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Johnson & Johnson Aktie: Talk-Streit findet Ende

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 01:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Johnson & Johnson einigt sich auf 5,5 Milliarden Dollar Vergleich zur Beilegung von Talk-Klagen. Die Zustimmung von 95 Prozent der Kläger ist Voraussetzung für den Deal.

Johnson & Johnson: Milliarden-Deal beendet Talk-Streit
Modernes, steriles Laborumfeld in einer pharmazeutischen Forschungseinrichtung mit professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Johnson & Johnson zieht einen Schlussstrich unter eines der langwierigsten Rechtsdramen der US-Pharmaindustrie. Der Konzern hat sich auf eine Zahlung von 5,5 Milliarden Dollar geeinigt, um den Großteil der verbliebenen Klagen wegen angeblich krebserregender Talkprodukte beizulegen. Nach mehr als 15 Jahren Rechtsstreit ist das mehr als nur eine Randnotiz.

Vergleich hängt an einer Bedingung

Der Deal ist nicht bedingungslos. Er greift nur, wenn mindestens 95 Prozent der Kläger zustimmen – betroffen sind rund 76.000 offene Eierstockkrebs-Klagen aus dem föderalen Sammelverfahren und parallelen Verfahren auf Bundesstaatenebene. Die erste Zahlung von maximal 3 Milliarden Dollar soll 2027 fließen, weitere Tranchen frühestens 2028.

Der Vergleich fällt in eine für Johnson & Johnson günstige juristische Phase. Das zuständige Gericht hatte zuletzt Zweifel geäußert, ob Kläger überhaupt beweisen können, dass die Talkprodukte im Einzelfall die Krebserkrankung verursacht haben. In zwei Musterverfahren zogen die Klägeranwälte ihre Gutachter zur sogenannten spezifischen Kausalität zurück – ein Schritt, den der Konzern als Eingeständnis wertet. Das Gericht forderte die Kläger daraufhin auf zu begründen, warum die verbliebenen Fälle nicht abgewiesen werden sollten.

Johnson & Johnson betont, man wäre vor Gericht voraussichtlich obsiegend geblieben, habe sich aber für den Vergleich entschieden, um Kosten und Unsicherheit eines weiteren jahrelangen Verfahrens zu vermeiden. An der grundsätzlichen Position hält der Konzern fest: Talk sei sicher, enthalte kein Asbest und verursache keinen Krebs.

Aufräumarbeiten nach der Kenvue-Abspaltung

Der aktuelle Vergleich reiht sich in eine längere Serie von Einigungen ein. Bereits zuvor hatte der Konzern rund 95 Prozent der Mesotheliom-Klagen sowie sämtliche Verbraucherschutzklagen der Bundesstaaten und Streitigkeiten mit Talk-Zulieferern beigelegt. Das freiwillige Ende der Produktion von Johnson's Baby Powder im Jahr 2023 war ein früherer Baustein dieser Strategie. Bei der Abspaltung der Konsumgütersparte Kenvue hatte Johnson & Johnson sämtliche talkbezogenen Haftungsrisiken selbst übernommen und Kenvue davon freigestellt.

Die Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit spürbaren Kursgewinnen auf die Nachricht. Für Johnson & Johnson bedeutet der Vergleich vor allem eines: Ein Kapitel mit erheblichem finanziellem und reputativem Risiko rückt näher an seinen Abschluss – vorausgesetzt, die nötige Zustimmungsquote der Kläger kommt tatsächlich zustande.

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