IT-Branche vor historischen Warnstreiks
02.03.2026 - 15:10:51 | boerse-global.deÖsterreichs IT-Sektor steht vor dem ersten flächendeckenden Arbeitskampf seiner Geschichte. 90.000 Beschäftigte wollen am 3. und 4. März die Arbeit niederlegen.
Der Grund: Die Verhandlungen für den IT-Kollektivvertrag 2026 sind nach sechs Runden gescheitert. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) erhielt am 26. Februar vom ÖGB das Streikmandat. Die nächste Verhandlungsrunde ist erst für den 10. März angesetzt – eine Woche nach den geplanten Streiktagen.
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Kluft bei Gehaltsforderungen
Im Zentrum des Konflikts liegen die Gehaltsforderungen. Die GPA fordert nun eine Erhöhung von 3,5 Prozent sowohl für Mindest- als auch für Ist-Gehalter. „Diese Anpassung ist notwendig, um die Attraktivität der Branche zu erhalten“, argumentieren die Gewerkschafter.
Die Arbeitgeberseite hält dagegen. Der Fachverband UBIT in der Wirtschaftskammer bietet lediglich 2,5 Prozent für Mindestgehälter und 2,0 Prozent für den Ist-Lohn-Pool an. GPA-Chefverhandlerin Sandra Steiner nennt dieses Angebot „minimal“ und fordert deutliche Nachbesserungen.
Verhandlungen im Dauerkrisenmodus
Die Verhandlungen begannen bereits im November 2025 – ohne Durchbruch. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern Verzögerungstaktik vor, besonders bei den Ist-Gehaltserhöhungen. Im Januar eskalierte der Konflikt mit einer Demonstration vor der Wirtschaftskammer.
Die sechste Verhandlungsrunde am 18. Februar brachte dann die endgültige Wende. Obwohl die Arbeitgeber erstmals ein Angebot zu Ist-Gehältern vorlegten, lehnte die GPA es sofort als unzureichend ab. Die folgende Betriebsrätekonferenz beschloss die Warnstreiks.
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Wirtschaftsklima vs. Branchenerfolg
Die Arbeitgeber verteidigen ihre Position mit Verweis auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Die Gewerkschaftsforderungen sind für viele KMU nicht tragbar“, erklärt Arbeitgeberverhandler Martin Zandonella. Der IT-Sektor bestehe größtenteils aus kleinen und mittleren Unternehmen.
Die Arbeitgeber verweisen auf verlangsamtes Jobwachstum und ein angespanntes Geschäftsklima. Die Gewerkschaft kontert: Die IT-Branche habe sich besser entwickelt als die Gesamtwirtschaft – und dies sei maßgeblich den Mitarbeitern zu verdanken.
Weichenstellung für die Zukunft
Die kommenden Streiktage markieren eine Zäsur für die österreichische Technologiebranche. Bisher galt der Sektor als wenig gewerkschaftlich organisiert. Nun zeigt sich ein neues Selbstbewusstsein der Beschäftigten.
Die entscheidende Frage: Reicht der Druck der Streiks aus, um die Verhandlungspartner wieder an einen Tisch zu bringen? Für 90.000 IT-Beschäftigte geht es nicht nur um ihre Gehälter für 2026. Das Ergebnis wird ein Signal setzen – für künftige Tarifrunden und das Kräfteverhältnis in einer Schlüsselbranche.
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