IREN Aktie: Freedom Capital hebt auf 58 Dollar
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 00:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Kurssprung nach oben, ein Kursziel deutlich über dem aktuellen Niveau — und trotzdem geht es am Ende der Woche wieder abwärts. Bei IREN Limited, dem früheren Bitcoin-Miner Iris Energy, prallen diese Woche zwei Erzählungen aufeinander: die einer unterbewerteten KI-Infrastrukturwette und die einer Aktie, die technisch angeschlagen bleibt.
Am Freitag schloss das Papier bei 36,01 Euro, ein Minus von 1,54 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 0,95 Prozent zu Buche. Über 30 Tage hat die Aktie fast ein Fünftel ihres Werts verloren, konkret 19,26 Prozent.
Freedom Capital sorgt für Kurssprung
Am Montag, den 6. Juli, hob die Investmentbank Freedom Capital IREN von "Hold" auf "Strong-Buy" an. Das Kursziel: 58 US-Dollar, umgerechnet rund 53,60 Euro. Das liegt gut 49 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Das Upgrade beendete eine neun Tage lange Verlustserie. Die Analysten begründeten ihre Einschätzung mit der Fähigkeit von IREN, neue Rechenkapazitäten planmäßig ans Netz zu bringen. Ihre Prognose: Der Umsatz soll von 717 Millionen US-Dollar in diesem Jahr auf 3,1 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2027 wachsen. Treiber ist der Umbau zu KI-tauglicher Rechenzentrums-Infrastruktur.
Der Vorsitzende schreibt an die Aktionäre
Am Mittwoch, den 8. Juli, veröffentlichte der unabhängige Vorsitzende von IREN einen Brief an die Aktionäre. Konkrete strategische Kurswechsel nannte das Schreiben nicht. Im Zentrum standen stattdessen Unternehmensführung und die langfristige Ausrichtung auf das zweigleisige Geschäftsmodell aus Bitcoin-Mining und KI-Cloud-Diensten.
Der Brief kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst kürzlich waren Berichte über einen 800 Millionen US-Dollar schweren Aktienplan für die Unternehmensgründer aufgetaucht. Das befeuert eine Debatte, die Anleger seit Wochen umtreibt: Wachstumsversprechen auf der einen Seite, Sorge vor Verwässerung der Anteile auf der anderen.
Bitcoin-Rückzug, KI-Aufbruch
Die eigentliche Geschichte hinter den Kursbewegungen ist der Umbau des Geschäftsmodells. IREN fährt sein klassisches Bitcoin-Mining bewusst zurück. Das drückt kurzfristig auf den Gesamtumsatz.
Im Gegenzug explodiert der Bereich KI-Cloud-Dienste. Im letzten berichteten Quartal legte dieses Segment um 94,2 Prozent zu. Zusätzlich kursieren Gerüchte über einen möglichen Großauftrag für ein Rechenzentrum in Australien mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt. Offiziell bestätigt ist davon nichts. Bestehende Vereinbarungen mit Nvidia, Microsoft und Dell stützen aber das Bild eines Unternehmens, das die Konsensziele der Analysten aktuell mit deutlichem Abschlag handelt — so beschrieb es der Analysedienst Simply Wall St am vergangenen Samstag.
Charttechnik bleibt angeschlagen
Der Kurs notiert derzeit 23,30 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 46,95 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 68,61 Euro, erreicht im November 2025, trennen die Aktie mittlerweile 47,51 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,5 — die Aktie nähert sich überverkauftem Terrain, hat die Zone aber noch nicht erreicht.
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 90,48 Prozent zählt IREN weiter zu den schwankungsintensivsten Werten im KI-Infrastruktursektor. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 147,22 Prozent zu Buche — ein Hinweis darauf, wie stark die Aktie seit ihrem 52-Wochen-Tief von 13,31 Euro im August 2025 gelaufen ist.
Der nächste große Termin fällt auf den 16. September 2026. Dann legt IREN Zahlen vor, die zeigen müssen, ob der Umsatzsprung im KI-Geschäft tatsächlich Fahrt aufnimmt.
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