Jeronimo Martins, PTJMT0AE0001

Jeronimo Martins-Aktie (PTJMT0AE0001): Solides Wachstum im Lebensmitteleinzelhandel zwischen Inflation und Margendruck

25.05.2026 - 09:01:40 | ad-hoc-news.de

Jeronimo Martins hat Anfang Mai 2026 Quartalszahlen vorgelegt und zeigt trotz anhaltendem Wettbewerb im europäischen Lebensmitteleinzelhandel weiter Wachstum. Wie entwickelt sich das Geschäft rund um Biedronka, Pingo Doce und Hebe und was bedeutet das für Anleger in Deutschland?

Jeronimo Martins, PTJMT0AE0001
Jeronimo Martins, PTJMT0AE0001

Jeronimo Martins ist einer der wichtigsten Lebensmittelhändler in Mittel- und Osteuropa und betreibt mit Biedronka in Polen, Pingo Doce in Portugal und Hebe in mehreren Ländern bekannte Formate im Discount- und Supermarktsegment. Für Anleger ist die Aktie vor allem wegen ihres defensiven Profils und der beständigen Dividendenhistorie interessant, gleichzeitig steht das Unternehmen im Spannungsfeld aus Inflation, steigenden Löhnen und starkem Wettbewerb im europäischen Lebensmittelhandel.

Am 02.05.2025 veröffentlichte Jeronimo Martins die Zahlen für das erste Quartal 2025 und meldete einen Konzernumsatz von rund 7,4 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2024 entspricht, laut Unternehmensmitteilung vom 02.05.2025 auf der Investor-Relations-Seite Jeronimo Martins Stand 02.05.2025. Das Management verwies dabei insbesondere auf anhaltend starke Flächenexpansion und robuste Nachfrage in Polen, während der portugiesische Markt stabil, aber deutlich wettbewerbsintensiver blieb. Die Aktie notierte am 24.05.2026 an der Euronext Lissabon bei rund 23,50 Euro, was im Vergleich zum Jahresbeginn einem moderaten Anstieg entspricht, wie Kursdaten von Euronext zeigen, die von Finanzportalen wie finanzen.net Stand 24.05.2026 ausgewiesen werden.

Stand: 25.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Jeronimo Martins
  • Sektor/Branche: Lebensmitteleinzelhandel, Discount, Supermärkte
  • Sitz/Land: Lissabon, Portugal
  • Kernmärkte: Polen, Portugal, Kolumbien, weitere mittel- und osteuropäische Märkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Biedronka-Discountkette in Polen, Pingo Doce-Supermärkte in Portugal, Cash-and-Carry-Format Recheio, Drogeriekette Hebe
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Euronext Lissabon (Ticker JMT)
  • Handelswährung: Euro

Jeronimo Martins: Kerngeschäftsmodell

Das Kerngeschäft von Jeronimo Martins besteht im Lebensmitteleinzelhandel mit einem klaren Schwerpunkt auf Discount- und Supermarktformaten. In Polen betreibt der Konzern die Discountkette Biedronka, die sich auf preisgünstige Eigenmarken und ein effizientes Sortiment fokussiert und sowohl urbane als auch ländliche Regionen abdeckt. Dieser Markt ist für das Unternehmen von zentraler Bedeutung, da ein Großteil des Umsatzes und des operativen Ergebnisses aus Polen stammt. Der Ansatz basiert auf hoher Sortimentsrotation, schlanker Kostenstruktur und einer aggressiven Flächenexpansion, um Marktanteile kontinuierlich auszubauen.

In Portugal ist Jeronimo Martins mit der Supermarktkette Pingo Doce und dem Großhandelsformat Recheio vertreten. Pingo Doce kombiniert ein Vollsortiment mit einem Fokus auf frische Lebensmittel, Eigenmarken und lokale Produkte. Recheio adressiert dagegen vor allem Geschäftskunden, Gastronomie und kleinere Wiederverkäufer. Diese Geschäftsbereiche sind stärker margensensitiv, da der portugiesische Markt vergleichsweise gesättigt ist und der Wettbewerb gegen internationale Wettbewerber und lokale Handelsketten intensiver geworden ist. Für den Konzern dienen die Aktivitäten in Portugal auch als Testfeld für Eigenmarken, Logistikkonzepte und digitale Lösungen, die dann teilweise auf andere Märkte übertragen werden können.

