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Itzehoer Aktien Club GbR / Heißer Börsenherbst? Was Wolken am ...

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 09:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Heißer Börsenherbst? Was Wolken am Anleihemarkt für Aktienanleger bedeuten können? Itzehoe - Dax und Dow Jones mit neuen Rekorden, Unternehmensgewinne sprudeln, Künstliche Intelligenz sorgt für Fantasie und von Rezession ist wenig zu sehen: An der Börse herrscht derzeit eitel Sonnenschein.

Doch am Anleihemarkt ziehen erste Wolken auf. Warum das auch für Aktienanleger wichtig werden kann, erklärt Jörg Wiechmann, Geschäftsführer beim Itzehoer Aktien Club.

Die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind zuletzt weltweit kräftig gestiegen. Für 30-jährige US-Anleihen gibt es mehr als 5 Prozent Zinsen, der deutsche Staat muss seinen Gläubigern fast 4 Prozent Zinsen zahlen. "Ein wesentlicher Auslöser der jüngsten Nervosität am Zinsmarkt sind die immer weiter steigenden Staatsschulden", erläutert Jörg Wiechmann. Die USA haben gerade die Marke von 40 Billionen Dollar durchbrochen, gleichzeitig steigen mit den Zinsen die laufenden Kosten für diese Schulden - in diesem Jahr auf voraussichtlich 1,2 Billionen Dollar.

Dennoch sieht der IAC-Experte die USA nicht unmittelbar vor einer Staatsschuldenkrise. Denn sie verfügen über eine starke Volkswirtschaft und den größten Kapitalmarkt der Welt und besitzen mit dem Dollar die Weltleitwährung: "Das verschafft ihnen finanzielle Spielräume." Aber auch die Vereinigten Staaten könnten nicht auf Dauer ihre Schulden schneller wachsen lassen als ihre Fähigkeit, diese zu finanzieren.

Zumal es bei der Suche nach frischem Geld neuerdings Konkurrenz gibt mit den großen US-Technologiekonzernen: Diese investieren gigantische Summen in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz und finanzieren einen Teil davon ebenfalls über Schulden. "Meta beispielsweise lockt Anleger inzwischen mit rund 7 Prozent Zinsen", sagt Jörg Wiechmann. Wenn aber Staaten und Unternehmen am Kapitalmarkt immer größere Summen nachfragen, steigt der Preis des Geldes: der Zins. "Und spätestens hier wird aus einem Problem des Anleihemarktes auch eines für Aktienanleger", so der IAC-Geschäftsführer.

Denn die Frage sei, ob sich das Risiko einer Aktie noch lohne angesichts der Renditen bei Anleihen. Höhere Zinsen verteuerten zudem die Finanzierung für Unternehmen und schmälerten die Gewinne, durch den Abzinsungseffekt auch die in ferner Zukunft erwarteten, sagt Jörg Wiechmann. Ausgerechnet die aktuellen Lieblinge der Börse seien dafür besonders anfällig: Die US-Technologiekonzerne häuften erhebliche Schulden an, und ihre Aktien würden mit hohen Erwartungen an ihre zukünftigen Gewinne bewertet. Die Folge: "Steigende Zinsen treffen sie gleich doppelt."

Wie sich der Börsenherbst entwickeln werde, lasse sich nicht seriös prognostizieren, hält er fest. Doch die Wolken am Anleihemarkt seien ein guter Grund, als Aktionär nicht nur auf die aktuell noch sonnenverwöhnten US-Aktien und Tech-Titel zu setzen, sondern breit über solide Qualitätsunternehmen, Branchen und Regionen zu streuen.

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