iShares MSCI South Korea ETF: KOSPI stürzt 10,84 Prozent ab
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Aktienmarkt hat am heutigen Dienstag einen massiven Ausverkauf erlebt, der den iShares MSCI South Korea ETF erheblich unter Druck setzt. Der Leitindex KOSPI verzeichnete einen Einbruch von 10,84 Prozent und schloss bei 6.023,66 Punkten. Die Panikverkäufe führten dazu, dass an der Börse in Seoul bereits am Vormittag Handelsunterbrechungen durch sogenannte Circuit Breaker ausgelöst wurden. Der ETF notiert im heutigen Handel bei 135,76 Euro, was einem Rückgang von 4,25 Prozent entspricht.
Technologiewerte unter extremem Verkaufsdruck
Besonders hart traf es die Schwergewichte der Halbleiterindustrie, die für die südkoreanische Wirtschaft und die Zusammensetzung des ETF eine entscheidende Rolle spielen. Die Papiere des Branchenführers Samsung Electronics brachen um 13,39 Prozent ein, während der Speicherchiphersteller SK Hynix sogar Verluste von 14,65 Prozent hinnehmen musste. Der Kurs des ETF hat sich damit weiter von seinen Höchstständen entfernt und weist nun einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -29,88 Prozent auf.
Hintergrund der massiven Verluste ist eine Kombination aus globalen und regionalen Faktoren. In China meldeten staatlich gestützte Unternehmen den Durchbruch bei der Massenproduktion eigener DUV-Lithografiemaschinen für die Chipherstellung. Diese Entwicklung schürt Ängste vor einer sinkenden Abhängigkeit Chinas von westlicher und südkoreanischer Technologie. Gleichzeitig feierte der chinesische Speicherchip-Produzent CXMT am Montag ein fulminantes Börsendebüt in Shanghai mit einem Kurssprung von über 460 Prozent. Analysten von Nomura gehen davon aus, dass CXMT seinen globalen Marktanteil bei DRAM-Speichern bis Ende 2028 auf 18 Prozent steigern könnte, was den Druck auf die etablierten südkoreanischen Giganten erhöht.
Analysten warnen vor strukturellen Risiken im KI-Sektor
Zusätzlich zur Konkurrenz aus China belasten Berichte über eine mögliche milliardenschwere Finanzierungszusage von Nvidia für OpenAI die Stimmung im Halbleitersektor. Anleger fürchten eine zunehmende Verschuldung der großen Tech-Konzerne im Zuge des KI-Booms. Christopher Wood, Analyst bei Jefferies, warnt zudem vor einer massiven Kapitalvernichtung in den US-Märkten durch günstigere chinesische KI-Modelle, was die Nachfrage nach teuren Hochleistungschips drosseln könnte.
Trotz der dramatischen Kursverluste mahnen einige Experten zur Besonnenheit. Han Ji-young, Analyst bei Kiwoom Securities, bezeichnete den Absturz als übertrieben und betonte, dass die fundamentalen Daten der Unternehmen weiterhin intakt seien. Ausländische Investoren verkauften am heutigen Dienstag südkoreanische Aktien im Rekordwert von bis zu 4,97 Billionen Won, während Privatanleger die niedrigen Kurse teilweise für Zukäufe nutzten. Dennoch bleibt die Volatilität hoch, zumal auch der japanische Nikkei 225 und andere asiatische Handelsplätze deutliche Verluste verbuchten.
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