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Iron Software und NVIDIA treiben autonome Dokumenten-KI voran

05.02.2026 - 16:35:12

KI-Systeme automatisieren nun ganze Arbeitsabläufe in Dokumentenprozessen. Branchenreports prognostizieren massive Investitionen und Integration bis 2028, während Tools von NVIDIA und Iron Software die Grundlage schaffen.

Künstliche Intelligenz wird vom passiven Helfer zum aktiven Mitarbeiter in Dokumenten-Workflows. Diese Woche verdeutlichen mehrere Ankündigungen den rasanten Aufstieg sogenannter agentischer KI, die ganze Arbeitsabläufe automatisiert – nicht nur Einzelschritte. Diese Systeme verstehen, planen und führen komplexe, mehrstufige Aufgaben selbstständig aus. Für dokumentenlastige Branchen bedeutet dies einen Wendepunkt.

Am 5. Februar 2026 betonte Iron Software, ein Anbieter von Dokumentenverarbeitungs-Bibliotheken, seine strategische Rolle in dieser neuen Landschaft. Zuverlässige Werkzeuge, die KI-Agenten für echte Arbeit nutzen können, seien die Grundvoraussetzung. Einen Tag zuvor hatte NVIDIA Einblicke gegeben, wie seine offenen Nemotron-Modelle Entwicklern den Bau solcher Agenten für intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP) ermöglichen. Diese Systeme gehen weit über einfache Textextraktion hinaus: Sie leiten eigenständig Business-Intelligence aus komplexen Dateien ab und verändern damit grundlegend, wie Unternehmen mit ihren Dokumentenarchiven interagieren.

Vom Auslesen zum Ausführen: Die neue Generation der Dokumenten-KI

Jahrelang bedeutete KI in Dokumententools vor allem Texterkennung (OCR) und einfache Datenextraktion. Der aktuelle Wandel ist ein Quantensprung hin zur kognitiven Automatisierung. Moderne IDP-Systeme interpretieren heute nicht nur Text, sondern auch den multimodalen Inhalt von Dokumenten – Tabellen, Diagramme und Bilder. NVIDIA erläuterte diese Woche, wie seine Modelle und Bibliotheken solche Workflows mit Techniken wie Retrieval-Augmented Generation (RAG) ermöglichen. So wird statischer PDF-Inhalt in handlungsleitende Erkenntnisse für andere Multi-Agenten-Systeme verwandelt.

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Die Technologie behandelt ein Dokument nicht mehr als linearen Textblock. Stattdessen verstehen KI-Agenten nun das räumliche Layout und den Kontext von Informationen. Sie erkennen, ob es sich um eine Bestellung handelt, extrahieren Schlüsseldaten wie Beträge und Daten und interpretieren den Zusammenhang – und das ohne lange Trainingszyklen. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und das Risiko von KI-„Halluzinationen“ zu verringern, da die Systeme ihre Antworten visuell auf bestimmte Stellen im Quelldokument stützen können.

Schnelle Verbreitung in dokumentenintensiven Branchen

Der wirtschaftliche Druck, „mehr mit weniger zu erreichen“, beschleunigt die Einführung dieser autonomen Systeme. Laut einer Pressemitteilung von Iron Software vom 5. Februar unterstreichen aktuelle Branchenprognosen diesen Trend. Ein Deloitte-Report sagt voraus, dass bis Ende 2026 bis zu 75 Prozent der Unternehmen in agentische KI investieren könnten. Eine separate Analyse von PwC identifiziert Funktionen wie Finanzen, Personalwesen, IT und interne Revision als besonders transformierbar, da diese Abteilungen stark auf die Verarbeitung großer Dokumentenmengen angewiesen sind.

Der praktische Einsatz liefert bereits messbare Renditen. Unternehmen wie Docusign nutzen diese fortschrittlichen KI-Systeme für intelligentes Vertragsmanagement. Andere Firmen automatisieren damit die Bearbeitung finanzieller Streitfälle. Durch die Kombination von dokumentenzentrierter Intelligenz mit Entscheidungsautomatisierung können Unternehmen Einnahmen zurückgewinnen und den manuellen Prüfaufwand drastisch reduzieren. Die Technologie wird zu einer kritischen „Ausführungsschicht“, die die Planungsfähigkeiten der KI in konkrete Geschäftsaktionen übersetzt.

