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iShares Global Semiconductors ETF: Bärenmarkt am 17. Juli bestätigt

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 20:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Halbleitersektor rutscht in einen Bärenmarkt. Massive Verluste bei TSMC, Samsung und Nvidia belasten den iShares MSCI Global Semiconductors ETF.

Halbleiter-ETF stürzt ab: Bärenmarkt erreicht Chip-Sektor
Abstrakte Darstellung eines Bärenmarktes mit stilisierten Halbleiterchips und fallenden Chartlinien in kühlen Blau- und Grautönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli 2026 unter erheblichen Verkaufsdruck geraten. Mit einem Rückgang auf 17,17 € notiert der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF nun 20,22 % unter seinem am 22. Juni markierten 52-Wochen-Hoch von 21,52 €. Damit bestätigt der Sektor technisch den Eintritt in einen Bärenmarkt, der durch fallende Kurse bei führenden Chipherstellern in Asien und den USA ausgelöst wurde. Trotz der aktuellen Korrektur verzeichnet der Wert seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von 79,70 %.

TSMC-Prognosen schüren Sorgen um Kapitalbindung

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle war unter anderem die Reaktion auf die Quartalszahlen von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Der Branchenprimus meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 40,2 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 36 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Nettogewinn kletterte um 77,4 % auf 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar. Besonders die Nachfrage nach Hochleistungsrechnern (HPC), die 66 % des Umsatzes ausmachten, trieb das Ergebnis.

Trotz dieser Rekordwerte und einer Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf über 40 % reagierten Anleger skeptisch. TSMC erhöhte das Budget für Kapitalausgaben auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar. Analysten von Morgan Stanley und J.P. Morgan äußerten Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieser massiven Investitionen auf die Bruttomargen, insbesondere im Hinblick auf den Ausbau der 2-Nanometer-Produktion. In Taipeh brach die TSMC-Aktie daraufhin am 17. Juli um 7,29 % ein.

Analysten sehen Ende des Investitionsbooms

Ein wesentlicher Faktor für den Stimmungsumschwung ist eine aktuelle Analyse von UBS zum Investitionsverhalten der großen Cloud-Anbieter, den sogenannten Hyperscalern. Während deren Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur im Jahr 2026 voraussichtlich noch um 76 % auf 673 Milliarden US-Dollar steigen werden, prognostiziert die Bank für die Folgejahre eine deutliche Abkühlung. Demnach soll das Wachstum der Investitionen im Jahr 2027 auf 25 % und bis 2028 auf nur noch 6 % zurückgehen.

Diese Aussicht auf eine Normalisierung des Nachfragezyklus trifft auf einen Markt, der laut einer Umfrage der Bank of America bereits als extrem überlaufen gilt. Demnach stuften 82 % der befragten Fondsmanager Halbleiter-Aktien als den derzeit meistgehandelten Sektor ("most crowded trade") ein. Zusätzliche Verunsicherung löste ein einjähriges Moratorium für den Bau großer Rechenzentren aus, das am 15. Juli in New York verhängt wurde.

Massive Verluste bei Schwergewichten in Asien und USA

Der Ausverkauf erstreckte sich über alle wichtigen Handelsplätze. In Südkorea verloren die Aktien von Samsung 8,77 % und SK Hynix 11,53 %. In Japan halbierte sich der Marktwert des Speicherchipherstellers Kioxia innerhalb eines Monats, nachdem die Aktie am Freitag in Tokio um weitere 16 % einbrach. Kioxia fiel damit vom Status des wertvollsten japanischen Unternehmens auf den vierten Platz zurück.

In den USA setzten sich die Verluste fort. Nvidia verlor im Handelsverlauf rund 3,4 %, während AMD um 4,9 % und Applied Materials um 6,5 % nachgaben. Neben den sektorspezifischen Sorgen belasteten auch geopolitische Spannungen das Marktumfeld. Steigende Ölpreise aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Iran sowie ein allgemeiner Rückzug aus Technologiewerten belasteten die Indizes zusätzlich. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete mit einem Minus von etwa 11 % die schlechteste Handelswoche seit März 2025.

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