IW-Schätzung: Krisen kosten Deutschland fast eine Billion Euro
07.02.2026 - 06:35:12Eine neue Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt hohe Wellen in Berlin. Die Krisen der letzten Jahre haben die Volkswirtschaft fast eine Billion Euro gekostet – ein Weckruf für die Politik.
Die Summe ist atemberaubend: Laut IW haben die multiplen Schocks von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und geopolitischen Verwerfungen zwischen 2020 und 2025 einen wirtschaftlichen Schaden von fast 1.000 Milliarden Euro verursacht. Diese am Samstag bekannt gewordene Schätzung setzt die Bundesregierung und insbesondere den Wirtschaftsausschuss des Bundestages massiv unter Handlungsdruck. Die Debatte um die Zukunft des Standorts Deutschland gewinnt eine neue, düstere Grundlage.
Ein Billionen-Euro-Schock für die Volkswirtschaft
Die Analyse des arbeitgebernahen Instituts zeichnet ein Bild sich überlagernder Krisenfolgen. Auf die direkten Einbrüche durch Lockdowns folgten die Energiepreisexplosion und anhaltende Lieferkettenprobleme. Diese externen Schocks trafen auf strukturelle Schwächen des Standorts: hohe Energiekosten, Bürokratie und Fachkräftemangel. Die nun bezifferten kumulierten Kosten übertreffen frühere Schätzungen vom März 2025, die noch von 735 Milliarden Euro ausgingen, bei weitem. Es handelt sich um einen massiven Wohlstandsverlust, der als Hypothek für die Zukunft lastet.
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Wettbewerbsfähigkeit auf dem Prüfstand
Die Veröffentlichung fällt in eine ohnehin angespannte Phase. Die Sorge um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Schlüsselindustrien – von der Chemie bis zum Maschinenbau – wächst. Zwar hat die Ampelkoalition Entlastungen bei Netzentgelten und der Stromsteuer auf den Weg gebracht. Viele Unternehmen halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Die IW-Zahlen liefern nun handfeste Argumente für Wirtschaftsverbände, die eine umfassendere Entlastungs- und Reformagenda fordern.
Kann die Politik die richtigen Schlüsse ziehen? Die Summe von einer Billion Euro ist mehr als eine Statistik – sie ist ein Indikator für verpasste Wertschöpfung und investitionsschwache Jahre.
Zerreißprobe für die Finanzpolitik
Die Bundesregierung steht vor einem Dilemma. Einerseits drängen die Schuldenbremse und steigende Zinslasten auf Haushaltskonsolidierung. Andererseits zeigen die IW-Zahlen: Unterlassene Investitionen in Infrastruktur, Energieautonomie und digitale Souveränität könnten langfristig noch teurer werden. Die Debatte verschiebt sich. Es geht nicht mehr nur um die Frage, wo gespart werden kann, sondern vor allem darum, wo gezielt investiert werden muss, um Zukunftswachstum zu generieren.
Die Gewerkschaften dürften die Zahlen nutzen, um vor einem reinen Sparkurs zu warnen. Ihr Forderungskatalog wird öffentliche Investitionen in Bildung, Qualifizierung und den sozial gerechten Wandel umfassen. Die Arbeitgeberverbände werden hingegen auf weitere Entlastungen bei Steuern und Bürokratie pochen.
Druck auf den Wirtschaftsausschuss steigt
Die neuen Daten werden die Agenda des Bundestags-Wirtschaftsausschusses in den kommenden Wochen dominieren. Erwartet werden intensive Anhörungen mit Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern. Der Druck auf die Koalition, über bisherige Ankündigungen hinaus eine kohärente Standortstrategie vorzulegen, ist sprunghaft gestiegen.
Die anstehenden Haushaltsverhandlungen für 2027 werden zum Lackmustest. Entscheidungen über beschleunigte Planungsverfahren, eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung sowie steuerliche Anreize für Innovation werden zeigen, ob Deutschland aus der Dauerkrise ausbrechen kann. Die fast eine Billion Euro teure Lektion der vergangenen Jahre muss jetzt in zukunftsweisendes Handeln umgemünzt werden.
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