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KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie (PLKGHM000017): Quartalszahlen, Chartsignal und Kupfer-Hausse im Fokus

15.05.2026 - 10:56:10 | ad-hoc-news.de

Frische Quartalszahlen, ein RSI-überkauft-Signal und starke Kursgewinne dank hoher Kupferpreise rücken die KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie in den Fokus. Was steckt hinter der Dynamik beim polnischen Kupferproduzenten und was sollten Anleger zur aktuellen Lage wissen?

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Die Aktie von KGHM Polska Miedz S.A. steht aktuell im Spannungsfeld aus frischen Unternehmenszahlen, einem markanten Chartsignal und stark gestiegenen Metallpreisen. Der polnische Kupfer- und Silberproduzent zählt zu den größten Rohstoffkonzernen Europas und profitiert strukturell von der anhaltenden Nachfrage nach Metallen für Energiewende und Elektromobilität. Gleichzeitig sorgen Schwankungen bei Kupfer-, Silber- und Molybdänpreisen sowie operative Risiken in Minen und Hütten für eine erhöhte Volatilität der KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie.

Ein wichtiger aktueller Trigger ist das technische Chartsignal: Am 13.05.2026 wurde KGHM Polska Miedz in einer Übersicht über überkaufte Werte mit RSI-Signal aufgeführt. Dort wurde für die Aktie bei einem Kurs von 369,00 Zloty ein RSI-überkauft-Signal mit einer Short-Strategie und einer Drei-Monats-Performance von 17,64 Prozent dokumentiert, wie aus einer Signalliste hervorgeht, die auf wallstreetONLINE Stand 13.05.2026 basiert. Technisch orientierte Marktteilnehmer nehmen solche Signale häufig als Hinweis auf eine mögliche Konsolidierung nach einem starken Kursanstieg.

Gleichzeitig rückten in der laufenden Woche die neuen Zwischenzahlen von KGHM in den Fokus. In einem Quartalsterminplan wird für KGHM Polska Miedz die Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal 2026 am 13.05.2026 ausgewiesen, wie ein Überblick zu Unternehmensberichten auf finanzen.net Stand 13.05.2026 zeigt. Für das jüngste gemeldete Quartal hatte KGHM einen Gewinn je Aktie von 1,25 Zloty erzielt, während die vorherige Schätzung bei 3,69 Zloty je Aktie gelegen hatte, was einer negativen Gewinnüberraschung von rund 66,30 Prozent entsprach, wie eine Zusammenstellung von Kennzahlen auf TradingView Stand 10.05.2026 ausweist.

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: KGHM Polska Miedz
  • Sektor/Branche: Bergbau, Kupfer- und Silberproduktion
  • Sitz/Land: Lubin, Polen
  • Kernmärkte: Europa, Nordamerika, ausgewählte internationale Kupfer- und Silbermärkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Kupferkathoden, Silber, Nebenmetalle, Verarbeitung von Erzkonzentraten
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Warschauer Börse (Ticker KGH), Zweitlisting in Frankfurt
  • Handelswährung: Polnischer Zloty (PLN) an der Heimatbörse, Euro an deutschen Handelsplätzen

KGHM Polska Miedz S.A.: Kerngeschäftsmodell

KGHM Polska Miedz ist einer der bedeutendsten integrierten Kupferproduzenten Europas. Das Unternehmen fördert Metallerze, verarbeitet diese in eigenen Hütten und Raffinerien und verkauft die daraus hergestellten Kupferkathoden, Draht- und Halbzeugprodukte an Industriekunden. Neben Kupfer ist KGHM auch ein wichtiger Produzent von Silber sowie weiteren Nebenmetallen wie Gold, Molybdän und Blei, die aus den Erzen gewonnen und vermarktet werden. Durch diese vertikale Integration steuert der Konzern große Teile der Wertschöpfungskette vom Untertageabbau bis zum veredelten Metallprodukt.

