Kanada, KI-Wahlmanipulation

Kanada warnt vor KI-Wahlmanipulation durch Deepfakes

07.02.2026 - 22:53:12

Kanadische Sicherheitsbehörden sehen eine wachsende Bedrohung durch KI-generierte Fälschungen zur Wahlbeeinflussung durch ausländische Akteure und verstärken Abwehrmaßnahmen.

Kanadas Spitzenbeamte schlagen Alarm: Künstliche Intelligenz bedroht zunehmend die Integrität nationaler Wahlen. Vor einem Parlamentsausschuss warnten Sicherheitsexperten diese Woche, ausländische Akteure und Störenfriede könnten täuschend echte KI-Fälschungen nutzen, um Wähler zu manipulieren.

Hyperrealistische Fälschungen als Hauptgefahr

Die größte Sorge gilt hyperrealistischen Deepfakes – künstlich generierten Bildern und Videos. Nathalie Drouin, nationale Sicherheitsberaterin der Premierministerin, und David Morrison, Vize-Außenminister, sagten aus, ausländische Gegner würden diese Technologie voraussichtlich einsetzen. Ihre Einschätzung deckt sich mit Warnungen des kanadischen Geheimdienstes CSE.

Dieser identifiziert China, Russland und Iran als Staaten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-gestützte Werkzeuge für Einmischung nutzen. Dazu gehören Desinformationskampagnen und sogenannte „Hack-and-Leak“-Operationen. Die zunehmende Verfügbarkeit generativer KI ermöglicht es immer mehr Akteuren, überzeugende Fälschungen zu erstellen – ein Trend, der laut CSE „fast sicher zunehmen“ wird.

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Eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft

Als Reaktion hat die Regierung Verteidigungsmaßnahmen gestärkt. Für Abgeordnete wurden Cyber-Briefings und Schulungen entwickelt, um Deepfakes zu erkennen. Doch einfache Lösungen gibt es nicht. Auf die Frage nach Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte verwies Morrison auf die ständige Weiterentwicklung gegnerischer Taktiken.

Die Herausforderung wird durch die Geschwindigkeit verschärft, mit der Falschinformationen erstellt und verbreitet werden können. KI-Tools generieren falsche Inhalte oft schneller, als sie widerlegt werden können. Der Leiter von Elections Canada, Stéphane Perrault, warnte bereits vor der Selbstüberschätzung der Öffentlichkeit beim Erkennen von Deepfakes und sucht den Dialog mit großen Social-Media-Plattformen.

Gesetze gegen Wahlmanipulation existieren

Kanada verfügt durchaus über gesetzliche Werkzeuge. Der Canada Election Act stellt die Nutzung von Deepfake-Audio oder -Video zur Kandidatenimitation mit Wahlbeeinflussungsabsicht unter Strafe. Verstöße können zu hohen Geldstrafen und Haftstrafen führen. Einige Provinzen gehen eigene Wege: Manitoba verabschiedete ein Gesetz mit Bußgeldern von bis zu 20.000 Dollar pro Tag für Wahl-Desinformation, einschließlich Deepfakes.

Dennoch erfordert die rasante KI-Entwicklung ständige Anpassung. Der CSE verzeichnete einen dramatischen Anstieg der KI-Nutzung zur Einmischung in globale Wahlen. Zwischen 2023 und 2024 beobachtete die Behörde 102 gemeldete Fälle, in denen generative KI genutzt wurde, um 41 verschiedene Wahlen weltweit zu beeinflussen – ein signifikanter Sprung gegenüber nur einem Fall zwischen 2021 und 2023.

Blick auf die nächste Bundeswahl

Die Warnungen der Beamten unterstreichen eine neue, unsichere Realität für die nächste kanadische Bundeswahl. Zwar habe man bei der letzten Wahl keine signifikante KI-gestützte Einmischung festgestellt, diese sei aber erwartet worden und werde künftig ein Faktor sein. Der Fokus liegt nun auf dem Aufbau von Resilienz in der gesamten Gesellschaft.

Der CSE schätzt zwar, dass solche Aktivitäten die Integrität der demokratischen Prozesse Kanadas „sehr unwahrscheinlich“ grundlegend untergraben könnten. Das unmittelbare Schlachtfeld ist jedoch die Informationsökosystem. Der Kampf um die Wahrheit und das öffentliche Vertrauen dürfte herausfordernder werden denn je.

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