Kärnten droht Baustopp – Opposition fordert radikale Reform
08.01.2026 - 08:35:11Kärntens Bauwirtschaft steht vor dem Kollaps. Während die Immobilienpreise leicht sinken, droht der Neubau komplett zu erliegen. Opposition und Wirtschaft fordern deshalb einen radikalen Systemwechsel: Sie wollen das bayerische Modell des „Gebäudetyp E“ einführen und die Bauvorschriften massiv entschlacken.
„Gebäudetyp E“ soll Bauen wieder bezahlbar machen
Die lauteste Forderung kommt von Team Kärnten und der Wirtschaftskammer. Ihr Vorbild ist Bayern. Dort erlaubt der „Gebäudetyp E“ (Einfach) bewusst von teuren Komfortnormen abzuweichen – solange Sicherheit und Statik stimmen.
- Konkret könnte auf übermäßigen Schallschutz, eine hohe Anzahl von Steckdosen oder aufwendige Fußböden verzichtet werden.
- Das Ziel: Aus starren Vorschriften werden Wahlmöglichkeiten. So soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Gerhard Köfer von Team Kärnten argumentiert, die aktuellen Bauvorschriften seien ein „Bürokratiemonster“. Sie trieben die Kosten in die Höhe und machten viele Projekte unwirtschaftlich.
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Prognose: Nur noch 800 neue Wohnungen 2026
Die Zahlen geben den Reformern Recht. Die Neubauprognose für 2026 ist alarmierend.
- 2023 wurden in Kärnten noch etwa 2.000 Wohneinheiten fertiggestellt.
- Für 2026 prognostizieren Institute wie Exploreal einen Absturz auf nur noch 800 bis 1.000 Einheiten.
Paul Perkonig, Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder, spricht von einem historischen Tiefpunkt. Besonders brisant: Rund 700 bereits geförderte Wohnungen im gemeinnützigen Bereich stecken fest. Die Gründe sind klar: hohe Zinsen, gestiegene Materialkosten und eben die strikten Bauauflagen.
FPÖ attackiert „überbordende Bürokratie“
Neben den technischen Normen gerät auch die Bürokratie in den Fokus. Die FPÖ unter Erwin Angerer kritisiert ein „überbordendes Bürokratiemonster“ bei Förderung und Genehmigungen.
- Die Kärntner Förderrichtlinien sollen ein Vielfaches umfangreicher sein als in Oberösterreich.
- Gefordert wird die Abschaffung von Gremien wie dem Wohnbauförderungsbeirat und schnellere Genehmigungsverfahren.
- Auch die starren Stellplatzverpflichtungen für Autos stehen in der Kritik. Sie verteuern den Bau in Städten massiv.
Die Opposition wirft der SPÖ-geführten Landesregierung vor, mit ihrem Zögern die Krise zu verschärfen. Sie fordert Transparenz und einen „Soll-Ist-Vergleich“ der Bauverfahren.
Leichte Preisrückgänge sind ein trügerisches Signal
Die gemeldeten leichten Preisrückgänge bei Immobilien ändern nichts am Kernproblem. Experten deuten sie als Abverkauf von Bestandsimmobilien, nicht als Lösung der Wohnraumknappheit.
Ohne Neubau wird das Angebot weiter schrumpfen – was langfristig die Mieten wieder in die Höhe treiben könnte. Der Ruf nach dem „Gebäudetyp E“ zeigt: In Kärnten geht es nicht um kleine Korrekturen, sondern um einen grundlegenden Wandel der Bauordnung.
Der Druck auf die Landesregierung wächst. Ob sie mit einer Gesetzesnovelle reagiert, wird sich in den kommenden Landtagssitzungen zeigen. Die Weichen für die Zukunft des Bauens im Land werden jetzt gestellt.
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