Das Geschäftsmodell von KGHM basiert auf der Kombination aus eigenen Lagerstätten, Verarbeitungskapazitäten und Handelsaktivitäten. Im Bergbau betreibt KGHM in Polen mehrere große Kupferschächte im Kupfergürtel von Niederschlesien, ergänzt um Beteiligungen an internationalen Projekten, unter anderem in Nord- und Südamerika. Die gewonnenen Erze werden in den eigenen Hütten zu Kupferkonzentraten, Anoden und Kathoden verarbeitet. Ein Teil der Produktion wird weiter zu Walzprodukten und Speziallegierungen veredelt, um höhere Margen zu erzielen. Zudem verkauft KGHM Nebenprodukte wie Silberbarren und Industriegold an Kunden aus der Elektronik-, Automobil- und Schmuckindustrie.

Die Erlösstruktur des Konzerns ist stark von den Weltmarktpreisen für Kupfer und Silber abhängig. Diese werden an internationalen Metallbörsen wie der London Metal Exchange und der Comex gebildet und schwanken je nach Konjunktur, Lagerbeständen, spekulativen Positionen und geopolitischen Faktoren. Die Profitabilität von KGHM hängt daher maßgeblich vom Verhältnis aus realisierten Metallpreisen und den Produktionskosten je Tonne Kupfer ab. Steigende Energie-, Lohn- und Materialkosten können die Marge belasten, während höhere Metallpreise und eine hohe Anlagenauslastung die Ergebnislage verbessern.

Finanziell betrachtet wies KGHM in einer aktuellen Kennzahlenübersicht ein EBITDA von rund 5,89 Milliarden Zloty und eine EBITDA-Marge von knapp 15,99 Prozent aus, wie die auf Rohstoffunternehmen spezialisierte Datenseite von TradingView Stand 10.05.2026 zeigt. Diese Marge verdeutlicht, dass KGHM trotz der zyklischen Natur des Metallgeschäfts eine solide operative Ertragskraft besitzt, die allerdings stark mit den Preiszyklen am Metallmarkt schwankt.

Ein weiterer Baustein des Geschäftsmodells sind langfristige Lieferverträge mit industriellen Abnehmern in Europa und darüber hinaus. Solche Verträge dienen dazu, Volumina zu sichern und zum Teil Preisrisiken zu glätten, etwa durch Indexierungen oder Absicherungsgeschäfte. KGHM nutzt darüber hinaus Hedging-Instrumente, um sich gegen extreme Preisrückgänge abzusichern, wenngleich ein vollständiger Schutz gegen Volatilität an den Metallmärkten in der Praxis kaum möglich ist. Der Konzern ist daher gefordert, kontinuierlich die Kostenstruktur zu optimieren und die Ressourceneffizienz zu verbessern, um auch in Phasen niedriger Preise profitabel zu bleiben.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von KGHM Polska Miedz S.A.

Der mit Abstand wichtigste Umsatztreiber für KGHM ist Kupfer. Das Metall wird in Form von Kathoden, Draht und Legierungen in zahlreiche industrielle Anwendungen geliefert. Kupfer spielt eine zentrale Rolle in der Elektrizitätsübertragung, in Elektromotoren, Kabeln, Transformatoren und in der Gebäudetechnik. Zudem ist Kupfer in Elektrofahrzeugen, Ladeinfrastruktur und erneuerbaren Energien unverzichtbar. Der globale Trend zur Dekarbonisierung und Elektrifizierung steigert langfristig die strukturelle Nachfrage nach Kupfer, was dem Geschäftsmodell von KGHM grundsätzlich Rückenwind gibt. Kurzfristig dominieren jedoch makroökonomische Faktoren wie das Wachstum in China, den USA und Europa die Preisentwicklung.