Ergänzend betreibt Jeronimo Martins den Beautykonzern Hebe, der als Drogerie- und Kosmetikkette in Polen und weiteren Ländern aktiv ist. Hebe adressiert ein jüngeres, urbanes Publikum mit einem Mix aus Eigenmarken und internationalen Markenprodukten und nutzt ein Omnichannel-Modell mit stationären Filialen und Online-Vertrieb. In Kolumbien ist das Unternehmen mit einem eigenständigen Lebensmittelhandelsformat präsent, das stärker auf den wachsenden urbanen Mittelstand ausgerichtet ist. Die geografische Diversifikation reduziert teilweise das Risiko, das aus konjunkturellen Schwankungen in einem einzelnen Markt entstehen könnte, gleichzeitig steigen damit aber auch die Anforderungen an Logistik, Sortiment und Preispositionierung in heterogenen Märkten.

Aus Sicht des Geschäftsmodells ist Jeronimo Martins stark auf Grundbedürfnisse ausgerichtet: Lebensmittel, Artikel des täglichen Bedarfs und Drogerieprodukte. Diese Segmente gelten als relativ konjunkturresistent, da Verbraucher selbst in schwächeren wirtschaftlichen Phasen kaum auf solche Ausgaben verzichten können. Der Wettbewerb im europäischen Lebensmittelhandel ist jedoch bekanntlich intensiv, mit globalen Playern und nationalen Ketten, die ebenfalls aggressive Preisstrategien und Eigenmarkenprogramme fahren. Der Erfolg von Jeronimo Martins hängt daher in hohem Maße davon ab, effizient einzukaufen, Logistikprozesse zu optimieren und das Sortiment an lokale Bedürfnisse anzupassen.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Jeronimo Martins

Der mit Abstand wichtigste Umsatztreiber von Jeronimo Martins ist die polnische Biedronka-Kette. Dies zeigt sich in den veröffentlichten Quartals- und Jahresberichten, in denen Biedronka regelmäßig als Hauptsäule des Konzerns ausgewiesen wird. Laut dem Geschäftsbericht für das Jahr 2024, veröffentlicht im Frühjahr 2025, lag der Umsatz von Biedronka deutlich über dem Niveau der portugiesischen Aktivitäten, wie aus der Präsentation auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht Jeronimo Martins Stand 15.03.2025. Biedronka profitiert von einer Kombination aus Preisführerschaft, hoher Filialdichte und einer wachsenden polnischen Mittelschicht, die trotz Inflationsdruck stark im Discountkanal einkauft.

Ein zentraler Hebel sind dabei Eigenmarkenprodukte, die im Discount-Segment traditionell eine große Rolle spielen. Eigenmarken ermöglichen es, höhere Margen zu erzielen als bei Markenprodukten, da Zwischenstufen in der Wertschöpfungskette entfallen und die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten steigt. Jeronimo Martins baut sein Eigenmarkenportfolio kontinuierlich aus, sowohl im klassischen Lebensmittelbereich als auch im Drogerie- und Non-Food-Segment. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen auf veränderte Verbrauchertrends, etwa bei gesünderen Lebensmitteln, Bio-Produkten oder Artikeln mit Nachhaltigkeitsfokus. Diese Kategorien können im Zusammenspiel mit Eigenmarken für zusätzliche Margenimpulse sorgen, sofern die Kunden den Mehrwert akzeptieren.

