IREN, Aktie

IREN Aktie: 3,4 Milliarden Dollar Nvidia-Vertrag

27.05.2026 - 00:41:34 | boerse-global.de

IREN setzt auf KI-Cloud-Geschäft und sichert Milliardenverträge mit Nvidia und Microsoft, bleibt aber operativ defizitär.

IREN Aktie: 3,4 Milliarden Dollar Nvidia-Vertrag - Foto: über boerse-global.de
IREN Aktie: 3,4 Milliarden Dollar Nvidia-Vertrag - Foto: über boerse-global.de

IREN verkauft nicht mehr nur die alte Bitcoin-Mining-Story. Das Unternehmen stellt sich als Anbieter für KI-Rechenleistung und Cloud-Infrastruktur neu auf. Genau diese Verschiebung treibt die Aktie, trotz hoher Verluste und massivem Kapitalbedarf.

Am Dienstag notiert der Titel bei 51,15 Euro, nach einem Tagesminus von 1,06 Prozent und einem Wochenplus von 24,32 Prozent.

Seit Jahresanfang liegt der Zuwachs bei 40,25 Prozent, über zwölf Monate bei 508,93 Prozent. Der Kurs zeigt damit Tempo, aber auch hohes Rückschlagpotenzial.

Cloud-Verträge verändern die Bewertung

Der stärkste Impuls kommt aus dem KI-Geschäft. IREN hat mit Nvidia einen fünfjährigen Cloud-Service-Vertrag über 3,4 Milliarden Dollar geschlossen. Dabei geht es um GPU-Cloud-Dienste und rund 60 Megawatt Kapazität am Standort Childress in Texas.

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Das ist mehr als ein normaler Kundenauftrag. Der Deal verankert IREN tiefer in der Lieferkette für KI-Rechenleistung. Genau dort suchen große Tech-Konzerne derzeit händeringend nach Kapazität.

Mit Microsoft steht ein weiterer Vertrag über 9,7 Milliarden Dollar. Der vertraglich gesicherte wiederkehrende Jahresumsatz liegt nun bei rund 3,1 Milliarden Dollar. Das entspricht fast 18,6 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung.

Bis Ende 2026 peilt das Management 3,7 Milliarden Dollar an. Ende Mai kommt IREN auf rund 19 Milliarden Dollar Börsenwert.

Nvidia sichert die Story zusätzlich über eine Aktienoption ab. Der Konzern darf 30 Millionen Aktien zu 70 Dollar kaufen. Das entspräche einem möglichen Investment von bis zu 2,1 Milliarden Dollar.

Strom, Kühlung und Fläche werden knapp

Co-CEO Daniel Roberts sieht den Engpass nicht mehr primär bei Chips. Nicht Halbleiter bremsen die KI-Expansion, sondern Strom, Kühlung und Grundstücke. Eine KI-Fabrik mit einem Gigawatt dürfte nach seiner Einschätzung erst 2030 online gehen.

IREN und Nvidia planen deshalb bis zu 5 Gigawatt gemeinsame KI-Infrastruktur. Für 2026 zielt IREN auf 480 Megawatt Kapazität. Ein Jahr später sollen 1,2 Gigawatt erreichbar sein.

Auch die Übernahme der Agentur Awaken passt zu diesem Wandel. IREN will sich global stärker als KI-Infrastrukturmarke positionieren. Aus dem Miner soll ein Cloud-Anbieter mit industrieller Skalierung werden.

Verluste bleiben der harte Gegenpol

Die operative Realität bleibt teuer. Im Q3-Bericht meldete IREN 144,8 Millionen Dollar Umsatz. Der Konsens lag bei 219,29 Millionen Dollar.

Unterm Strich fiel ein Nettoverlust von 247,8 Millionen Dollar an. Ein großer Treiber waren Abschreibungen auf ältere Mining-Hardware von 140,4 Millionen Dollar.

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Das AI-Cloud-Segment wirkt dagegen wie der neue Wachstumskern. Der Umsatz verdoppelte sich nahezu sequenziell auf 33,6 Millionen Dollar. IREN finanziert die Expansion über Wandelanleihen von rund 3,69 Milliarden Dollar.

Der negative freie Cashflow liegt bei rund 1,4 Milliarden Dollar. Das erklärt, warum der Kurs nicht nur auf neue Verträge reagiert. Die Story ist groß, der Kapitalhunger aber auch.

Analysten bleiben mehrheitlich konstruktiv. Der Konsens lautet „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 74,07 Dollar. Optimistische Schätzungen reichen bis 78,33 Dollar.

Die Aufnahme in den Russell 3000 stärkt zusätzlich die Sichtbarkeit. Indexnahe Fonds können dadurch als Käufer auftreten. Das stützt die Nachfrage, ersetzt aber keine operative Umsetzung.

Bis Ende 2026 muss IREN seinen vertraglich gesicherten Jahresumsatz in Richtung 3,7 Milliarden Dollar bringen. Gelingt der Ausbau der Kapazitäten nach Plan, erhält die KI-Story mehr Substanz. Verzögern sich Strom, Kühlung oder Flächen, rückt der hohe Finanzierungsbedarf schnell wieder in den Mittelpunkt.

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