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Job Hugging: Warum Deutsche aus Angst im Job verharren

06.02.2026 - 08:54:12

Immer mehr Arbeitnehmer verharren aus Sicherheitsdenken in unglücklichen Jobs, was zu beruflicher Stagnation und einem dramatischen Einbruch der Arbeitszufriedenheit führt.

Immer mehr Arbeitnehmer klammern sich aus Angst vor der Zukunft an ihren aktuellen Job – selbst wenn er sie unglücklich macht. Dieses „Job Hugging“ getaufte Phänomen stellt eine wachsende Belastung für die mentale Gesundheit dar und bremst Karrieren aus.

Angetrieben von wirtschaftlicher Unsicherheit und der Sorge vor Künstlicher Intelligenz tauschen viele Deutsche potenzielle Entwicklung gegen vermeintliche Sicherheit. Sie nehmen eine defensive Haltung ein: Der Erhalt des Status quo hat Priorität, nicht die Suche nach besseren Möglichkeiten.

Die Psychologie der beruflichen Stagnation

Die Entscheidung, in einer unbefriedigenden Stelle zu verharren, ist tief verwurzelt. Die Stabilität eines regelmäßigen Gehalts und ein vertrautes Umfeld bieten in turbulenten Zeiten psychologische Sicherheit. Doch dieser Zustand ist trügerisch.

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Langfristig führt das Verharren in unterfordernden oder sinnentleerten Tätigkeiten oft zu ernsthaften Belastungen. Nachlassende Motivation, Konzentrationsprobleme oder Burnout können folgen. Das verwandte Phänomen „Quiet Quitting“ – das passive Erledigen des Mindestmaßes – gilt als passive Form des Job Hugging.

Wenn Sicherheit zur Karrierefalle wird

Für Arbeitnehmer birgt das Festklammern erhebliche Risiken:
* Berufliche Stagnation: Fehlende Herausforderungen lassen Fähigkeiten verkümmern.
* Verpasste Chancen: Der Anschluss an Marktentwicklungen geht verloren.
* Geschmälerte Jobaussichten: Ein später erzwungener Wechsel wird schwieriger.

Auch für Unternehmen ist der Trend problematisch. Eine Belegschaft, die aus Angst und nicht aus Engagement bleibt, zeigt weniger Innovationskraft und Eigeninitiative. Die langfristigen Kosten durch stagnierende Teams können die kurzfristigen Vorteile niedriger Fluktuation überwiegen.

Dramatischer Einbruch der Arbeitszufriedenheit

Wann wird Sicherheit schädlich? Ein klares Warnsignal ist, wenn die Arbeit dauerhaft als Belastung empfunden wird. Die aktuelle Lage ist alarmierend: Eine Studie von Indeed und der University of Oxford zeigt einen dramatischen Sturz der Arbeitszufriedenheit in Deutschland.

  • 2023 gaben noch 41 Prozent an, glücklich im Job zu sein.
  • 2025 waren es nur noch 24 Prozent.

Diese Zahlen deuten auf eine tiefe Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen hin, die über das Job Hugging hinausgeht.

Was Arbeitgeber jetzt tun müssen

Um den Teufelskreis aus Angst und Stagnation zu durchbrechen, ist ein Umdenken nötig. Wahre Mitarbeiterbindung entsteht nicht durch Verunsicherung, sondern durch ein positives Umfeld. Unternehmen sind gefordert, Arbeitsplätze zu schaffen, die nicht nur Sicherheit, sondern auch Sinn und Entwicklungsperspektiven bieten.

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