In Portugal bilden Pingo Doce und Recheio gemeinsam den zweiten großen Umsatzblock. Hier spielen Frischeprodukte, Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse sowie Backwaren eine besondere Rolle, da sie den Kundenverkehr in die Märkte ziehen und die Wahrnehmung der Marke prägen. Pingo Doce setzt in seinen Märkten teilweise auf Gastronomie- und Convenience-Konzepte, etwa mit integrierten Restaurantbereichen oder Take-away-Angeboten. Diese Formate sind margenträchtiger, erfordern aber gleichzeitig Investitionen in Personal, Qualitätssicherung und Flächengestaltung. Recheio wiederum ist stark vom Geschäftsverlauf bei Gastronomie und kleineren Einzelhändlern abhängig, was in Krisenzeiten zu einem sensibleren Nachfrageverhalten führen kann.

Die dritte Säule Hebe und das Geschäft in Kolumbien sind im Konzernvergleich zwar kleiner, werden aber als Wachstumstreiber gesehen. Hebe profitiert von strukturellem Wachstum im Bereich Beauty und Drogerie, insbesondere bei einem jüngeren Publikum, das über Onlinekanäle gut erreichbar ist. In Kolumbien setzt Jeronimo Martins auf eine Kombination aus Discount- und Supermarktelementen, um auf lokale Preisniveaus und Konsumgewohnheiten einzugehen. Beide Bereiche tragen in den veröffentlichten Zahlen zu einer Diversifikation der Umsatzstruktur bei, auch wenn der absolute Anteil am Konzernergebnis bisher begrenzt ist.

Beim Blick auf die Profitabilität haben die einzelnen Segmente unterschiedliche Profile. Biedronka erzielt nach Angaben des Unternehmens im allgemeinen eine robuste EBITDA-Marge, was durch hohe Volumina und eine konsequente Ausrichtung auf Effizienz ermöglicht wird. In Portugal ist die Marge im Lebensmittelbereich traditionell niedriger, und einzelne Maßnahmen zur Preisstabilisierung für Verbraucher können kurzfristig auf die Profitabilität drücken. Hebe und die Aktivitäten in Kolumbien befinden sich in einem Entwicklungsstadium, in dem Wachstum im Vordergrund steht und Skaleneffekte erst mit zunehmender Filialdichte voll zum Tragen kommen. Für Anleger ist daher nicht nur das Umsatzwachstum, sondern auch die Entwicklung der Segmentmargen und des Konzern-EBIT entscheidend.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Der europäische Lebensmitteleinzelhandel befindet sich seit Jahren in einem intensiven Wettbewerb, der durch den Vormarsch der Discounter, den Ausbau von Eigenmarken und den Druck durch E-Commerce verstärkt wird. In vielen Märkten hat der Onlineanteil an Lebensmitteln zwar noch ein moderates Niveau, doch Click-and-Collect- und Lieferdienste gewinnen an Bedeutung. Jeronimo Martins ist in diesem Umfeld vor allem als stationärer Händler im Discount- und Supermarktsegment positioniert, ergänzt um erste digitale Angebote wie Onlinebestellungen, Lieferoptionen und Kunden-Apps. Im Vergleich zu rein digital getriebenen Modellen liegt die Stärke des Unternehmens in der breiten physischen Präsenz, wohingegen die Herausforderung darin besteht, digitale Services wirtschaftlich in das bestehende Filialnetz zu integrieren.

In Polen konkurriert Biedronka mit anderen starken Discountern und Supermarktketten, darunter internationale Marken und lokale Player. Dank einer frühen Positionierung im polnischen Markt konnte Jeronimo Martins dort einen hohen Wiedererkennungswert und treue Kundschaft aufbauen. Die Wettbewerbsposition stützt sich auf eine fein abgestimmte Preis- und Sortimentsstrategie, bei der flexible Aktionen, Treueprogramme und regionale Sortimente eine wichtige Rolle spielen. In Portugal ist der Wettbewerb ebenfalls intensiv, insbesondere durch Wettbewerber im Supermarkt- und Discountsegment. Jeronimo Martins reagiert darauf mit Investitionen in Filialmodernisierung, Sortimentserweiterungen und Initiativen zur Verbesserung der Kundenerfahrung.