Neben Kupfer ist Silber ein bedeutender Ergebnistreiber. KGHM zählt zu den größeren Silberproduzenten weltweit und gewinnt das Edelmetall als Beiprodukt aus seinen Kupfererzen. Silber wird zunehmend für industrielle Anwendungen etwa in Photovoltaik, Elektronik und Medizintechnik verwendet, bleibt aber auch als Anlage- und Schmuckmetall gefragt. Positive Silberpreistrends können das Ergebnis von KGHM stützen, ohne dass dafür zusätzliche große Investitionen in neue Minen erforderlich wären, da Silber im bestehenden Produktionsprozess anfällt. Dies verleiht dem Konzern eine gewisse Diversifikation innerhalb des Metallsegments.

Die Profitabilität der wichtigsten Produkte spiegelt sich in den Finanzergebnissen wider. Für das jüngste verfügbare Quartal wurde ein Reinertrag von 249 Millionen Zloty ausgewiesen, nach 330 Millionen Zloty im unmittelbar vorherigen Quartal, was einem Rückgang von rund 24,55 Prozent entspricht, wie es in den konsolidierten Kennzahlen auf TradingView Stand 10.05.2026 dokumentiert ist. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie lag im gleichen Berichtszeitraum bei 1,25 Zloty, während der Markt zuvor mit 3,69 Zloty gerechnet hatte. Diese Zahlen zeigen, dass Kostenfaktoren, metallpreisbedingte Margenschwankungen oder Sondereffekte kurzfristig das Nettoergebnis deutlich beeinflussen können.

Ein weiterer Umsatztreiber sind Nebenmetalle wie Molybdän und Gold. Diese Metalle werden in speziellen Industrien nachgefragt, etwa im Maschinenbau, in der Chemie oder in der Luft- und Raumfahrt. Ihr Beitrag zum Gesamtumsatz ist im Vergleich zu Kupfer und Silber geringer, sie können aber in Phasen hoher Spezialmetallpreise einen spürbaren Beitrag zur Ergebnissituation leisten. Darüber hinaus zeigt sich KGHM auch im Bereich Recycling aktiv: Die Verarbeitung von Sekundärrohstoffen und Altmetallen zu neuen Kupferprodukten kann dazu beitragen, zusätzliche Margen zu generieren und regulatorischen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zu entsprechen.

Für die Umsatzseite spielt zudem die geografische Diversifikation der Produktionsstätten eine Rolle. KGHM verfügt neben seinen polnischen Anlagen über internationale Beteiligungen, etwa an Kupferminen in Nord- und Südamerika. Diese Assets ergänzen die heimische Produktion und können in einzelnen Phasen von differenzierten Kostenstrukturen oder Währungsrelationen profitieren. Gleichzeitig bergen sie politische, regulatorische und operationelle Risiken in den jeweiligen Förderländern. Die Steuerung dieses Portfolios ist für die langfristige Wertentwicklung der KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie zentral.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die globale Kupferbranche befindet sich in einem Spannungsfeld aus wachsender Nachfrage und begrenzt wachsendem Angebot. Analysten und Branchenbeobachter verweisen seit einiger Zeit auf einen möglichen strukturellen Angebotsengpass im Kupfermarkt, falls bestehende Minen nicht ausreichend erweitert und neue Projekte nur verzögert in Betrieb genommen werden. Gründe dafür sind strengere Umweltauflagen, steigende Projektkosten und längere Genehmigungsverfahren. Vor diesem Hintergrund profitieren etablierte Produzenten mit bestehenden Kapazitäten wie KGHM von potenziell höheren realisierten Preisen, sofern sie ihre Fördermengen stabil halten oder ausbauen können.

