IT-ISAC-Bericht: Rekordhoch bei Ransomware-Angriffen
15.02.2026 - 11:24:12Ransomware-Angriffe erreichen Rekordniveau, IT-Branche im Fokus. Neue Daten der IT-ISAC und der Food & Agriculture-ISAC belegen eine beschleunigte Ausbreitung in den vergangenen zwölf Monaten. Insgesamt zählte man 2025 weltweit 6.351 Angriffe, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind IT-Dienstleister, Software-Anbieter und MSPs, die Lieferketten in großem Stil angreifen.
IT-Sektor unter Beschuss: Neue Hochs bei IT-Vorfällen
IT-Unternehmen verzeichneten 2025 insgesamt 746 Vorfälle – mehr als doppelt so viele wie 2024 (300). Der Anstieg deutet darauf hin, dass Angreifer gezielt IT-Anbieter ins Visier nehmen, um über deren Kundenstämme weitreichende Erpressungspotenziale zu schaffen. Experten sehen hier eine bewusste Umstellung der Taktik auf Lieferkettenangriffe.
Kritische Infrastruktur und Landwirtschaft schwer getroffen
Während der Technologiesektor am stärksten wächst, bleiben auch kritische Einrichtungen nicht verschont. Laut Food & Ag-ISAC stiegen Angriffe gegen Lebensmittel- und Agrarbetriebe um 82 Prozent. Die USA tragen den Großteil der Angriffe: 3.311 Vorfälle im Jahr 2025 entsprechen über 52 Prozent aller gemeldeten Fälle weltweit. Die Angreifer kombinieren vermehrt Angriffe gegen Infrastruktur mit DDoS-Wellen, um Betriebe auch dann zu blockieren, wenn Lösegeldzahlungen ausbleiben.
Zunehmend verschärfte Erpressung: Verschlüsselung wird irrelevant
Die Berichte zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Verschlüsselung der Systeme rückt in den Hintergrund, während Daten exfiltriert und drohend veröffentlicht werden. Diese „verschlüsselungslose Erpressung“ beschleunigt Angriffe auf Cloud-Umgebungen, da dort das Verschlüsseln großer Datenmengen oft technisch schwierig ist, der Datendiebstahl jedoch leichter gelingt. Gleichzeitig verschärfen Zero-Day-Angriffe die Uhr: 2025 verkürzte sich der Zeitraum zwischen Entdeckung einer Schwachstelle und deren Ausnutzung auf wenige Stunden. Gruppen wie CL0P setzen automatisierte Tools ein, um neue Schwachstellen massenhaft auszunutzen.
Aktuelle Opferfälle zeigen Tragweite der Bedrohung
Diese Woche kommen konkrete Vorfälle hinzu. Am Donnerstag, dem 12. Februar 2026, meldeten Bundesbehörden in Italien einen Ransomware-Angriff auf die Gemeinde Battipaglia in der Provinz Salerno. In den USA kündigte der Dienstleister Aux Home Services in Alabama einen Angriff an, und das Awardhaus-Unternehmen Stanley Autenrieth Auction Group zählte WorldLeaks zufolge zu den Opfern. Die Bandbreite beweist: Keine Branche – von Kommunalverwaltung bis zu Privatanbietern – bleibt verschont.
Ausblick 2026: Volatilität bleibt Kernmerkmal
Branchenexperten rechnen damit, dass die Angriffsaktivität in 2026 weiter steigt. Basierend auf dem Vorjahr könnte die globale Zahl der Ransomware-Fälle 12.000 oder mehr erreichen. Die IT-SISAC rät Unternehmen, sich verstärkt auf Cloud-Angriffe vorzubereiten und Lieferantenrisiken präziser zu managen. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Lieferkettenrisiken ernst nehmen, insbesondere bei multinationalen Partnern und Cloud-Diensten. Relevante Beispiele aus der Wirtschaftsszene zeigen sich auch hierzulande: SAP, Telekom und andere DAX-Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen.
- Experten empfehlen: klare Governance rund um SaaS-Konten, Minimierung von Berechtigungen und regelmäßige Redundanzen bei Backups. Nur so lässt sich der teure Stillstand in Krisenphasen begrenzen.
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