Ein weiterer zentraler Trend ist das Thema Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel. Verbraucher achten zunehmend auf Herkunft, Tierwohl, Verpackungen und CO2-Bilanz. Jeronimo Martins berichtet in seinen Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichten über Programme zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung, effizienteren Energieeinsatz und nachhaltigere Beschaffung, etwa bei Fisch oder Palmöl. Solche Maßnahmen können mittelfristig Kosten sparen, erfordern jedoch Investitionen und führen teilweise zu komplexeren Lieferketten. Für institutionelle Anleger, die ESG-Kriterien berücksichtigen, kann die Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie ein wichtiger Faktor sein, um die Attraktivität der Aktie im Portfolio zu bewerten.

Auch makroökonomische Faktoren wie Inflation, Wechselkursentwicklungen und Lohnkosten beeinflussen die Wettbewerbsposition. In Ländern wie Polen hatten höhere Inflationsraten in den vergangenen Jahren direkte Auswirkungen auf Einkaufspreise und Löhne. Discounter wie Biedronka konnten davon insofern profitieren, als preissensitive Kunden stärker in den Discountkanal wechselten. Gleichzeitig mussten Händler einen Teil der gestiegenen Kosten selbst tragen, um Preiserhöhungen für Kunden zu begrenzen und Marktanteile zu verteidigen. Jeronimo Martins versucht, diesen Spagat durch eine Kombination aus Effizienzprogrammen, Lieferantenverhandlungen und gezielten Preisanpassungen zu meistern.

Warum Jeronimo Martins für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist die Jeronimo Martins-Aktie vor allem aus zwei Gründen interessant: erstens als indirektes Engagement im wachstumsstarken polnischen Konsum- und Lebensmitteleinzelhandelsmarkt, zweitens als defensiver Wert aus dem Basiskonsumgütersegment. Während viele deutsche Anleger mit dem DAX und MDAX vertraut sind, bieten ausländische Titel wie Jeronimo Martins die Möglichkeit, die geografische Diversifikation zu erhöhen. Da das Unternehmen an der Euronext Lissabon in Euro notiert, entfällt im Gegensatz zu US-Aktien das Währungsrisiko zwischen Euro und einer Fremdwährung, auch wenn Umsätze in Lokalwährungen wie dem polnischen Zloty für Wechselkursvolatilität im Konzernabschluss sorgen.

Über verschiedene deutsche Handelsplätze ist die Aktie in der Regel auch für Privatanleger zugänglich, etwa über Xetra-Sekundärlistings oder außerbörsliche Handelsplattformen. Finanzportale und Broker in Deutschland stellen Kursdaten, Kennzahlen und Unternehmensnachrichten bereit, sodass Informationszugang und Handel für heimische Anleger vergleichsweise unkompliziert sind. Der Fokus auf Lebensmittel und Drogerieartikel macht Jeronimo Martins für Anleger interessant, die in defensiven Sektoren engagiert sein möchten, bei denen die Nachfrage auch in schwächeren Konjunkturphasen relativ stabil bleibt. Gleichzeitig sollten deutsche Anleger berücksichtigen, dass das operative Geschäft vor allem in Polen und Portugal stattfindet und damit von lokalen regulatorischen und wirtschaftlichen Entwicklungen geprägt wird.

Darüber hinaus kann die Aktie für Investoren relevant sein, die sich strategisch mit dem Thema Osteuropa auseinandersetzen. Polen gilt als einer der größten und dynamischsten Märkte in der Region, und Biedronka besitzt eine starke Marktstellung. Wer an eine langfristige Fortsetzung des Konsumwachstums in Polen glaubt, findet in Jeronimo Martins ein Unternehmen, das dieses Wachstum durch Flächenexpansion, Sortimentsanpassung und Effizienzgewinne im Lebensmitteleinzelhandel abbilden kann. Gleichzeitig sind polnische Konsumwerte an internationalen Börsen weniger stark vertreten als etwa US-Tech-Konzerne, sodass spezialisierte Einzelwerte wie Jeronimo Martins eine eigene Rolle im Portfolio spielen können.

