ROUNDUP, Israels

Israels Armee bestÀtigt 'begrenzte' BodeneinsÀtze im Libanon

16.03.2026 - 09:07:52 | dpa.de

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen "begrenzte und gezielte BodeneinsĂ€tze" im SĂŒden des Nachbarlands Libanon begonnen.

Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee am Morgen mit. Die EinsĂ€tze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schĂŒtzen.

Vor dem Einmarsch der Soldaten habe Israels MilitĂ€r Angriffe mit Artillerie und aus der Luft ausgefĂŒhrt, "um Bedrohungen im Einsatzgebiet zu minimieren". Die "Times of Israel" sprach von einer "Erweiterung der Pufferzone" im SĂŒdlibanon, "um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten".

Bericht: Bodentruppen töten Dutzende Hisbollah-Mitglieder

Die Zeitung hatte bereits am Wochenende berichtet, dass israelische Bodentruppen bei KĂ€mpfen im SĂŒdlibanon Dutzende MilizionĂ€re der irantreuen Hisbollah getötet hĂ€tten. Israels Verteidigungsministerium bestĂ€tigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden.

Die Schiitenorganisation bestÀtigte auf Anfrage BodeneinsÀtze in der Gegend um Chijam, die in der NÀhe der Grenze zu Israel liegt.

Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die KĂ€mpfe zwischen der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah-Miliz und Israels MilitĂ€r wieder aufgeflammt. In dem Land herrscht nun Sorge vor einer grĂ¶ĂŸeren Bodenoffensive Israels. Nach Darstellung des Nachrichtenportals "Axios" will Israel das gesamte Gebiet sĂŒdlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militĂ€rische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Der Fluss ist etwa 30 Kilometer von Israels Grenze entfernt.

Israel droht Libanon mit Gebietseinnahmen

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte dem Nachbarland kĂŒrzlich mit der Einnahme von Gebieten gedroht, sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern und die Miliz zu entwaffnen. Die Hisbollah sollte eigentlich gemĂ€ĂŸ einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen.

Hisbollah griff in den Iran-Krieg ein

Israels Armee schickte bereits Anfang MĂ€rz weitere Bodentruppen in den SĂŒdlibanon. Dort hatte das israelische MilitĂ€r zuvor noch fĂŒnf Posten gehalten. Seitdem ist es an weiteren Punkten stationiert. Der Schritt war eine Reaktion auf das Eingreifen der Hisbollah in den Krieg an der Seite des Irans. Die Miliz hatte Israel vor zwei Wochen erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder mit Raketen angegriffen. Zuvor hatte es einen einjĂ€hrigen Krieg zwischen beiden gegeben.

Israel griff auch wĂ€hrend der Waffenruhe immer wieder Hisbollah-Ziele an, mit der BegrĂŒndung, die Miliz halte sich nicht an die Vereinbarungen und wolle sich neu bewaffnen. Wegen der Angriffe warf auch die Hisbollah Israel vor, sich nicht an die Abmachungen zu halten.

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron forderte Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin zuletzt Netanjahu dazu auf, von einer Bodenoffensive im Libanon abzusehen. Er forderte beide Seiten auf, zum Waffenruheabkommen zurĂŒckkehrten.

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