Im Wettbewerbsumfeld steht KGHM großen globalen Rohstoffkonzernen gegenüber, darunter internationale Kupferproduzenten aus Lateinamerika, Nordamerika und Asien. Während diese Wettbewerber teils über ein größeres Projektportfolio und eine breitere Diversifikation über verschiedene Rohstoffe hinweg verfügen, punktet KGHM mit einer starken Position im heimischen polnischen Kupfergürtel und einer engen Einbindung in europäische Lieferketten. Die Nähe zu industriellen Abnehmern im europäischen Binnenmarkt kann in Zeiten gestörter globaler Lieferketten einen Wettbewerbsvorteil darstellen, etwa durch kürzere Transportwege und stabilere Versorgungssicherheit.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die zunehmende Bedeutung von ESG-Kriterien im Rohstoffsektor. Investoren und Abnehmer legen verstärkt Wert auf Umweltstandards, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung. Bergbauunternehmen stehen in der Pflicht, ihre CO2-Emissionen zu senken, Wasser- und Energieverbrauch effizienter zu gestalten und hohe Arbeitssicherheitsstandards einzuhalten. KGHM adressiert diese Themen in seinen Nachhaltigkeitsberichten und muss als Betreiber tiefgreifender Untertageanlagen auch weiterhin in Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen investieren, um regulatorische Risiken zu reduzieren und Zugang zu institutionellem Kapital zu sichern.

Die Profitabilität von KGHM wird zusätzlich durch Währungseffekte beeinflusst. Da die Kostenbasis überwiegend in polnischem Zloty anfällt, die Metallpreise aber global in US-Dollar notiert werden, profitiert der Konzern in der Regel von einem schwächeren Zloty gegenüber dem Dollar. Umgekehrt können Währungsaufwertungen die Wettbewerbsposition unter Druck bringen. Für Anleger bedeutet dies, dass neben den Metallpreisen auch Wechselkursentwicklungen zwischen Zloty, Euro und US-Dollar die Bewertung der KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie prägen.

Warum KGHM Polska Miedz S.A. für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist KGHM aus mehreren Gründen interessant. Zum einen ist die Aktie an deutschen Handelsplätzen handelbar: In einer Branchenübersicht für die Stahl- und Metallindustrie wird KGHM Polska Miedz mit einem Kurs von 86,95 Euro und einem Tagesminus von 0,61 Prozent im Handel an der Frankfurter Börse aufgeführt, wie Kursdaten auf finanzen.net Stand 14.05.2026 zeigen. Damit ist der Wert in der Praxis für deutsche Privatanleger über gängige Broker und Banken zugänglich, ohne dass ein direkter Zugang zur Warschauer Börse erforderlich wäre.

Zum anderen bietet KGHM als Kupfer-, Silber- und Nebenmetallproduzent einen direkten Bezug zu Themen wie Energiewende, Elektromobilität und Infrastrukturinvestitionen. Während viele große Kupferproduzenten ihren Sitz in Lateinamerika oder Nordamerika haben, liefert KGHM als europäischer Player eine regionale Diversifikation. Zudem spielt Polen als wichtiger Produktionsstandort und EU-Mitgliedsstaat eine wachsende Rolle in europäischen Lieferketten. Für Anleger, die auf langfristige Trends im Rohstoff- und Industriebereich setzen, kann ein Blick auf die KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie daher eine Ergänzung zu anderen Sektoren darstellen.

Hinzu kommt, dass KGHM mit einer Marktkapitalisierung von rund 38,05 Milliarden Zloty zu den größeren börsennotierten Unternehmen in Mittel- und Osteuropa gehört, wie eine Kapitalisierungsübersicht auf TradingView Stand 10.05.2026 zeigt. Die Aktie wird zudem von verschiedenen internationalen Analystenhäusern beobachtet, was eine kontinuierliche Berichterstattung über Ergebnisse, Strategie und Risikofaktoren sicherstellt. Für deutsche Anleger kann dies die Informationsbasis verbreitern, insbesondere in Kombination mit den englischsprachigen Investor-Relations-Materialien des Unternehmens.

Aus Portfoliosicht kann die Aktie von KGHM eine Rolle in Strategien spielen, die gezielt auf zyklische Komponenten setzen. Kupfer- und Silberkonzerne neigen dazu, in Aufschwungphasen überdurchschnittlich zu profitieren, während sie in konjunkturellen Schwächephasen unter Druck geraten können. Eine Beimischung solcher Titel kann das Gesamtrisiko eines Portfolios erhöhen, zugleich aber die Chancen in Phasen starker Rohstoffmärkte verbessern. Für deutsche Anleger, die bereits stark in heimische Indizes oder defensive Sektoren investiert sind, kann ein Wert wie KGHM daher eine Möglichkeit zur geografischen und sektoralen Streuung darstellen.

