John, Deere

John Deere & Co.: US-Farmer erkämpfen sich mehr Reparaturrechte

25.02.2026 - 01:09:46 | boerse-global.de

Gesetzesinitiativen in Iowa und Oklahoma forcieren das Recht auf Selbstreparatur von Landmaschinen. Die Bewegung erhält Rückenwind durch eine Klarstellung der Umweltbehörde EPA.

Landwirte in den USA gewinnen im Streit um das Recht auf Selbstreparatur teurer Landmaschinen an Boden. In zwei wichtigen Agrarstaaten haben Gesetzesinitiativen erste Hürden genommen. Sie zielen darauf ab, den Herstellern wie John Deere das Monopol auf Wartung und Reparatur zu entziehen.

Die Vorstöße in Iowa und Oklahoma sind Teil einer landesweiten Bewegung. Landwirte klagen seit Jahren, dass sie von den komplexen Computersystemen in modernen Traktoren und Mähdreschern ausgesperrt sind. Ohne Zugang zu proprietären Diagnosetools sind sie auf autorisierte Händler angewiesen. Das führt zu teuren Verzögerungen, besonders in kritischen Zeitfenstern für Saat und Ernte.

Anzeige

Während US-Landwirte für mehr digitale Selbstbestimmung kämpfen, rücken auch hierzulande neue regulatorische Anforderungen in den Fokus. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche neuen KI-Gesetze und Sicherheitsrichtlinien Ihr Unternehmen im Jahr 2024 betreffen. Was Geschäftsführer über Cyber Security 2024 wissen müssen

Gesetzesinitiativen gewinnen an Fahrt

In Iowa, dem zweitgrößten Agrarproduzenten der USA, passierte ein entsprechendes Gesetz den Landwirtschaftsausschuss des Parlaments mit 18 zu 5 Stimmen. Ein ähnlicher Entwurf in Oklahoma wurde mit 5 zu 1 Stimmen angenommen. Beide fordern von den Herstellern, Diagnosesoftware, Werkzeuge und Ersatzteile zu fairen Bedingungen für Landwirte und unabhängige Werkstätten verfügbar zu machen.

Diese staatlichen Initiativen folgen einem Erfolg in Colorado, das 2023 ein erstes "Right-to-Repair"-Gesetz für Landmaschinen verabschiedete. Auch in Nebraska gibt es einen Vorstoß. Die Gesetze sollen den sogenannten Service-Monopol der Originalhersteller (OEM) brechen, der die Betriebskosten in die Höhe treibt.

EPA beseitigt zentrale Hürde

Einen Rückenwind erhielt die Bewegung kürzlich von einer US-Bundesbehörde. Die Umweltbehörde EPA stellte klar, dass Landwirte Emissionskontrollsysteme ihrer Maschinen zur Reparatur vorübergehend deaktivieren dürfen. Hersteller hatten zuvor oft Umweltschutzvorschriften als Grund für gesperrte Software angeführt.

Diese Klarstellung beseitigt ein zentrales Argument der Industrie. Große Konzerne wie John Deere verweisen traditionell auf Sicherheitsrisiken, Emissionswerte und den Schutz geistigen Eigentums. Sie schlossen zuvor freiwillige Vereinbarungen mit Bauernverbänden. Kritiker halten diese jedoch für nicht einklagbar und unzureichend.

Wirtschaftlicher Druck und digitale Souveränität

Der Kern des Streits ist wirtschaftlicher Natur. Verbraucherschützer schätzen, dass umfassende Reparaturrechte US-Landwirte jährlich bis zu 4,2 Milliarden Euro sparen könnten. In einer Branche mit traditionell schmalen Margen wäre das ein entscheidender Hebel.

Anzeige

Die Abhängigkeit von komplexer Software stellt für moderne Betriebe ein zunehmendes Risiko dar, das weit über Wartungsfragen hinausgeht. Schützen Sie Ihre IT-Infrastruktur effektiv vor Bedrohungen und stärken Sie Ihre proaktive Sicherheit mit einfachen, kosteneffizienten Maßnahmen. Kostenlosen Leitfaden zur IT-Sicherheit herunterladen

Gleichzeitig geht es um die digitale Souveränität. Landwirte argumentieren: Wer eine halbe Million Euro für eine machine zahlt, sollte nicht um Erlaubnis bitten müssen, sie instand zu halten. Der Fortschritt in Iowa und Oklahoma stellt das Geschäftsmodell in Frage, bei dem die Hardware verkauft, die vollständige Kontrolle über ihren Betrieb aber einbehalten wird.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Gesetze die volle Parlamentshürde nehmen. Ihr Erfolg könnte ähnliche Vorstöße in über einem Dutzend weiterer US-Bundesstaaten befeuern und den Druck auf die globale Landtechnik-Industrie weiter erhöhen.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

boerse | 68609112 |