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iShares Global Semiconductors ETF: 5,52% Sprung nach Nvidia-Ankündigung

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der iShares Global Semiconductors ETF legt nach einem Absturz um 5,5 Prozent zu. Nvidia und TSMC treiben die Erholung mit positiven Nachrichten an.

Chip-ETF erholt sich stark nach wochenlangem Kursrutsch
Ein moderner Mikrochip auf einer Leiterplatte vor einem verschwommenen Hightech-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Kursplus von 5,52 Prozent an einem einzigen Tag. Nach Wochen des Absturzes meldet sich der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF eindrucksvoll zurück. Der Fonds schloss am Dienstag bei 18,05 Euro — und die Auslöser kommen direkt aus den Chefetagen der größten Chip-Konzerne.

Zuvor hatte es heftig gerumpelt. Über 30 Tage hinweg verlor der ETF 15,76 Prozent an Wert. Die aktuelle Erholung ändert daran wenig am Gesamtbild: Der Fonds notiert weiterhin gut 16 Prozent unter seinem Jahreshoch von 21,52 Euro, das er Ende Juni erreicht hatte.

Nvidia und TSMC liefern die Zündfunken

Der Kurssprung hat einen klaren Namen: Nvidia. Der Chip-Riese präsentierte am Dienstag Details zu seiner kommenden "Rubin"-GPU-Architektur. Das Unternehmen zeigte, wie sich die Technik über riesige Rechenzentren skalieren lässt. Dazu kommt die neue Spectrum-X-Ethernet-Plattform, speziell konzipiert für sogenannte "Gigascale AI Factories".

Nvidia kündigte zusätzlich eine neue Fertigungsstätte in Fort Worth, Texas an. Partner ist der taiwanesische Auftragsfertiger Wistron.

Parallel dazu sorgt TSMC für Gesprächsstoff. Der weltgrößte Auftragschiphersteller hatte am 16. Juli Rekordzahlen vorgelegt: Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal um 77,4 Prozent auf 706,56 Milliarden neue Taiwan-Dollar. Nun berichten Marktbeobachter, TSMC bereite Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent für seine modernsten Fertigungsprozesse vor. Die Anhebungen sollen im späteren Jahresverlauf greifen — ein Signal für die ungebrochen hohe Nachfrage nach KI- und High-Performance-Computing-Hardware.

Der Sektor bleibt fundamental stark

Auch abseits von Nvidia und TSMC zeigt sich die Branche robust. ASML hob am 15. Juli seine Umsatzprognose für 2026 an. Der niederländische Lithografie-Spezialist rechnet nun mit einem Gesamtumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro. Als Treiber nennt ASML die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Chips und einen kräftigen Auftragseingang.

Die Branchenstatistik WSTS untermauert dieses Bild. Die Organisation hob ihre Wachstumsprognose für den globalen Halbleitermarkt zuletzt deutlich an und erwartet für das laufende Jahr einen Umsatzsprung von 90 Prozent. Die Maidaten liefern den Beleg: Der weltweite Chipumsatz wuchs im Jahresvergleich um 119 Prozent — nach einem Plus von 106 Prozent im April. Die Beschleunigung nimmt also weiter Fahrt auf.

Charttechnik: Erholung, aber noch keine Trendwende

Trotz des kräftigen Tagesgewinns bleibt die Lage fragil. Die 30-Tage-Volatilität des Fonds liegt bei annualisiert 69,06 Prozent — ein Wert, der die extremen Schwankungen im aktuellen KI-Investitionszyklus widerspiegelt. Der RSI von 47,3 signalisiert dabei weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen, sondern eher eine Marktsuche nach neuer Richtung.

Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 12,72 Euro, der aktuelle Kurs damit knapp 42 Prozent darüber. Die Jahresperformance von 88,91 Prozent zeigt: Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt 2026 bislang ein starkes Jahr für Halbleiter-Investoren.

Der Fonds bildet den MSCI ACWI IMI Semiconductors & Semiconductor Equipment ESG Screened Select Capped Index ab und bietet damit physischen Zugang zur gesamten Wertschöpfungskette der Branche — von Chipdesignern über Ausrüstungshersteller bis zu Fertigungsbetrieben. Ob die aktuellen Preiserhöhungen bei TSMC und die neuen Nvidia-Ankündigungen ausreichen, um den kurzfristigen Abwärtstrend endgültig zu brechen, dürfte sich in den kommenden Wochen an den Auftragseingängen der großen Zulieferer zeigen.

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