Welcher Anlegertyp könnte KGHM Polska Miedz S.A. in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

KGHM eignet sich in der Regel eher für Anleger, die mit den Schwankungen am Rohstoffmarkt vertraut sind und zyklische Kursbewegungen akzeptieren. Kurzfristige Kursausschläge sind im Rohstoffsektor keine Ausnahme. Bei KGHM zeigte sich zuletzt eine monatliche Kursperformance von 34,51 Prozent, während der Kurs im Jahresvergleich um 24,19 Prozent gestiegen war, wie Performancezahlen auf TradingView Stand 10.05.2026 ausweisen. Solche Bewegungen verdeutlichen, dass der Titel Chancen auf signifikante Wertzuwächse bietet, aber auch Rückschlagsrisiken birgt, wenn Metallpreise oder Marktstimmung drehen.

Für konservative Anleger mit Fokus auf stabile Dividendenströme und geringe Volatilität kann die KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie dagegen als vergleichsweise risikoreich gelten. In einer Datenauswertung wird die Volatilität der Aktie mit rund 1,70 Prozent und der Beta-Koeffizient mit etwa 1,35 angegeben, was darauf hindeutet, dass KGHM tendenziell stärker schwankt als der Gesamtmarkt, wie es in den Risikokennzahlen auf TradingView Stand 10.05.2026 dokumentiert ist. Anleger mit einem sehr defensiven Risikoprofil sollten dies berücksichtigen und den Anteil solcher Titel im Portfolio begrenzen.

Für Anleger mit mittelfristigem Horizont können insbesondere die strukturellen Trends in Richtung Energiewende und Elektrifizierung interessant sein. Wenn die Nachfrage nach Kupfer und Silber auch in den kommenden Jahren hoch bleibt und neue Projekte nur verzögert an den Markt kommen, könnte KGHM als etablierter Produzent profitieren. Gleichzeitig müssen Investoren aber Reserven, Förderkosten, Investitionsbedarf und politische Rahmenbedingungen in Polen und anderen Förderländern im Auge behalten. Wer bereit ist, diese Faktoren langfristig zu beobachten und kursschwächere Phasen auszuhalten, könnte ein Engagement in einem Rohstoffwert wie KGHM eher in Betracht ziehen.

Risiken und offene Fragen

Die KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie ist einer Reihe spezifischer Risiken ausgesetzt, die über die üblichen Marktschwankungen hinausgehen. Auf der operativen Seite bestehen Risiken im Zusammenhang mit dem Untertageabbau, darunter geologische Unsicherheiten, potenzielle Störungen in der Förderung sowie die Notwendigkeit hoher Sicherheitsstandards für die Belegschaft. Zwischenfälle in Minen können nicht nur zu Produktionsausfällen, sondern auch zu Reputationsschäden und regulatorischen Konsequenzen führen. Zudem sind Bergbauprojekte kapitalintensiv, und Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen bei Erweiterungsprojekten können die Rendite beeinträchtigen.

Ein weiteres zentrales Risiko betrifft die Metallpreise. Kupfer- und Silberpreise reagieren empfindlich auf globale Konjunkturerwartungen, Industrieproduktion und Finanzmarktstimmung. In Phasen wirtschaftlicher Eintrübung oder steigender Zinsen kann die Nachfrage nach Industriemetallen nachlassen, was Druck auf die Preise ausübt. Da KGHM laut den jüngsten Quartalskennzahlen bereits mit einer deutlichen Gewinnabweichung gegenüber den Analystenschätzungen konfrontiert war, wie die EPS-Daten von 1,25 Zloty gegenüber der Erwartung von 3,69 Zloty für das jüngste Quartal zeigen, könnte ein weiterer Rückgang der Metallpreise die Ergebnissituation zusätzlich belasten.

