Jonathan Haidt warnt vor Tech-Katastrophe für Kinder
19.02.2026 - 20:22:12Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt spricht von einer „Katastrophe für die öffentliche Gesundheit“. Seine Warnung vor den Auswirkungen der digitalen Kindheit macht sein älteres Werk „Die Glückshypothese“ wieder hochaktuell. Die Verbindung antiker Weisheit mit moderner Psychologie liefert den Schlüssel zum Verständnis der heutigen Krise.
In einem aktuellen Interview beschrieb Haidt die Lage als Wendepunkt. Die „telefonbasierte Kindheit“ führe zu einer „Bildungskatastrophe“. Diese scharfe Analyse aus seinem neuen Buch „The Anxious Generation“ wirft ein neues Licht auf die zeitlosen Erkenntnisse der „Glückshypothese“. Sie sind heute dringlicher denn je.
Reiter gegen Elefant: Unser Geist im digitalen Kampf
Ein zentrales Bild des Buches ist die Metapher vom geteilten Geist. Der rationale „Reiter“ soll den emotionalen, impulsiven „Elefanten“ lenken. Doch moderne Technologie spricht gezielt den mächtigen Elefanten an.
Social-Media-Plattformen setzen auf sofortige Belohnungen und endlose Reize. Das erschöpft den Reiter, der für Kontrolle und Mäßigung zuständig ist. Die antike Forderung nach Selbstbeherrschung findet so ihre neuropsychologische Bestätigung. Warum fällt die digitale Selbstregulierung so schwer? Der Elefant gewinnt einfach zu oft.
Die Glücksformel: Was wir wirklich steuern können
Haidt bietet eine pragmatische Formel: Glück (H) = Sollwert (S) + Umstände (C) + willentliche Aktivitäten (V). Den biologischen Setpoint (S) können wir kaum ändern. Aber die Lebensumstände (C) und unsere bewussten Handlungen (V) liegen in unserer Hand.
Genau hier schlägt die digitale Kindheit zu. Sie untergräbt entscheidende Glücks-Umstände wie echte soziale Bindungen und das Gefühl von Selbstkontrolle. Willentliche Aktivitäten, die erfüllen – etwa das Meistern einer Fähigkeit –, werden vom passiven Medienkonsum verdrängt. Echtem Wohlbefinden kommt man nicht durch Vergnügen, sondern durch die Gestaltung dieser Variablen näher.
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Antike Weisheit als Rettungsanker
Haidt prüft zehn große Ideen alter Philosophien auf ihre wissenschaftliche Gültigkeit. Lehren wie „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“ bestehen den Test der modernen Psychologie. Eine zentrale Erkenntnis ist das Adaptationsprinzip: Wir gewöhnen uns schnell an alles, ob gut oder schlecht.
In einer Welt des ständigen sozialen Vergleichs durch Instagram & Co. ist das ein starkes Korrektiv. Die Jagd nach externer Bestätigung und mehr Likes führt nicht zu dauerhaftem Glück. Die Weisheit der Stoiker und Buddhas verlagert den Fokus zurück auf inneres Wachstum und die Qualität unserer Handlungen.
Vom Buch zur gesellschaftlichen Diagnose
Haidts aktuelle Alarmrufe sind die logische Konsequenz seiner früheren Arbeit. Die „Glückshypothese“ lieferte die Blaupause, um zu verstehen, warum die digitale Umwelt dem menschlichen Gedeihen schadet. Glück entsteht „dazwischen“ – in der richtigen Beziehung zu anderen, zur Arbeit und zu etwas Größerem.
Die aktuelle Explosion von Angst und Depression unter Jugendlichen bestätigt diese Thesen auf grausame Weise. Es ist das Resultat einer Lebenswelt, die fundamentale psychologische Bedürfnisse systematisch ignoriert.
Der Wendepunkt: Politik und persönliche Verantwortung
Haidt sieht aktuell einen „Tipping Point“. Immer mehr Länder erwägen striktere Regeln für die Tech-Nutzung durch Kinder, von Altersverifikationen bis zu Nutzungslimits. Dieser politische Druck spiegelt ein wachsendes Problembewusstsein wider.
Parallel dazu bleibt „Die Glückshypothese“ ein Leitfaden für jeden Einzelnen. In der digitalen Überflutung ist die Rückbesinnung auf diese Synthese aus Weisheit und Wissenschaft vielleicht der nachhaltigste Weg. Ein erfülltes Leben gestaltet man nicht im Feed, sondern in der realen Welt.
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