KI-Agenten, Rechtsbranche

KI-Agenten revolutionieren die Rechtsbranche

13.01.2026 - 01:21:12

KI wird zum Standardwerkzeug in Kanzleien und Justitiariaten. Im Jahr 2026 vollzieht sich ein fundamentaler Wandel: Ausgefeilte KI-Systeme, die komplexe Aufgabenketten eigenständig bearbeiten, durchdringen den Alltag von Anwälten. Sie verändern nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern auch das Geschäftsmodell der gesamten Branche.

Der entscheidende Fortschritt ist der Übergang zu agentischer KI. Statt einzelner, isolierter Helfer arbeiten nun spezialisierte KI-Agenten wie ein Team zusammen. Ein einziges System übernimmt den gesamten Workflow – von der Recherche über das Verfassen von Dokumenten bis zur Überprüfung von Zitaten. Diese Plattformen lernen Nutzerpräferenzen, antizipieren nächste Schritte und schlagen Arbeitsergebnisse vor, stets mit nachvollziehbarer Begründung.

Führende Anbieter von Legal Tech bringen solche Multi-Agenten-Plattformen in diesem Jahr auf den Markt. Die Entwicklung ist Teil eines größeren Trends: Analysten prognostizieren, dass bis zu 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen 2026 über solche KI-Agenten verfügen werden. Ein dramatischer Anstieg gegenüber lediglich fünf Prozent in der Vergangenheit.

Nahtlose Integration in Microsoft Word als Game-Changer

Die Akzeptanz wird vor allem durch eine tiefe Integration in bestehende Arbeitsumgebungen beschleunigt. Die KI-Funktionen sind direkt in Microsoft Word und andere Microsoft-365-Anwendungen eingebettet. Anwälte müssen ihre gewohnte Arbeitsumgebung nicht verlassen, um leistungsstarke KI zu nutzen.

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Rechtstechnologie-Firmen bieten ihre KI als Add-ins für Word und Outlook an. So lassen sich automatisch erste Entwürfe generieren, Recherchen mit überprüfbaren Quellen beschleunigen und die Einhaltung firmeneigener Standards sicherstellen – alles innerhalb des Dokuments. Diese nahtlose Einbindung überwindet die typischen Hürden bei der Einführung neuer Technologien.

Effizienzgewinne und neue Rollenverteilung

Die Konsequenzen sind weitreichend. Routinetätigkeiten, die traditionell von Berufsanfängern und Paralegals erledigt wurden – wie erste Dokumentenprüfungen oder Standardrecherchen – werden nun von KI unterstützt oder automatisiert. Das ermöglicht ein partnergeführtes, expertenzentriertes Dienstleistungsmodell. Kunden zahlen zunehmend für strategische Beratung und hohe juristische Urteilskraft, nicht für die Stundenzahl bei Routineaufgaben.

Die Effizienzgewinne sind beträchtlich. Anwender berichten von erheblichen Zeitersparnissen. Schätzungen zufolge kann KI pro Anwalt jährlich hunderte Arbeitsstunden freisetzen, die für manuelles Verfassen und Prüfen aufgewendet wurden. In Due-Diligence-Prüfungen bei Fusionen und Übernahmen hat der KI-Einsatz die Bearbeitungszeit bereits drastisch reduziert.

Regulatorische Herausforderungen und „governed AI“

Der Aufstieg der agentischen KI wirft jedoch kritische Fragen auf. Themen wie Haftung, ethische Aufsicht und Datenschutz rücken in den Fokus. Regulierungsbehörden werden aktiv. Das britische Information Commissioner’s Office (ICO) veröffentlichte kürzlich einen Bericht zu den Datenschutzimplikationen und betonte die Risiken für die menschliche Verantwortung nach der DSGVO.

Die Antwort ist der Trend zur „governed AI“. Systeme werden zunehmend mit Nachvollziehbarkeit, Erklärbarkeit und Rückverfolgbarkeit als Kernanforderungen entwickelt. Die Branche priorisiert KI, die in strukturierten, protokollierten Prozessen arbeitet, anstatt nach maximaler Autonomie zu streben. Gleichzeitig etablieren Anwaltskammern klare ethische Leitlinien. Der ungeprüfte Einsatz öffentlicher KI-Tools für Mandantenarbeit gilt bereits als Regelverstoß. Der Konsens ist klar: KI soll das Urteil erfahrener Juristen ergänzen, nicht ersetzen.

Ausblick: KI als standardisierte Produktivitätsschicht

Die Integration wird sich weiter vertiefen. KI wird zur standardmäßigen Produktivitätsschicht für viele Rechtsabteilungen und Kanzleien. Die Agenten werden immer besser in der Lage sein, nuancenreiche juristische Argumentationen zu verstehen und nahtlos mit anderen Systemen zu interagieren.

Vorausschauende Kanzleien werden über die Bereitstellung von Einzelberatung hinausgehen. Stattdessen werden sie Systeme anbieten, die ihr juristisches Wissen in wiederverwendbare, KI-gestützte Workflows einbetten, auf die Mandanten täglich zurückgreifen können. So skalieren sie ihre Expertise effektiver als durch bloße Stundenabrechnung. Die Kanzleien, die diese Werkzeuge am erfolgreichsten in ihre Kernprozesse integrieren, werden ihren Mandanten künftig schnellere, präzisere und wertvollere Ergebnisse liefern.

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