Jodmangel: Deutschland ist wieder Risikogebiet
02.01.2026 - 14:52:12Deutschland startet mit einer Jodkrise ins neue Jahr. Die Bundesrepublik gilt offiziell wieder als Mangelgebiet. Das bestätigen aktuelle Daten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Fast jedes zweite Kind ist betroffen.
Die Zahlen sind alarmierend: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind unzureichend mit Jod versorgt. Damit erfüllt Deutschland die WHO-Kriterien für einen „milden Jodmangel“. Experten warnen vor einer Welle schilddrüsenbedingter Erkrankungen.
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Was treibt den Mangel an?
Die Gründe für den Rückfall sind vielfältig. Sie spiegeln vor allem unseren Wandel beim Essen wider.
* Industrie setzt auf billiges Salz: In verarbeiteten Lebensmitteln geht der Einsatz von jodiertem Speisesalz drastisch zurück. Hersteller greifen aus Kostengründen oft zu unjodierten Alternativen.
* Trend zu „natürlichen“ Salzen: Produkte wie Meersalz oder Himalaya-Salz gelten als gesünder, enthalten aber kaum Jod.
* Pflanzliche Ernährung als Lücke: Wer auf Kuhmilch verzichtet, verliert eine wichtige Jodquelle. Pflanzliche Drinks waren bisher meist nicht angereichert.
Neue Regeln: So reagiert das BfR
Auf die Krise hat das BfR kurz vor Jahresende reagiert. Es passte seine Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel an.
* Für Jugendliche und Erwachsene gilt ein Höchstwert von 100 Mikrogramm Jod pro Tag in Supplements.
* Schwangere und Stillende dürfen bis zu 150 Mikrogramm täglich ergänzen.
Eine wichtige Neuerung betrifft den Boom-Markt der Milchalternativen. Das BfR spricht sich nun für eine Jod-Anreicherung von Soja-, Hafer- oder Mandeldrinks aus. Bis zu 14 Mikrogramm pro 100 Milliliter seien sicher und sinnvoll, um an Kuhmilch heranzukommen.
Ein vermeidbares Problem?
Fachleute bewerten die Rückkehr des Mangels als politisches Versäumnis. Deutschland setzte im Vergleich zu anderen EU-Ländern lange auf Freiwilligkeit bei der Salzjodierung. Diese Strategie ist gescheitert.
Die Folgen sind schwerwiegend. Jod ist essenziell für die Schilddrüse und steuert Stoffwechsel, Wachstum und Gehirnentwicklung. Besonders kritisch ist die Lage für Ungeborene und Kleinkinder. Ein Mangel kann hier zu irreversiblen Entwicklungsstörungen führen.
Wird 2026 das Jahr der Kehrtwende?
Das Thema dürfte dieses Jahr ganz oben auf die politische Agenda zurückkehren. Verbraucherschützer fordern neue Aufklärungskampagnen. Die Lebensmittelindustrie gerät unter Druck, ihre Rezepturen zu ändern.
Gleichzeitig ist jeder Einzelne gefragt: Der bewusste Griff zum Jodsalz im eigenen Haushalt und ein Blick auf die Zutatenliste von Fertigprodukten sind erste Schritte. Ob das reicht, um Deutschland aus der Mangelzone zu führen, werden die Daten der kommenden Monate zeigen.


