Irland, KI-Behörde

Irland gründet nationale KI-Behörde für EU-Regulierung

04.02.2026 - 15:33:12

Irland richtet ein zentrales KI-Büro ein, um die Umsetzung der strengen EU-KI-Verordnung zu koordinieren und Hunderte Tech-Konzerne in Dublin zu überwachen.

Irland schafft eine zentrale Aufsichtsstelle für Künstliche Intelligenz. Das neue AI Office of Ireland soll die Umsetzung des strengen EU-KI-Gesetzes koordinieren und damit Hunderte Tech-Konzerne mit EU-Hauptsitz in Dublin auf den Prüfstand stellen. Die Regierung in Dublin veröffentlichte am Mittwoch den Gesetzentwurf für die Behörde – ein entscheidender Schritt, um Innovation mit Grundrechtsschutz in Einklang zu bringen.

Dezentrales Modell mit zentraler Steuerung

Die irische Lösung setzt auf bewährte Expertise: Bereits im September 2025 wurden 15 bestehende Aufsichtsbehörden – darunter die Zentralbank und die Datenschutzkommission – als zuständig für KI in ihren Sektoren benannt. Das neue KI-Büro wird nun als zentrale Koordinierungsstelle diese Arbeit bündeln. Ziel ist eine einheitliche Rechtsauslegung in Bereichen wie Finanzen, Gesundheit und Medien, um Unternehmen Planungssicherheit zu geben.

„Dieses Modell verhindert zersplitterte Aufsicht“, erklärt ein Regierungssprecher. „Eine Finanz-KI wird anders bewertet als ein medizinisches Diagnosesystem – aber die Grundprinzipien müssen überall gleich sein.“ Das Büro wird zudem offizielle Anlaufstelle für alle EU-KI-Act-Anfragen in Irland.

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Die EU-KI-Verordnung bringt umfassende neue Pflichten – von Kennzeichnungspflichten über Risikoklassifizierung bis hin zu detaillierten Dokumentationsanforderungen. Besonders Unternehmen mit Europa-Zentrale in Irland müssen sich jetzt vorbereiten, um teure Sanktionen zu vermeiden. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Fristen gelten, wie Sie Ihr System korrekt klassifizieren und welche Nachweise Behörden erwarten. Praktische Checklisten helfen Ihnen, Compliance-Schritte sofort umzusetzen. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Sandbox für Innovation bei harten Strafen

Neben Aufsicht hat das Büro einen klaren Innovationsauftrag. Bis August 2026 muss es eine regulatorische Sandbox einrichten – eine Testumgebung, in der Unternehmen, besonders Start-ups, KI-Systeme unter Aufsicht erproben können. Das soll Entwicklung beschleunigen, bevor Produkte auf den Markt kommen.

Gleichzeitig drohen bei Verstößen gegen das EU-Gesetz drakonische Strafen. Für verbotene KI-Praktiken oder Datenmissbrauch sind bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes fällig. Selbst falsche Angaben an Behörden können mit 7,5 Millionen Euro geahndet werden. „Diese Strafen sind eine klare Botschaft: Sicherheit und Transparenz gehen vor“, so ein EU-Experte.

Irlands Strategie als Vorbild für Europa

Die schnelle Gesetzesinitiative festigt Irlands Rolle als digitaler Regulierungsvorreiter in der EU. Für Tech-Giganten wie Google, Meta und Microsoft, die ihre Europa-Zentralen in Irland haben, schafft das klare Rahmenbedingungen – und erhöht gleichzeitig den Prüfdruck. Analysten sehen das dezentrale Modell mit zentraler Koordination als potenzielles Vorbild für andere EU-Staaten.

„Wir setzen unsere nationale KI-Strategie um und bauen Vertrauen in diese Schlüsseltechnologie“, betont Minister Dara Calleary. Der Gesetzentwurf geht nun ins Parlament. Das KI-Büro muss bis 2. August 2026 arbeitsfähig sein – rechtzeitig bevor 2026/2027 die strengen Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme EU-weit greifen.

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