Hinzu kommen politische und regulatorische Risiken. Der polnische Staat ist über verschiedene Strukturen maßgeblich an KGHM beteiligt. Änderungen der Rohstoffbesteuerung, Umweltauflagen oder arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen können direkte Auswirkungen auf die Profitabilität haben. Zudem ist das Unternehmen den Entwicklungslinien der Energiepolitik ausgesetzt, da der Bergbau energieintensiv ist und steigende Strompreise die Kostenbasis erhöhen können. Internationale Engagements bringen weitere politische Risiken, etwa in Bezug auf Lizenzsicherheit, lokale Umweltproteste oder Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Förderländern.

Offene Fragen betreffen unter anderem den zukünftigen Investitionsbedarf in neue Projekte und technologischen Fortschritt. Um die Reservenbasis zu erhalten und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind kontinuierliche Exploration und Modernisierung notwendig. Investoren werden in den kommenden Jahren genau darauf achten, wie KGHM das Verhältnis von Investitionsprogrammen, Verschuldung und Ausschüttungen ausbalanciert. Transparente Kommunikation im Rahmen der Investor-Relations-Aktivitäten spielt hierbei eine wichtige Rolle, wozu der Konzern auf seiner englischsprachigen IR-Seite Informationsmaterial bereitstellt, das über den IR-Bereich von KGHM Stand 08.05.2026 abrufbar ist.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Die Terminlage ist für die Kursentwicklung der KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie von hoher Bedeutung. Im Mittelpunkt steht die Veröffentlichung weiterer Quartals- und Halbjahreszahlen. Der Kalender zu Unternehmensberichten auf finanzen.net Stand 13.05.2026 weist für KGHM die Bekanntgabe der Zahlen zum ersten Quartal 2026 am 13.05.2026 aus. In der Folge dürften auch die Termine für die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen und Neunmonatsberichte Impulse liefern, da dann aktualisierte Daten zu Umsatz, EBITDA, Nettoergebnis und möglicherweise angepassten Prognosen vorliegen. Investoren werden diese Termine nutzen, um Annahmen zu Metallpreisen, Kostenentwicklung und Investitionsplänen zu überprüfen.

Weitere mögliche Katalysatoren sind Unternehmensentscheidungen zu Dividendenpolitik, Investitionsprojekten und potenziellen Akquisitionen oder Desinvestitionen. Sollte KGHM neue Projekte im Ausland ankündigen, Partnerschaften eingehen oder bestehende Beteiligungen restrukturieren, könnte dies die Wahrnehmung des Risikoprofils und des Wachstumspotenzials beeinflussen. Auf der Marktseite kann die Entwicklung des Kupferpreises selbst zum wichtigsten kurzfristigen Treiber werden. Starke Preissprünge nach oben oder unten werden häufig direkt in den Kursverläufen von Kupferproduzenten sichtbar. Hinzu kommen makroökonomische Daten aus China, den USA und Europa, die als Proxy für die Industrienachfrage nach Kupfer gelten und damit indirekt die Erwartungen an die Ertragskraft von KGHM prägen.

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Fazit

Die KGHM Polska Miedz S.A.-Aktie steht derzeit unter dem Eindruck mehrerer gegenläufiger Einflüsse. Auf der einen Seite sorgen eine starke Kursentwicklung der vergangenen Monate, ein dokumentiertes RSI-überkauft-Signal und eine Ergebnisabweichung im jüngsten Quartal für eine erhöhte Aufmerksamkeit hinsichtlich möglicher Rückschlagsrisiken. Auf der anderen Seite profitiert das Unternehmen strukturell von der langfristig wachsenden Nachfrage nach Kupfer und Silber im Zuge der globalen Energiewende und Elektrifizierung. Für Anleger in Deutschland, die sich mit der Volatilität von Rohstoffwerten arrangieren und die Entwicklungen bei Metallpreisen, Kostenstruktur und Regulierung im Blick behalten, bleibt KGHM ein zyklischer Titel mit klar erkennbarem Rohstoffbezug und einer verankerten Position im europäischen Metallsektor.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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