Jobsharing, Chefetagen

Jobsharing erobert deutsche Chefetagen

16.01.2026 - 14:03:12

Geteilte Führungspositionen entwickeln sich vom Nischenmodell zum strategischen Werkzeug für bessere Entscheidungen und mehr Resilienz in Unternehmen.

Jobsharing wird zum strategischen Erfolgsmodell in deutschen und österreichischen Vorstandsetagen. Was als flexibles Arbeitsmodell begann, etabliert sich aktuell als Werkzeug für resiliente und bessere Entscheidungen.

Vom „Mutti-Modell“ zur strategischen Doppelspitze

Lange belächelt, beweisen heute zahlreiche Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen geteilter Führung. Das Prinzip ist einfach: Zwei Manager teilen sich eine Position. Das Ergebnis ist oft mehr Agilität, weniger Ausfallrisiko und bessere Entscheidungen durch das Vier-Augen-Prinzip.

Ein Vorreiter ist die Westfalen AG. Seit Mai 2025 teilen sich Nadine Deemann und Ines Isermann die Leitung des IT-Projektmanagements. Das Modell sichert eine hundertprozentige Erreichbarkeit gegenüber dem Vorstand – selbst bei Urlaub oder Krankheit. Interne Auswertungen deuten auf eine höhere Qualität von Entscheidungen hin, da blinde Flecken schneller erkannt werden.

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Fachkräftemangel zwingt zum Umdenken

Der Druck auf Unternehmen wächst. Der aktuelle Stepstone-Jobreport zeigt eine hohe Wechselbereitschaft unter Beschäftigten. Für die Generationen Y und Z sind flexible Modelle oft ein entscheidendes Jobkriterium.

Doch die Realität hinkt hinterher: Bisher bot nur etwa jedes zehnte Unternehmen aktiv Jobsharing an. Wer hier nicht nachzieht, riskiert im Wettbewerb um Top-Talente den Anschluss zu verlieren. Die Nachfrage ist da, das Angebot noch nicht.

Großkonzerne machen es vor

Dass das Modell auch im großen Stil funktioniert, beweisen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Der Konzern verzeichnete 2024 einen Bewerbungsrekord. Beobachter führen dies auch auf die offensive Positionierung als flexibler Arbeitgeber zurück.

Für CEO Andreas Matthä ist die Öffnung für neue Arbeitszeitmodelle keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Angesichts einer massiven Pensionierungswelle braucht es innovative Ansätze, um Führungspositionen auch für jene attraktiv zu machen, die keine 60-Stunden-Woche leisten wollen.

Die Chemie muss stimmen

Der Erfolg hängt stark vom „Ego-Management“ der Beteiligten ab. Es geht darum, die eigene Profilierung zugunsten des Teamerfolgs zurückzustellen. Die Erfahrung zeigt: Gelingt die Partnerschaft, verfügt das Tandem oft über ein breiteres Kompetenzspektrum als eine Einzelperson.

Wo der eine Stärken in der Strategie hat, gleicht der andere Schwächen in der Umsetzung aus. Diese Komplementarität schafft eine leistungsfähigere „Führungskraft 2.0“.

Was kommt 2026?

Arbeitsmarktanalysten erwarten für dieses Jahr eine weitere Professionalisierung. Immer mehr Unternehmen dürften auf interne Programme oder „Matching“-Prozesse setzen, um gezielt passende Führungstandems zu bilden.

Die Diskussion verschiebt sich von der Grundsatzfrage „Geht das?“ hin zur praktischen Umsetzung: „Wie machen wir es am effizientesten?“ In unsicheren Zeiten könnte die Doppelspitze bald zum neuen Standard für nachhaltiges Management werden.

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