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iShares Global Semiconductors ETF: 4,48% Sturz nach BoA-Warnung

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 20:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Halbleiter-ETF verliert nach Warnung vor Blasenrisiko deutlich. Gewinnmitnahmen und eine Sammelklage gegen Speicherhersteller belasten die Kurse.

Chip-ETF stürzt ab: Gewinnmitnahmen und Klage belasten
Nahaufnahme eines komplexen Halbleiterchips mit leuchtenden Schaltkreisen, dargestellt vor einem verschwommenen Hightech-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hype um künstliche Intelligenz hat den Halbleitern seit Jahresbeginn einen Höhenflug beschert. Jetzt kommt die Gegenbewegung – und die fällt heftig aus. Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF verlor am Mittwoch 4,48 Prozent und notiert bei 19,96 Euro.

Erst vor gut einer Woche markierte der Fonds mit 21,52 Euro sein 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von 102 Prozent. Doch die Luft wird dünner.

Analysten schlagen Alarm

Auslöser des Ausverkaufs ist eine Warnung der Bank of America. Die Analysten sehen bei den Bewertungen der Halbleiterbranche ein "Blasenrisiko". Das hat viele Anleger veranlasst, Gewinne mitzunehmen.

Am Mittwoch traf es die Schwergewichte besonders hart. Intel verlor sieben Prozent, AMD gab fünf Prozent nach. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) rutschte um sechs Prozent ab.

Der Kursrutsch kommt nach einem historischen zweiten Quartal. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) legte zwischen April und Juni um 87,8 Prozent zu – das stärkste Quartal seit 1994. Micron verzeichnete binnen zwölf Monaten ein Plus von über 836 Prozent.

Speicherchips unter Druck

Die Speicherhersteller trifft es gleich doppelt. Micron, Samsung und SK Hynix wurden in einer Sammelklage wegen mutmaßlicher Preisabsprachen bei DRAM-Chips genannt. Samsung fiel um vier Prozent, SK Hynix um drei Prozent.

Dabei ist die Nachfrage weiter immens. Apple-Chef Tim Cook sprach jüngst von einer "extremen Knappheit" bei Speicherchips – der schlimmsten seit 40 Jahren.

Ausblick: Superzyklus oder Korrektur?

Die Meinungen der Experten gehen auseinander. Nomura rechnet damit, dass der Halbleiter-Superzyklus bis 2027 anhält. 2026 werde die Nachfrage nach KI-Servern um 78 Prozent steigen.

Andere Beobachter warnen vor der hohen Volatilität. Die 30-Tage-Volatilität des ETFs liegt annualisiert bei 63,25 Prozent. Der RSI von 54,7 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situationen. Mit 13,24 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 17,63 Euro bleibt der mittelfristige Trend intakt.

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