KI-Agenten, Schatten-IT

KI-Agenten: Die neue Schatten-IT bedroht Unternehmenssicherheit

10.02.2026 - 02:52:12

Studien zeigen massive Sicherheitslücken in KI-Agenten und ihren Skills. Experten warnen vor unkontrollierbarer Schatten-KI und fordern dringend robuste Governance-Frameworks.

Autonome KI-Systeme breiten sich rasant aus – doch ihre Sicherheitsvorkehrungen hinken dramatisch hinterher. Experten warnen vor einer neuen Art von Lieferketten-Krise und unkontrollierbarer Schatten-IT, die deutsche Unternehmen vor fundamentale Herausforderungen stellt.

Eine aktuelle Studie von Keyfactor zeigt das Ausmaß der Sorge: 69 Prozent der Cybersicherheitsexperten halten Schwachstellen in autonomen KI-Agenten für bedrohlicher als den Missbrauch von KI durch Menschen. Das Risiko verlagert sich damit von externen Angreifern in die eigene, oft unzureichend gesicherte KI-Infrastruktur hinein.

Giftige Skills: Die neue Lieferketten-Krise

Besonders alarmierend ist die Anfälligkeit des Ökosystems, das diese KI-Agenten antreibt. Eine Untersuchung des Sicherheitsspezialisten Snyk vom 6. Februar 2026 analysierte fast 4.000 sogenannte „Skills“ – Module, die KI-Agenten mit externer Software interagieren lassen. Das Ergebnis: Mehr als ein Drittel (36,8 Prozent) wies mindestens eine Sicherheitslücke auf.

Die Forscher entdeckten 76 aktive Schad-Payloads, die auf den Diebstahl von Zugangsdaten, das Installieren von Hintertüren oder das Abgreifen von Daten ausgelegt sind. Acht dieser schädlichen Skills waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch öffentlich verfügbar. Experten sehen Parallelen zu den Anfängen offener Code-Repositories, die sich schnell zu Brutstätten für schadhaften Code entwickelten.

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Explodierende Komplexität und fehlende Kontrolle

Die Geschwindigkeit der KI-Einführung übertrifft die Entwicklung von Kontrollmechanismen bei weitem. Ein Bericht von Zscaler zeigt, dass sich die Anzahl der Anwendungen mit KI-Transaktionen in Unternehmen auf über 3.400 vervierfacht hat. Gleichzeitig stieg das Datenvolumen, das an KI-Anwendungen fließt, um 93 Prozent.

Diese explosionsartige Zunahme führt zu mangelnder Transparenz. In vielen Firmen laufen KI-Initiativen dezentral und ohne zentrale Vorgaben ab. Was passiert, wenn diese Agenten eigenständig handeln? Fehlentscheidungen einer KI können weitaus schneller und weitreichender skalieren als menschliche Fehler. Experten warnen vor der Entstehung einer unkontrollierten „Schatten-KI“, die außerhalb des Wissens und der Kontrolle der IT-Abteilungen agiert.

Die gefährliche Wahrnehmungslücke im Management

Trotz der offensichtlichen Risiken klafft eine gefährliche Lücke zwischen Erkenntnis und Handeln. Zwar gilt die Sicherheit von KI-Agenten auf Vorstandsebene oft als Priorität. Doch 55 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen geben an, dass ihre Führungskräfte die konkreten Risiken nicht ernst genug nehmen.

Die Herausforderung ist klar: KI-Governance muss mit derselben Strenge in die Unternehmensführung integriert werden wie Finanzen oder operative Abläufe. Ohne klare Regeln, wer KI-Agenten beauftragen, freigeben oder stoppen darf, etabliert sich ein innovationsgetriebener, aber unkontrollierbarer Parallelbetrieb. 85 Prozent der Experten gehen davon aus, dass digitale Identitäten für KI-Agenten in fünf Jahren so alltäglich sein werden wie für Menschen – die Grundlagen dafür fehlen jedoch heute.

Paradigmenwechsel: Alte Sicherheitsmodelle versagen

Die Bedrohung markiert einen fundamentalen Wandel. Traditionelle Sicherheitsmodelle, die für statische Software entwickelt wurden, sind nicht mehr ausreichend. Die Autonomie und Lernfähigkeit der KI selbst werden zur potenziellen Schwachstelle.

Angreifer nutzen KI bereits, um adaptive Malware zu entwickeln. Prognosen für 2026 deuten darauf hin, dass autonome KI-Agenten immer größere Teile von Cyberangriffen übernehmen werden – von der Aufklärung bis zur Verhandlung von Lösegeldforderungen. Das erfordert von Unternehmen eine deutlich gesteigerte Resilienz.

Handlungsdruck: Governance als Führungsaufgabe

Die Zukunft der Unternehmenssicherheit hängt von robusten Governance-Frameworks für KI ab. Dies ist keine rein technische, sondern vor allem eine Führungsaufgabe. Unternehmen müssen dringend in mehrschichtige Sicherheitsstrategien investieren.

Dazu gehören die strikte Isolierung von KI-Agenten in Sandboxes, die Entwicklung autonomer Verteidigungssysteme und ein kontinuierliches Management der Angriffsflächen. Eine klare KI-Governance schafft Verbindlichkeit und stellt sicher, dass Vertrauen, Kontrolle und Verantwortung im Zentrum des KI-Einsatzes stehen. Ohne sie riskieren Unternehmen nicht nur schwere Sicherheitsvorfälle, sondern den vollständigen Kontrollverlust über ihre eigenen Systeme.

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