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Italian Sea Group: Gericht kippt Auftragsschutz

12.06.2026 - 09:25:01 | boerse-global.de

Ein Gericht in Florenz kippt den Kündigungsschutz für fünf Yacht-Bauverträge. Die Aktie des Luxuswerft-Betreibers bricht daraufhin massiv ein.

Italian Sea Group Aktie: Gerichtsurteil stoppt Sanierungskurs
Italian - Eine moderne Superyacht im Trockendock, umgeben von Industrieanlagen und Kränen. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Traum von der schnellen Sanierung ist erst einmal geplatzt. The Italian Sea Group musste am Freitag einen heftigen Kursrutsch hinnehmen. Ein Gerichtsbeschluss aus Florenz durchkreuzt die Pläne des angeschlagenen Luxusyacht-Herstellers.

Das Papier fiel um fast zehn Prozent auf 1,40 Euro und unterschritt damit seinen 50-Tage-Durchschnitt. Die Aktie notiert nun satte 43 Prozent unter dem Jahreshoch von 2,46 Euro.

Gericht kippt wichtige Schutzklausel

Im Zentrum des Desasters steht die Entscheidung des Gerichts von Florenz. Fünf Eignern von Schiffen in Bau wurde Recht gegeben — sie dürfen ihre Verträge nun doch kündigen.

Bis zu diesem Urteil schützte eine Verfügung aus April 2026 die Verträge. Die sogenannten Schutzmaßnahmen sollten die Aufträge während des laufenden Sanierungsverfahrens sichern. Genau das ist jetzt für fünf Projekte hinfällig. Die Gerichte sehen die Schiffe nicht als geschäftskritische Anlagen im Sinne des Krisenverfahrens.

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Das ist Gift für die Auftragsbücher. Denn jeder Kündigung ist ein Millionenauftrag weniger — und die Zukunft der Werft steht auf dem Spiel.

Krisenstimmung mit offenen Baustellen

Seit März 2026 läuft die Werft unter einem „verhandelten Krisenvergleich". Das Eigenkapital war unter die italienische Mindestgrenze gefallen — die Folge außerplanmäßiger Kosten bei mehreren Großprojekten.

Ein unabhängiger Experte begleitet die Sanierung. Die operative Führung liegt weiter beim Management. CEO Giovanni Costantino erklärte zuletzt, man wolle in Kürze wieder volle Auslastung erreichen. Der Wegfall der gerichtlichen Auftragssicherung macht das nun deutlich schwerer.

Hinzu kommen interne Querelen. Costantino selbst hat Strafanzeige gegen mehrere frühere Top-Manager gestellt. Der Vorwurf: Vertuschen der tatsächlichen Orderlage und Weitergabe falscher Zahlen. Eine forensische Prüfung durch KPMG soll bis Anfang Juli Klarheit bringen.

Volatiles Papier mit dünnem Polster

Die Aktie bleibt ein Hochrisikopapier. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei fast 109 Prozent. Kein Wunder: Anleger müssen jede Woche mit neuen Hiobsbotschaften rechnen.

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Die Werft selbst steigert zwar die Produktion. Ob die fünf betroffenen Kunden tatsächlich kündigen, ist noch offen. Im schlimmsten Fall brechen Einnahmen weg, die für den Schuldenabbau eingeplant waren.

Der nächste Termin steht: Im Juli kommt die Hauptversammlung zusammen. Dann geht es um die Strategie in der Krise und den weiteren Sanierungskurs. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball ohne Netz.

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