KfW startet mit milliardenschwerem Deutschlandfonds ins neue Jahr
04.02.2026 - 12:43:12Die staatliche Förderbank KfW setzt 2026 auf einen radikalen Strategiewechsel. Kern ist der neue Deutschlandfonds, der mit Milliarden aus öffentlicher Hand private Investitionen für den Mittelstand mobilisieren soll. Das gab der Vorstand heute auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt bekannt – und legte zugleich Rekordzahlen für 2025 vor.
Rekordförderung und neue strategische Ausrichtung
Das Geschäftsjahr 2025 schloss die KfW mit einem Fördervolumen von 98 Milliarden Euro ab. Das Inlandsgeschäft legte dabei um mehr als ein Drittel auf 61 Milliarden Euro zu. „Wir stellen uns umfassend neu auf, um die wirtschaftlichen Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts zu meistern“, erklärte Vorstandschef Stefan Wintels.
Die neue Strategie fußt auf drei Säulen: der Stärkung des Inlandsgeschäfts, der Optimierung des Auslandsengagements und der Beschleunigung von Förderprozessen. Damit unterstützt die Bank gezielt die Modernisierungsagenda der Bundesregierung und will Finanzierungslücken für Gründer und etablierte KMU in den Schlüsselbereichen Energie und Technologie schließen.
Die Ausweitung der KfW‑Förderung auf Verteidigungs‑ und Dual‑Use‑Technologien eröffnet zwar neue Finanzierungschancen – sie bringt Unternehmen zugleich komplexe Export‑ und Genehmigungsauflagen. Wer technische Komponenten falsch einstuft, riskiert teure Verzögerungen oder Sanktionen. Ein praxisnaher, kostenloser Leitfaden erklärt, welche Güter betroffen sind, wie Sie Genehmigungspflichten prüfen und typische Fehler vermeiden. Kostenlosen Dual‑Use‑Leitfaden herunterladen
Deutschlandfonds: Hebel für private Milliardeninvestitionen
Das Herzstück der Neuausrichtung ist der vollständige Start des Deutschlandfonds. Das Instrument wurde Ende 2025 von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgestellt. Der Bund stellt etwa 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien bereit.
Dieses Kapital soll als Hebel wirken: Die KfW rechnet damit, insgesamt rund 130 Milliarden Euro Investitionsvolumen zu mobilisieren, indem private Investoren durch Risikoteilung zum Mitfinanzieren bewegt werden. Gefördert werden sollen vor allem Energieinfrastruktur, Rohstoffsicherung und industrielle Modernisierung.
Für Gründer und Mittelständler bringt der Fonds neue Finanzierungsinstrumente. So wird etwa KfW Capital, das Venture-Capital-Arm der Bank, das Programm „Scale-up Direct“ verwalten. Dabei beteiligt sich die Bank direkt an wachstumsstarken Start-ups – gemeinsam mit privaten Investoren. Im Fokus stehen sogenannte Deep-Tech-Branchen wie Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Verteidigungstechnologie.
Technologische Souveränität als Ziel
Ein zentrales Thema der Neuausrichtung ist die technologische Souveränität Deutschlands. Ein Schlüsselinstrument dafür ist das neue „First-of-a-kind“-Darlehen (FOAK). Es soll hardware-lastigen Start-ups helfen, die oft in der „Tal-des-Todes“-Phase scheitern, wenn die erste Serienproduktion finanziert werden muss.
Die explizite Einbeziehung von Verteidigungstechnologie (DefenceTech) und Dual-Use-Anwendungen markiert eine bedeutende Erweiterung des KfW-Förderauftrags. Ein konkretes Beispiel: KfW Capital beteiligte sich kürzlich erstmals direkt an Quantum Systems, einem Münchner Drohnen-Technologieunternehmen.
Ebenfalls 2026 startet der Rohstofffonds, eine weitere Säule des Deutschlandfonds. Er soll die Lieferketten der deutschen Industrie absichern, indem er Projekte zur Gewinnung und Verarbeitung kritischer Mineralien – im In- und Ausland – finanziert.
Breiter politischer Konsens als Basis
Die Einführung des Fonds basiert auf einer parteiübergreifenden Initiative. Die beteiligten Minister betonen, es handele sich nicht um ein reines Subventionsprogramm, sondern um einen Katalysator für privates Kapital. In einer gemeinsamen Erklärung verwiesen sie auf die revolvierende Struktur des Fonds: Erträge aus erfolgreichen Investitionen fließen zurück in das System und finanzieren so die nächste Gründer-Generation.
Die Nachfrage nach Förderprodukten der KfW wird 2026 voraussichtlich hoch bleiben, besonders wenn die Wachstumsinitiative der Bundesregierung an Fahrt gewinnt. Die langfristige, risikotolerante Finanzierung durch den Deutschlandfonds könnte, so die Einschätzung von KfW Research, ein entscheidender Impuls für eine Belebung der Unternehmensinvestitionen sein.
Der Vorstand bekräftigte zum Abschluss den Anspruch der KfW, als „Bank der Verantwortung“ den Übergang zu einer nachhaltigen und digitalen Wirtschaft zu gestalten – ohne Teile des Mittelstands zurückzulassen.
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