Kommunikationsformel, Social

Ja, und... statt Ja, aber...: Die neue Kommunikationsformel gegen Social Overload

03.01.2026 - 13:22:12

Psychologen empfehlen, das trennende 'Aber' durch ein verbindendes 'Und' zu ersetzen, um psychologische Sicherheit zu stärken und mentale Erschöpfung zu reduzieren.

Psychologen propagieren eine simple Sprachänderung für mehr mentale Gesundheit. Das verbindende “Und” soll das trennende “Aber” ersetzen und so den “Social Overload” bekämpfen, der viele Menschen nach den Feiertagen erschöpft.

Die erste Arbeitswoche des Jahres steht im Zeichen einer stillen Revolution. Während KI die Schlagzeilen dominiert, richtet sich der Fokus der Mental-Wellness-Forschung auf den Faktor Mensch. Eine aktuelle Analyse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zeigt: Die mentale Erschöpfung durch soziale Interaktionen – der “Social Overload” – hat einen kritischen Punkt erreicht.

Psychologische Sicherheit wird zur Top-Währung

Experten sehen 2026 als das Jahr der psychologischen Sicherheit. Diese Fähigkeit, Konflikte ohne Angst anzusprechen, wird laut Branchenanalysten zur wichtigsten Währung in Unternehmen. Traditionelle Konfliktmuster verschärfen sich oft durch eine binäre Sprache (“Ich habe recht, aber du liegst falsch”).

Ohne diese Sicherheit sei jede Mitarbeiterbeteiligung nur “Theater”, so Berichte von Plattformen wie Staffbase. Hier setzt das sprachliche “Integrative Framing” an. Der Wechsel von “Ja, aber…” zu “Ja, und…” ist mehr als Semantik – er ist ein neurologischer Hebel.

Anzeige

Passend zum Thema psychologische Sicherheit – viele Führungskräfte tun sich schwer, Kritik so zu formulieren, dass Mitarbeitende sich einbezogen fühlen statt zurückgewiesen. Ein kostenloser Leitfaden zeigt praxisnahe Gesprächsleitfäden, Formulierungsbeispiele und Checklisten, mit denen Sie Kritik wertschätzend äußern und gleichzeitig klare Verbesserungswünsche kommunizieren. Ideal für Teamleiter, HR-Verantwortliche und alle, die Feedback konstruktiv gestalten wollen. Gratis-Leitfaden für Kritik- und Feedbackgespräche herunterladen

Kommunikationspsychologen erklären: Das Wort “Aber” aktiviert im Gehirn einen Abwehrmechanismus und negiert das zuvor Gesagte. Das “Und” signalisiert hingegen Koexistenz und öffnet den Raum für Lösungen. Das kann den mentalen Stress in Gesprächen messbar senken.

Wenn die soziale Batterie leer ist

Die Dringlichkeit wird durch ein aktuelles Phänomen unterstrichen. Ein FAZ-Bericht thematisiert die “leeren sozialen Batterien” nach den Feiertagen. Die ständige Erreichbarkeit und die Flut an Informationen führen zu sozialer Erschöpfung.

Studien der Universität Gent zeigen: Soziale Kontakte können kurzfristig Energie geben, langfristig aber bei falscher Kommunikation erschöpfen. Das “Und”-Framing wirkt hier als Wellness-Strategie. Statt Energie in Widerstand zu investieren (“Aber das sehe ich anders”), lenkt es sie in die Erweiterung der Perspektive (“Und ich sehe zusätzlich diesen Aspekt”).

Mental-Health-Coaches betonen: Die Reduktion dieser mikroskopischen Alltagskonflikte kann den “Social Overload” signifikant minimieren. Wer weniger gegen Widerstände kämpft, spart kognitive Ressourcen.

So funktioniert die “Yes, And”-Technik

Die Methode stammt ursprünglich aus der Improvisationskunst und findet nun breite Anwendung in Corporate Wellness und Paartherapie. Das Prinzip: Inklusion statt Exklusion.

  • Traditionell: “Das ist eine gute Idee, aber wir haben kein Budget.” Das “Aber” entwertet das Lob.
  • Integrativ: “Das ist eine gute Idee, und wir müssen schauen, wie wir das Budget finden.”

Diese kleine Änderung lässt zwei Realitäten zu: die Validität der Idee und die Budgetbeschränkung. Der Empfänger fühlt sich einbezogen, nicht zurückgewiesen. Für den Sender reduziert es den Stress, “der Böse” sein zu müssen.

Führungskräfte-Portale wie Leadstar unterstreichen: Feedback mit “Aber” führt oft dazu, dass der Empfänger alles Positive davor mental löscht. In einer hybriden Arbeitswelt wird diese menschliche Nuance 2026 zum Differenzierungsmerkmal.

Architekten von Gesprächen statt Aufgaben-Manager

Während generative KI die Quantität der Kommunikation erhöht hat, leidet oft die Qualität. Analysten sagen: Führungskräfte 2026 müssen “Architekten von Gesprächen” sein.

Die Integration von “Und”-Botschaften korreliert direkt mit der Innovationsfähigkeit. Wenn Mitarbeiter keine Angst vor dem Abschmettern haben, steigt die Bereitschaft zum kreativen Risiko. Unternehmen beginnen daher, “Integrative Kommunikation” als Teil ihrer Gesundheitsprogramme anzubieten – neben Rückenschule und Yoga jetzt auch “Sprachhygiene” zur Stressprävention.

Ein Paradigmenwechsel gegen die Polarisierung

2026 markiert eine Gegenbewegung zur Polarisierung der frühen 2020er Jahre. Während soziale Medien das “Entweder-Oder” befeuerten, sucht die Gesellschaft nun Wege der Komplexitätsbewältigung.

Experten vergleichen den Trend mit der “Gewaltfreien Kommunikation”, jedoch mit stärkerem Fokus auf neurobiologische Effizienz. Das überreizte Gehirn sehnt sich nach Kohärenz. Das “Aber” erzeugt Dissonanz, das “Und” erzeugt Kohärenz.

Kritiker warnen vor manipulativer Nutzung. Ein “Und” darf nicht dazu dienen, Kritik zu verstecken, sondern muss sie konstruktiv erweitern. Doch die Vorteile für das mentale Wohlbefinden überwiegen laut Experten klar.

Könnte 2026 also das Jahr werden, in dem wir aufhören, uns zu widersprechen – und anfangen, uns zu ergänzen? Die Botschaft zum Jahresstart ist zumindest klar: Wer mentale Brücken bauen will, sollte seine Konjunktionen weise wählen.

Anzeige

PS: Übrigens – wer die Gesprächskultur im Team nachhaltig verbessern will, profitiert von klaren Methoden, die Hemmschwellen für Kritik senken und Vertrauen stärken. Der kostenlose Praxis-Leitfaden liefert vier bewährte Feedback-Methoden, Beispielformulierungen für schwierige Situationen und einen umsetzbaren Ablaufplan für Teammeetings, damit wertschätzendes Feedback zur täglichen Routine wird. Kostenlosen Praxis-Leitfaden für Feedback & Kommunikation sichern

@ boerse-global.de