IQM, LUMI

IQM: 33-Millionen-Auftrag für LUMI AI Factory

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 21:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

IQM erhält kurz nach Börsenstart einen Großauftrag für ein 150-Qubit-System, der fast dem gesamten Vorjahresumsatz entspricht.

IQM sichert sich 33-Millionen-Euro-Auftrag für Quantensystem
IQM - Ein futuristischer Quantencomputer-Prozessor in einem Server-Rack, umgeben von blauen und violetten Lichtspuren. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Auftrag fast so groß wie der gesamte Vorjahresumsatz — drei Tage nach dem Börsenstart. Der Quantencomputing-Pionier IQM (vormals Real Asset Acquisition) liefert das System für die europäische LUMI AI Factory in Finnland.

Der Auftragswert für IQM liegt bei rund 33 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025 betrug etwa 31,3 Millionen Euro. Der Einzelauftrag entspricht also fast der kompletten Vorjahresleistung.

Technologie für die Supercomputing-Zukunft

IQM liefert das System IQM Halocene H4 mit 150 supraleitenden Qubits. Es bekommt den Namen „LUMI-IQ“ und wird in die bestehende Supercomputing-Infrastruktur des CSC – IT Center for Science integriert. Das Ziel: Hybride Anwendungen aus High-Performance Computing (HPC) und Künstlicher Intelligenz sollen durch Quantenbeschleunigung schneller werden.

Die Maschine gilt als Brückentechnologie. Sie verbindet aktuelle NISQ-Rechner mit künftigen fehlertoleranten Quantencomputern. Europäische Unternehmen und Forschungsinstitute bekommen damit Zugang zu modernsten Rechenkapazitäten.

Finanziert wird das Projekt über das europäische Hochleistungsrechnen-Joint-Venture (EuroHPC JU) sowie ein Konsortium aus Finnland, Tschechien, Norwegen und Polen. Die Installation im CSC-Rechenzentrum in Kajaani ist für 2027 geplant.

Marktposition und finanzielle Ausgangslage

Für IQM ist der Deal ein wichtiger strategischer Schritt. Das Unternehmen hat bisher 23 Systeme weltweit verkauft. Der neue Auftrag bestätigt das Geschäftsmodell: On-Premise-Installation von Quantenrechnern in großen Datenzentren.

Der Auftrag folgt auf eine intensive Phase. Am 1. Juli vollzog IQM den Zusammenschluss, in dieser Woche übernahm das Unternehmen Vermögenswerte des Software-Spezialisten Quantistry.

Parallel dazu verfügt IQM über erhebliche finanzielle Mittel. Die pro forma Cash-Reserven werden nach dem Börsengang auf über 300 Millionen Euro geschätzt. Das Verhältnis von Auftragsbestand zu liquiden Mitteln dürfte Anleger interessieren.

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