Welcher Anlegertyp könnte Jeronimo Martins in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

In Frage kommen vor allem Anleger, die ein Interesse an defensiven Konsumwerten haben und gleichzeitig eine gewisse regionale Diversifikation außerhalb Deutschlands und Westeuropas anstreben. Für langfristig orientierte Investoren, die mit Schwankungen im Aktienkurs leben können und einen Fokus auf Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen legen, kann die Aktie als Baustein in einem breit aufgestellten Portfolio dienen. Besonders Dividenden-orientierte Anleger achten auf die Ausschüttungspolitik von Jeronimo Martins, da der Konzern in der Vergangenheit regelmäßig Dividenden gezahlt hat. Die genaue Ausschüttungshöhe und -quote ist dabei von Jahr zu Jahr abhängig von Gewinnentwicklung, Investitionsbedarf und Bilanzstruktur.

Vorsicht ist hingegen bei Anlegern geboten, die eine sehr niedrige Volatilität erwarten oder ausschließlich in Heimatwerte investieren möchten. Da das operative Geschäft stark von Polen und Portugal geprägt ist, können politische Entscheidungen, regulatorische Änderungen oder wirtschaftliche Schocks in diesen Ländern den Kurs beeinflussen. Zudem können Wechselkursschwankungen zwischen Euro und polnischem Zloty oder kolumbianischem Peso die im Konzernabschluss berichteten Zahlen verfälschen, auch wenn das Geschäft vor Ort stabil läuft. Kurzfristig orientierte Trader sollten sich darüber hinaus bewusst sein, dass Handelsvolumen und Kursausschläge an der Euronext Lissabon von Tag zu Tag variieren können und nicht immer mit der Liquidität von Blue-Chip-Werten aus dem DAX vergleichbar sind.

Für sehr risikoaverse Anleger, die vor allem auf Kapitalerhalt ausgerichtet sind und Kursrückgänge vermeiden möchten, kann ein Engagement in einer Auslandsaktie mit Branchen- und Länderfokus grundsätzlich zu spekulativ sein. Umgekehrt sollten sehr wachstumsorientierte Investoren, die vor allem an stark skalierbaren Tech- oder Plattformmodellen interessiert sind, berücksichtigen, dass der Lebensmitteleinzelhandel strukturell margenärmer ist und Wachstum eher über Flächenausbau, Produktmix und Effizienzgewinne als über exponentielle Skalierung entsteht. Jeronimo Martins ist daher eher ein Wert für Anleger, die stetiges, aber weniger spektakuläres Wachstum schätzen.

Risiken und offene Fragen

Zu den wichtigsten Risiken für Jeronimo Martins zählen neben dem intensiven Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel auch regulatorische Eingriffe und Veränderungen im Konsumverhalten. Regulierungen können etwa Mindestlöhne, Ladenöffnungszeiten, Werbebeschränkungen oder Vorgaben zu Lebensmitteln und Verpackungen betreffen. Solche Maßnahmen können die Kostenbasis erhöhen oder die Flexibilität im operativen Geschäft einschränken. Zudem können politische Spannungen oder steuerliche Änderungen in den Kernmärkten das Investitionsklima beeinflussen. Diese Faktoren müssen bei der Interpretation von Wachstums- und Margenzielen berücksichtigt werden.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Abhängigkeit von Polen als wichtigstem Ergebnislieferanten. Sollte es dort zu einer deutlichen wirtschaftlichen Schwächephase, anhaltend hoher Inflation oder starken Wechselkursschwankungen kommen, könnte sich dies überproportional auf Umsatz und Profitabilität des Konzerns auswirken. Auch Veränderungen im Verbraucherverhalten, etwa stärkere Präferenzen für Onlinelebensmittelhandel oder neue Wettbewerbsformate, können mittel- bis langfristig an Bedeutung gewinnen. Jeronimo Martins arbeitet nach eigenen Angaben daran, digitale Kanäle auszubauen und bestehende Formate zu modernisieren, doch der Erfolg dieser Initiativen wird sich erst über mehrere Jahre hinweg zeigen.