Teil eines größeren Trends zu autonomen Systemen

Der Aufstieg der agentischen KI in PDF-Tools ist kein Einzelphänomen. Er ist Teil einer breiteren Bewegung hin zu autonomen Systemen, die weniger menschliches Eingreifen erfordern. Am 3. Februar kündigte das Software-Lieferunternehmen Opsera neue Fähigkeiten für fortgeschrittenes Schlussfolgern und autonome Problemlösung für sogenanntes „Agentic DevOps“ an. Diese sollen Engpässe in IT-Prozessen ohne menschliches Zutun beheben. Dies spiegelt ein breiteres Verständnis wider: Da KI anfängliche Arbeiten wie Code-Generierung beschleunigt, muss der gesamte Workflow autonom werden, um Schritt zu halten.

Selbst verbraucherorientierte Produkte beginnen, diese intelligenteren Fähigkeiten zu integrieren. Mozilla kündigte kürzlich an, dass sein Firefox-Browser bald neue KI-Funktionen erhalten wird, darunter die automatische Generierung von Barrierefreiheits-Beschreibungen für Bilder in PDF-Dokumenten. Obwohl es sich um ein Feature kleineren Maßstabs handelt, signalisiert seine Integration in einen Mainstream-Browser die Normalisierung von KI, die aktiv Aufgaben in gängigen Dokumentenformaten übernimmt.

Neue Herausforderungen für Governance und Sicherheit

Der Übergang von KI-unterstützten Werkzeugen zu autonomen KI-Agenten markiert einen grundlegenden Wandel in der Wissensarbeit. Der Fokus verschiebt sich von der direkten menschlichen Aktion – dem manuellen Zusammenfassen eines Berichts – zur menschlichen Aufsicht über KI-Agenten, die diese Aufgaben erledigen. Dies verspricht dramatische Effizienzgewinne, da Mitarbeiter für strategischere Verantwortlichkeiten und Ausnahmefälle freigesetzt werden.

Doch der Wandel bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Wenn KI-Agenten mehr Autonomie erhalten, im Namen eines Nutzers oder Unternehmens zu handeln, wird eine angemessene Governance, Sicherheit und Kontrolle entscheidend. Das Risikoprofil ändert sich, wenn eine KI nicht nur Text generieren, sondern auch Aktionen auslösen kann, wie das Ändern von Datensätzen oder die Kommunikation mit externen Systemen. Dies erhöht die Bedeutung zuverlässiger, unternehmensfähiger Werkzeuge, die eine sichere Grundlage für den Betrieb dieser Agenten bieten.

Ausblick: Kollaborierende Multi-Agenten-Systeme

Die Entwicklung der agentischen KI in Dokumenten-Workflows zeigt hin zu immer ausgefeilteren und vernetzteren Systemen. Branchenbeobachter rechnen mit dem Aufstieg von Multi-Agenten-Systemen, in denen mehrere spezialisierte KI-Agenten zusammenarbeiten, um einen gesamten Geschäftsprozess Ende-zu-Ende zu managen. Ein Agent könnte etwa den Posteingang auf eingehende Rechnungen überwachen, ein zweiter die relevanten Daten extrahieren, ein dritter sie mit einer Bestellung in einem anderen System abgleichen und ein vierter die Zahlung freigeben.

Große Branchenreports deuten darauf hin, dass diese Zukunft schnell näher rückt. Deloitte prognostiziert, dass bis 2028 ein Drittel aller Unternehmenssoftware-Anwendungen agentische KI integrieren werden – ein dramatischer Anstieg von weniger als einem Prozent im Jahr 2024. Wenn diese Technologie reift, werden PDFs und andere Dokumente weniger wie statische Dateien behandelt, die gelesen werden müssen, sondern eher wie dynamische, maschinenlesbare Assets, die komplexe, automatisierte Workflows im gesamten Unternehmen auslösen und antreiben.

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