KI-Act: Deutsche Unternehmen unter Schulungsdruck
18.01.2026 - 07:01:12Mit der finalen Frist für Hochrisiko-KI-Systeme im August 2026 steigt der Druck auf Firmen spürbar. Die persönliche Haftung von Führungskräften rückt nun in den Fokus.
Berlin – Der Countdown läuft: Bis August 2026 müssen alle Hochrisiko-KI-Systeme in der EU vollständig konform mit dem EU AI Act sein. Die letzten Monate der Übergangsfrist bedeuten für deutsche Unternehmen keinen Aufschub, sondern verschärften regulatorischen Druck. Aktuelle Berichte zeigen ein klares Bild: Neben hohen Bußgeldern droht Führungskräften nun auch persönliche Haftung bei Verstößen. Damit wird die lückenlose und nachweisbare Schulung der Mitarbeiter zur strategischen Top-Priorität für 2026.
Es reicht längst nicht mehr aus, Schulungen einfach nur anzubieten. Die Aufsichtsbehörden erwarten einen prüffähigen Nachweis darüber, wer wann zu welchem System unterwiesen wurde. Die Phase der Schonfrist ist endgültig vorbei.
Bis August 2026 müssen Hochrisiko‑KI-Systeme EU‑weit konform sein – und die persönliche Haftung von Führungskräften nimmt zu. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, welche Pflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen jetzt gelten und wie Sie prüffähige Schulungsprozesse für Compliance, HR und IT einführen. Ideal für Verantwortliche, die schnell handlungsfähige Checklisten brauchen. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden herunterladen
Doppelte Pflicht: Grundverständnis und Systemwissen
Die Vorgaben des AI Acts sind zweistufig. Seit Februar 2025 gilt bereits eine allgemeine KI-Kompetenzpflicht für alle Beschäftigten, die mit KI arbeiten. Sie müssen Grundlagen wie Funktionsweise, mögliche Verzerrungen (Bias) und Datenschutzrisiken verstehen.
Die zweite, anspruchsvollere Stufe betrifft die spezifische Unterweisung für Hochrisiko-KI-Systeme. Hier müssen Anwender detailliert geschult werden – basierend auf den verpflichtenden Herstellerangaben zu Fähigkeiten, Grenzen und Genauigkeit der Systeme. Die Verantwortung der Unternehmen ist es, aus diesen Informationen eine praxistaugliche Schulung zu machen.
Personalabteilungen im besonderen Fokus
Besonders heikel wird es in den Personalabteilungen. Viele KI-Tools für Bewerberauswahl, Leistungsbewertung oder Aufgabenverteilung gelten als hochriskant. Ihr Einsatz birgt enorme Diskriminierungsgefahren.
Eine präzise Schulung soll sicherstellen, dass die menschliche Kontrolle wirksam bleibt und Entscheidungen nachvollziehbar sind. In Deutschland kommt hier der Betriebsrat ins Spiel: Bei der Einführung solcher Systeme und der Gestaltung der Schulungen hat er umfassende Mitbestimmungsrechte. Eine frühe und transparente Einbindung ist für Unternehmen daher unverzichtbar, um Konflikte zu vermeiden.
Nachweis ist alles: Vom Papier zur gelebten Praxis
Die bloße Teilnahme an einer Schulung reicht nicht aus. Angesichts von Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes wird die lückenlose Dokumentation zur Existenzfrage. Unternehmen müssen robuste Systeme etablieren, die Schulungsteilnahme, Inhalte und vermitteltes Wissen in Echtzeit erfassen und prüffähig dokumentieren.
Experten raten dringend, die internen Compliance-Prozesse jetzt zu überprüfen und zu optimieren. Nur so ist im Ernstfall der Nachweis für die Behörden schnell erbracht.
Paradigmenwechsel: Der Mensch steht im Mittelpunkt
Der Fokus des AI Acts auf Schulung markiert einen grundlegenden Wandel. Es geht nicht mehr nur um technische Sicherheit, sondern darum, den Menschen als entscheidende Kontrollinstanz zu stärken. Das Ziel ist eine vertrauenswürdige KI, bei der die menschliche Urteilsfähigkeit erhalten bleibt.
Effektive Unterweisung ist der Schlüssel, damit Mitarbeiter KI-Systeme kompetent steuern und deren Ergebnisse kritisch hinterfragen können – anstatt zu bloßen Ausführenden von Algorithmen zu werden.
Handlungsdruck steigt: Jetzt ist die Zeit zu agieren
Die verbleibenden Monate bis August 2026 sind kostbar. Unternehmen sollten sie für drei zentrale Schritte nutzen:
- Eine kritische Bestandsaufnahme aller eingesetzten KI-Systeme und ihrer Risikoklassifizierung.
- Die Überprüfung und Anpassung bestehender Schulungskonzepte an die spezifischen AI-Act-Vorgaben.
- Die Etablierung robuster Dokumentationsprozesse, die einer behördlichen Prüfung standhalten.
Firmen, die jetzt proaktiv handeln und eine Kultur der KI-Kompetenz verankern, tun mehr, als nur Strafen zu vermeiden. Sie stärken nachhaltig das Vertrauen ihrer Mitarbeiter und Kunden in den Einsatz von Zukunftstechnologien.
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