iShares MSCI Global Semiconductors ETF: TSMC-Preiserhöhung am 21. Juli
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TSMC will die Preise erhöhen. Für Anleger im Halbleitersektor ist das eine gute Nachricht – nach Wochen des Ausverkaufs.
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc gewann am Mittwoch ein Prozent und stieg auf 18,23 Euro. Die Erholung folgt auf eine heftige Korrekturphase: Der Sektor war zuletzt in einen technischen Bärenmarkt gerutscht, nachdem er seit seinem Juni-Hoch rund 20 Prozent verloren hatte. Jetzt greifen Anleger wieder gezielt bei niedrigeren Kursen zu.
TSMC erhöht Preise für KI-Chips
Den Ausschlag für die Stabilisierung gab eine Meldung aus Taiwan. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., zentraler Baustein der globalen Chip-Lieferkette, plant höhere Preise für seine Auftragsfertigung. Berichten vom 21. und 22. Juli zufolge will der Konzern sowohl bei modernsten als auch bei älteren Fertigungsverfahren die Preise um bis zu 10 Prozent anheben – ab kommendem Jahr oder 2027.
Der Hintergrund: steigende Materialkosten und teure Kapazitätserweiterungen, etwa am neuen Standort in Arizona. TSMC-Aktien gerieten nach den Quartalszahlen vom 16. Juli zunächst unter Druck. Grund waren hohe geplante Investitionen von 60 bis 64 Milliarden Dollar. Am 21. Juli erholte sich die Aktie dann um mehr als 3 Prozent. Anleger werten die hohen Ausgaben zunehmend als notwendigen Schritt, um die technologische Führung bei der 2-Nanometer-Fertigung zu sichern.
ASML und Nvidia treiben den ETF
Auch die größten Positionen im Fonds legten zu. ASML Holding stieg am 21. Juli um rund 3,3 Prozent. Analysten erwarten mittlerweile eine Bruttomarge von 56 Prozent für die zweite Jahreshälfte 2026, langfristig sogar über 60 Prozent.
Nvidia gewann 2 Prozent, nachdem der Konzern erste Lieferphasen seiner neuen KI-Plattform „Vera Rubin" angekündigt hatte. Die Aktie notiert zwar noch rund 12 Prozent unter ihrem Rekordhoch. Einige Analysten halten die aktuelle Bewertung im Verhältnis zum Wachstum trotzdem für attraktiv. Der Markt richtet sich bereits auf die Nvidia-Quartalszahlen im August aus.
Intel überrascht vor Zahlen
Vor seinem wichtigen Quartalsbericht am 23. Juli lieferte auch Intel einen Impuls. Der Konzern kündigte weitere Stellenstreichungen im Rahmen seines Sparprogramms an. Die Aktie sprang daraufhin am 21. Juli um 8,6 Prozent nach oben. Anleger honorierten den Fokus auf Profitabilität und den Ausbau des Foundry-Geschäfts.
Der ETF bleibt trotz der jüngsten Erholung deutlich volatil. Die annualisierte 30-Tage-Schwankung liegt bei 65,87 Prozent – ein Zeichen dafür, wie unsicher der Markt die kurzfristige Rendite von KI-Investitionen gegenüber dem langfristigen Strukturwachstum noch einschätzt. Der RSI von 48,4 signalisiert derzeit ein neutrales Marktmomentum, weder überkauft noch überverkauft.
Der Fonds notiert aktuell rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,52 Euro. Ob TSMCs Preiserhöhung, Nvidias neue Plattform und Intels Sparkurs reichen, um den Bärenmarkt endgültig zu beenden, entscheidet sich in den kommenden Wochen – spätestens mit Nvidias Zahlen im August.
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