Iran schaltet SMS-Banking wieder frei – Internet bleibt gesperrt
17.01.2026 - 23:24:12Die Wiederaufnahme des heimischen SMS-Dienstes in Iran ermöglicht Millionen Bürgern wieder Online-Banking. Die Regierung behält jedoch die nahezu totale Internetsperre bei. Diese digitale Zensur besteht seit rund zehn Tagen und lähmt weiterhin weite Teile der Wirtschaft.
Teheran – Für Irans Bevölkerung gibt es eine erste vorsichtige Entspannung im digitalen Ausnahmezustand. Seit Samstag können Bürger wieder lokale SMS versenden und empfangen. Das ist entscheidend, denn iranische Banken setzen für das Online-Banking fast ausschließlich auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS. Ohne den Empfang des Verifikationscodes auf dem Handy waren Kontozugänge und digitale Zahlungen für die rund 90 Millionen Einwohner blockiert. Die fast vollständige Internetsperre vom 8. Januar hatte das Land digital abgeriegelt und die ohnehin angeschlagene Wirtschaft zusätzlich gelähmt.
Geteilte Netze: SMS ja, globales Internet nein
Die Freigabe des SMS-Dienstes steht in scharfem Kontrast zur anhaltenden Blockade des globalen Internets. Die Überwachungsorganisation Netblocks meldet, dass der Internetverkehr in Iran bei lediglich zwei Prozent des Normalniveaus verharrt. Eine vollständige Wiederherstellung ist nicht in Sicht.
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Während lokale SMS nun funktionieren, werden Textnachrichten aus dem Ausland laut Berichten weiterhin nicht zugestellt. Der umfassende Shutdown schneidet die Iraner von internationalen Diensten, sozialen Medien und globalen Kommunikationskanälen ab. Stattdessen haben sie nur Zugang zum nationalen Intranet mit regierungsgenehmigten Inhalten.
Diese Entwicklung nährt Befürchtungen, Iran könne den Aufbau eines permanenten „Nationalen Internets“ vorantreiben. Regierungsnahe Quellen spekulieren, die umfassende Sperre könne wochenlang, möglicherweise bis zum persischen Neujahrsfest Ende März, andauern. Damit würde eine digitale Mauer zum Rest der Welt errichtet.
Wirtschaft atmet auf – aber die Krise bleibt
Die vorübergehende Unmöglichkeit, Bankgeschäfte online zu tätigen, traf eine Wirtschaft, die bereits unter galoppierender Inflation und einem abstürzenden Währungskurs leidet. Für viele Iraner sind digitale Transaktionen im Alltag unverzichtbar geworden.
Die Wiederaufnahme des SMS-Bankings bringt daher eine dringend benötigte Erleichterung und etwas wirtschaftliche Normalität zurück. Doch die grundlegende Fragilität des Bankensektors bleibt. Die jüngste Zeit war von Instabilität geprägt – es gab Berichte über mögliche Bank-Runs und schwindendes Vertrauen in das Finanzsystem.
Die sichere Verwaltung der eigenen Finanzen ist für die öffentliche Stimmung entscheidend. Die SMS-basierte Verifikation ist somit eine kritische Infrastruktur. Ihre Sicherheit ist ebenfalls paramount, da es in der Vergangenheit in Iran Malware-Angriffe gab, die speziell auf Bank-SMS abzielten.
Hintergrund: Massenproteste und Informationskontrolle
Der Kommunikations-Blackout war Teil der umfassenden Reaktion der Regierung auf eine der größten Protestwellen der jüngeren Geschichte des Landes. Die Demonstrationen, ursprünglich durch die katastrophale Wirtschaftslage ausgelöst, weiteten sich schnell auf allgemeine Regierungskritik aus.
In diesem Kontext diente die Abschaltung der Kommunikationsdienste als Werkzeug, um die Organisation der Proteste zu stören und den Informationsfluss über die Geschehnisse vor Ort zu kontrollieren. Die Entscheidung, nun ausgerechnet das SMS-Banking wieder zu ermöglichen, lässt sich unterschiedlich deuten: Sie könnte ein Zugeständnis sein, um den wirtschaftlichen Druck auf die Bevölkerung zu mildern und einen finanziellen Kollaps zu verhindern. Gleichzeitig stellt sie eine zentrale Funktion der modernen Wirtschaft wieder her, die fast alle Bürger betrifft – anders als soziale Medien, die die Behörden während Unruhen regelmäßig blockieren.
Ausblick: Ein unsicheres digitales Schicksal
Die Zukunft des Internetzugangs in Iran bleibt höchst ungewiss. Die Rückkehr der SMS für Bankgeschäfte ist ein überlebenswichtiger Schritt für den Alltag. Die anhaltende allgemeine Internetsperre signalisiert jedoch einen potenziell langfristigen Wandel in der Digitalpolitik.
Analysten und digitale Menschenrechtsorganisationen beobachten genau, ob sich die aktuelle Lage zu einem dauerhaft hochrestriktiven Nationalen Intranet verfestigt. Dies hätte tiefgreifende Folgen für die iranische Gesellschaft und ihre Verbindung zur globalen Gemeinschaft.
Im Moment bedeutet der Empfang einer simplen SMS mit Verifikationscode für Millionen Iraner eine signifikante, wenn auch partielle Rückkehr zur Handlungsfähigkeit. Es unterstreicht die kritische Rolle digitaler Infrastruktur im modernen Leben – und die massive Störung, wenn sie entzogen wird. Die große Frage nach Irans digitaler Zukunft bleibt indes unbeantwortet.
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