Offene Fragen betreffen außerdem die weitere Rolle von Hebe und den Aktivitäten in Kolumbien im Gesamtkonzern. Anleger beobachten, ob diese Segmente einen zunehmend größeren Beitrag zum Umsatzwachstum und zur Profitabilität leisten oder ob sie langfristig einen kleineren, aber stabilen Anteil behalten. Investitionen in neue Märkte und Formate binden Kapital und können sich zunächst dämpfend auf die Marge auswirken. Entscheidend wird sein, ob es Jeronimo Martins gelingt, diese Investitionen in absehbarer Zeit in nachhaltiges, profitables Wachstum umzuwandeln. In den Berichten des Unternehmens finden sich regelmäßig Hinweise auf die Entwicklung neuer Standorte, Formate und Digitalisierungsvorhaben, die für künftige Wachstumsphasen wichtig sein können.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die Kursentwicklung von Jeronimo Martins sind neben den allgemeinen Marktbedingungen vor allem die Veröffentlichung von Quartals- und Jahreszahlen sowie unterjährig bekannt gegebene strategische Entscheidungen relevant. Typischerweise veröffentlicht das Unternehmen im Laufe eines Jahres drei Zwischenberichte und einen ausführlichen Geschäftsbericht, die auf der Investor-Relations-Seite verfügbar sind. Die Präsentation der Zahlen wird meist von Kommentaren des Managements begleitet, in denen Trends, Herausforderungen und Prioritäten erläutert werden. Solche Termine können für erhöhte Kursvolatilität sorgen, da Marktteilnehmer Erwartungen mit den tatsächlich gemeldeten Kennzahlen abgleichen.

Ein weiterer Katalysator sind mögliche Ankündigungen zu Dividenden, Shareholder-Return-Politik oder größeren Investitionsprogrammen, etwa zur Flächenexpansion in Polen, zur Modernisierung des Filialnetzes in Portugal oder zur Stärkung des Onlinegeschäfts. Außerdem können externe Faktoren wie Änderungen der Leitzinsen, Inflationsdaten oder Konsumindikatoren in Polen und Portugal die Einschätzung der Marktteilnehmer zur Ertragskraft von Lebensmittelhändlern beeinflussen. Anleger, die die Aktie enger verfolgen, beobachten daher regelmäßig volkswirtschaftliche Daten und branchenspezifische Meldungen, die auf die Nachfrage- und Kostenentwicklung bei Jeronimo Martins schließen lassen.

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Fazit

Jeronimo Martins vereint mit Biedronka, Pingo Doce, Recheio und Hebe mehrere starke Marken im europäischen Lebensmittel- und Drogeriehandel und profitiert von der hohen Relevanz von Basiskonsumgütern im Alltag der Verbraucher. Die veröffentlichten Zahlen der vergangenen Berichtsperioden zeigen ein robustes Umsatzwachstum, das vor allem aus Polen stammt und durch Flächenexpansion und Eigenmarken gestützt wird. Gleichzeitig steht das Unternehmen wie die gesamte Branche unter Margendruck durch steigende Kosten, intensiven Wettbewerb und regulatorische Anforderungen. Für deutsche Anleger bietet die Aktie einen Zugang zu einem etablierten Lebensmitteleinzelhändler mit Schwerpunkt in Polen und Portugal, jedoch auch eine Reihe von Risiken, die an den betreffenden Märkten und der Struktur des Lebensmitteleinzelhandels hängen. Eine sorgfältige Beobachtung von Berichtsterminen, makroökonomischen Daten und branchenspezifischen Trends bleibt daher wichtig, um die Entwicklung von Umsatz, Margen und Investitionsbedarf im Blick zu behalten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente. Dieser Artikel wurde dank AI Unterstützung so ausführlich und informativ erstellt

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