IREN, Aktie

IREN Aktie: 3,4-Milliarden-Nvidia-Vertrag

03.07.2026 - 22:50:02 | boerse-global.de

IREN kämpft mit sinkenden Bitcoin-Margen, während milliardenschwere KI-Deals mit Nvidia das Wachstum antreiben sollen.

IREN Aktie: KI-Geschäft als Rettungsanker im Bitcoin-Sturm
IREN - Abstrakte, atmosphärische Szene mit leuchtenden neuronalen Netzwerken, die fortschrittliche Technologie und erhebliche Investitionen andeuten. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

IREN Limited, früher als Iris Energy bekannt, steckt mitten in einem Balanceakt. Auf der einen Seite ein Bitcoin-Mining-Geschäft, das gerade an die Grenzen seiner Wirtschaftlichkeit stößt. Auf der anderen Seite ein KI-Cloud-Geschäft, das rasant wächst und Milliarden an neuen Verträgen einbringt. Welche Seite am Ende den Ausschlag gibt, entscheidet über die Zukunft der Aktie.

Am Freitag legte das Papier um 7,82 Prozent auf 36,60 Euro zu. Der Sprung wirkt wie eine Verschnaufpause. Über die vergangenen 30 Tage steht trotzdem ein Minus von 35,19 Prozent zu Buche, auf Wochensicht waren es 12,27 Prozent Verlust. Auf Zwölf-Monats-Sicht bleibt dennoch ein Plus von 154,45 Prozent stehen. Vom Rekordhoch bei 68,61 Euro aus dem November 2025 trennen die Aktie aktuell aber satte 46,66 Prozent.

Das Bitcoin-Problem

Der Grund für die Nervosität liegt im Kerngeschäft, das IREN einst groß gemacht hat. Im ersten Quartal 2026 haben börsennotierte Bitcoin-Miner mehr als 32.000 BTC verkauft. Das ist mehr, als die gesamte Branche im kompletten Jahr 2025 verkauft hat.

Der Grund ist simpel: Die Kosten laufen den Erlösen davon. Laut Branchenschätzungen kostet die Produktion eines Bitcoin derzeit rund 78.000 US-Dollar. Gehandelt wird die Kryptowährung aber nur bei etwa 62.500 US-Dollar. Diese Lücke frisst die Margen der Miner auf, verschärft durch niedrige Hashpreise nach dem jüngsten Halving.

Genau hier liegt IRENs Problem — und gleichzeitig seine Chance. Wer nur auf Bitcoin-Mining setzt, gerät in diesem Umfeld unter Druck. IREN hat diese Abhängigkeit früh erkannt und einen zweiten Standbein aufgebaut.

Die KI-Wette zahlt sich aus

Das Unternehmen betreibt eigene Rechenzentren, die komplett mit erneuerbarer Energie laufen. Land, Energiequellen und Infrastruktur gehören IREN selbst — ein Vorteil, der jetzt bei der KI-Expansion zum Tragen kommt.

Nvidia hat IREN zum bevorzugten Partner erklärt. Die beiden Unternehmen haben einen Fünf-Jahres-Vertrag über KI-Cloud-Kapazitäten geschlossen, mit einem Volumen von 3,4 Milliarden US-Dollar. Der Deal betrifft 60 Megawatt Rechenleistung im Rechenzentrum von Childress, Texas. Zusätzlich hat Nvidia eine Investitionsstruktur über 2,1 Milliarden US-Dollar aufgesetzt, gekoppelt an den Einsatz von Grafikprozessoren in IRENs Anlagen.

Der Ausbau geht zügig voran. Die Inbetriebnahme der 1,4-Gigawatt-Umspannstation am West-Texas-Standort wurde auf April 2026 vorgezogen. Für 2026 plant IREN 480 Megawatt KI-Cloud-Kapazität, für 2027 sollen es 1.210 Megawatt werden. Insgesamt hat sich das Unternehmen eine Energiepipeline von 5,8 Gigawatt gesichert.

Die Umsatzziele klingen ambitioniert. Bis zum ersten Quartal 2026 soll die annualisierte KI-Cloud-Umsatzrate die Marke von 500 Millionen US-Dollar überschreiten. Bis Ende 2026 peilt das Management sogar 3,4 Milliarden US-Dollar an.

Reicht das Tempo für die Wende?

Kann eine so schnelle Umschichtung von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur die Volatilität der Aktie tatsächlich dämpfen — oder bleibt IREN vorerst ein Hochrisikopapier mit zwei parallelen Baustellen? Die technischen Indikatoren geben derzeit noch keine klare Antwort. Der RSI steht bei 35,8, ein Wert, der auf eine gewisse Verkaufsübertreibung hindeutet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 94,14 Prozent zeigt, wie stark der Markt zwischen beiden Geschäftsfeldern hin- und hergerissen ist.

Der Kurs notiert derzeit 21,71 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 46,75 Euro und auch unter den längerfristigen Durchschnitten der vergangenen 100 und 200 Tage. Das deutet auf einen intakten kurzfristigen Abwärtstrend hin, trotz des Tagesgewinns.

Der eigentliche Test kommt mit den nächsten Quartalszahlen. Nur dann zeigt sich, ob die KI-Cloud-Umsätze tatsächlich in dem Tempo wachsen, das Nvidia-Verträge und Kapazitätspläne versprechen. Bis dahin bleibt IREN ein Unternehmen mit zwei sehr unterschiedlichen Geschichten — eine schrumpfende und eine, die gerade erst richtig anläuft.

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