IREN Aktie: Goldman hebt Ziel auf 50 Dollar
29.05.2026 - 09:13:42 | boerse-global.deNach einem Kursanstieg von fast 50 Prozent allein im vergangenen Monat tritt IREN nun auf die Bremse. Die Aktie verlor am Donnerstag rund vier Prozent und steht auch am Freitag unter Druck — ausgelöst durch eine nüchterne Analyse von Goldman Sachs, die den Optimismus rund um einen milliardenschweren Deal mit Dell Technologies dämpft.
Goldman rechnet nach — und bleibt skeptisch
Analyst Michael Ng von Goldman Sachs hat IRENs jüngsten Hardwarekaufvertrag mit Dell Technologies unter die Lupe genommen. Der Vertrag über 1,6 Milliarden US-Dollar soll einen fünfjährigen Managed-AI-Cloud-Vertrag im Wert von 3,4 Milliarden Dollar untermauern. Ng schätzt, dass das Paket rund 26.000 Nvidia-Blackwell-B200-GPUs umfasst — zu einem Kaufpreis, der unter den eigenen Modellerwartungen der Bank lag.
Goldman Sachs bewertet die Konditionen als günstig für IREN, hält aber dennoch an der Einstufung "Hold" fest. Das Kursziel wurde zwar von 44 auf 50 US-Dollar angehoben — liegt damit aber weit unter dem jüngsten Schlusskurs von 67,84 Dollar. Genau diese Lücke setzt den Kurs unter Druck.
Analysten uneins über den fairen Wert
Selten klafft die Bewertungsspanne unter Analysten so weit auseinander. Cantor Fitzgerald stufte die Aktie am Donnerstag mit einem Kursziel von 99 Dollar als "Buy" ein, Macquarie sieht den fairen Wert bei 90 Dollar ("Outperform"). Auf der anderen Seite steht JP Morgan mit einem "Neutral"-Rating und einem Ziel von lediglich 46 Dollar.
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Diese Bandbreite — von 46 bis 99 Dollar — spiegelt die grundlegende Unsicherheit wider: Wie schnell kann IREN den Schwenk vom Bitcoin-Mining zum KI-Cloud-Anbieter vollziehen, und zu welchem Preis?
Wandelanleihe lastet auf der Stimmung
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der sogenannte Finanzierungsüberhang. Mitte Mai schloss IREN eine Wandelanleihe über drei Milliarden Dollar ab. Die Mittel sind für den Hardwareausbau am Standort Childress in Texas vorgesehen. Allerdings sorgen potenzielle Verwässerungseffekte und technischer Verkaufsdruck durch Absicherungsgeschäfte der Anleihegläubiger für Zurückhaltung.
Institutionelle Investoren sehen das offenbar anders. BlackRock erhöhte seine Position im ersten Quartal 2026 um knapp 605 Prozent und kaufte 3,8 Millionen Aktien hinzu. Defiance ETFs baute seine Beteiligung um 12,6 Millionen Aktien aus.
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Ehrgeizige Ziele, langer Weg
Co-CEO Daniel Roberts nennt "Time-to-Compute" als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die neuen Dell-Systeme sollen Anfang 2027 in Betrieb gehen und IREN auf einen annualisierten Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar bringen. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die Aktie noch immer rund 37 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt — und hat sich seit dem 52-Wochen-Tief mehr als versiebenfacht.
Der nächste Prüfstein ist die Inbetriebnahme der Blackwell-Infrastruktur Anfang 2027. Erst dann lässt sich ablesen, ob IRENs ambitionierter Umsatzplan Realität wird — oder ob Goldman Sachs mit seiner Skepsis recht behält.
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