten in alltägliche Software integriert. Nach Googles Ankündigung dürften Microsoft und Apple nachziehen.
Für Wissensarbeiter verschiebt sich die Herausforderung. Es geht nicht mehr nur um die Disziplinierung der eigenen Aufmerksamkeit. Die neue Schlüsselfähigkeit heißt „Agentic Management“ – die geschickte Orchestrierung digitaler Helfer. Diese Agenten schaffen erst den mentalen Freiraum, den tiefe Konzentration braucht. Organisationen, die diesen Übergang jetzt meistern, dürften deutliche Wettbewerbsvorteile erlangen.
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