Kaffeepreis: 396.171 Säcke auf ICE
18.06.2026 - 20:14:56 | boerse-global.de
Brasiliens Kaffeebauern kämpfen gegen die Nässe. Während Meteorologen vor Pilzbefall warnen, kletterten die Preise für Arabica zuletzt auf den höchsten Stand seit Mitte Mai. Der Markt fürchtet eine kurzfristige Versorgungslücke durch Ernteverzögerungen.
Wetterkapriolen und leere Lager
Ein aktives El-Niño-Phänomen sorgt für heftige Regenfälle in den wichtigsten Anbaugebieten. Die Ernte kommt dadurch deutlich langsamer voran als im Vorjahr. Parallel dazu schrumpfen die Bestände an der Terminbörse ICE massiv.
Aktuell lagern dort nur noch 396.171 Säcke Arabica-Kaffee. Das markiert den tiefsten Stand seit mehreren Jahren. Die knappe Versorgung trieb den Preis am 18. Juni auf knapp 2,78 US-Dollar pro Pfund.
Der Kurs korrigierte am Donnerstag leicht auf 266,85 US-Dollar. Die Sieben-Tage-Bilanz bleibt mit über fünf Prozent Plus jedoch deutlich positiv. Erst am 9. Juni hatte der Preis ein Jahrestief bei rund 239 US-Dollar markiert.
Rekordernte gegen El Niño
Hinter der kurzfristigen Rallye lauert ein fundamentaler Widerspruch. Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet für die Saison 2026/27 mit einer Rekordernte. Rund 71,9 Millionen Säcke soll Brasilien produzieren.
Analysten der Rabobank warnen bereits vor künftigen Überschüssen. Ohne neue Wetterextreme könnte der Markt bald im Kaffee ertrinken. Bisher dominiert allerdings die Angst vor weiteren Verzögerungen das Geschehen.
Die entscheidende Phase folgt im Herbst. Verzögert El Niño die Regenfälle im September, gerät die Blütezeit der Pflanzen in Gefahr. Ein solches Szenario würde die optimistischen Prognosen für 2027 sofort hinfällig machen.
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