IonQ Aktie: Institutionen kaufen 1,5-Millionen-Calls
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IonQ hat innerhalb eines Monats mehr als ein Drittel seines Werts verloren. Trotzdem kaufen große institutionelle Trader still und heimlich Call-Optionen auf die Aktie. Ein Widerspruch, der aufhorchen lässt.
Die Aktie schloss zuletzt bei 31,29 Euro, ein Plus von 0,27 Prozent auf Tagesbasis. Verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 73,10 Euro im Oktober bedeutet das einen Absturz von mehr als der Hälfte. Der Relative-Stärke-Index steht bei 29,4 Punkten — ein Wert, der auf eine überverkaufte Aktie hindeutet.
Große Institutionen setzen auf Rebound
Optionshändler Andrew Keene beobachtet seit Wochen ungewöhnlich große Call-Käufe in IonQ. Zwei weitere Namen tauchen in seinem Radar auf: X-Energy und Oklo. Alle drei Aktien haben von ihren Höchstständen kräftig Federn gelassen.
Ein Trader kaufte kürzlich November-Calls mit Strike bei 60 Dollar — ein Wetteinsatz von rund 1,5 Millionen Dollar. Keene selbst stieg mit einer eigenen Position ein, dazu kamen Januar-Calls mit längerer Laufzeit. Bei Oklo fällt die größte Einzelwette auf: Rund 50.000 Dezember-Calls stehen für einen zweistelligen Millionenbetrag an Nominalwert.
Rigetti Computing und D-Wave Quantum gehören ebenfalls zu den Quantencomputing-Werten, die Keene im Blick behält. Nach seiner Einschätzung bewegt sich IonQ dabei am stärksten in absoluten Dollarbeträgen.
Keene selbst dämpft die Erwartungen. Er hat mit dieser Aktie schon profitabel gehandelt und glaubt langfristig an Quantencomputing. Trotzdem macht keines der drei Unternehmen bisher Gewinn. Sollte die Stimmung gegenüber umsatzschwachen Wachstumswerten kippen oder die Zinsen weiter steigen, könnten alle drei Aktien laut Keene noch tiefer fallen. Institutionelle Käufe seien zudem keine Garantie für eine bestimmte Kursrichtung.
Schwache Performance vor wichtigen Quartalszahlen
Der Optionshandel läuft parallel zu einer Phase spürbarer Schwäche. Am 21. Juli fiel die Aktie um 1,55 Prozent — deutlich stärker als der S&P 500, der an diesem Tag nur 0,19 Prozent verlor.
Der Blick der Analysten richtet sich jetzt auf den nächsten Quartalsbericht. Der Konsens erwartet einen Verlust von 29 Cent je Aktie, ein Plus von 58,57 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Umsatz rechnen Analysten mit 66,36 Millionen Dollar — ein Sprung von 220,73 Prozent im Jahresvergleich.
Für das Gesamtjahr kalkuliert der Zacks-Konsens mit einem Verlust von 1,07 Dollar je Aktie sowie einem Gesamtumsatz von 267,45 Millionen Dollar. Beide Werte würden gegenüber dem Vorjahr um 41,21 respektive 105,71 Prozent zulegen.
Die Branchenklassifizierung bleibt trotz der Kursschwäche vergleichsweise günstig. IonQ trägt aktuell einen Zacks Rank von 3, was einer Hold-Einstufung entspricht. Die zugehörige Branche "Computer – Integrated Systems" liegt mit Rang 19 unter mehr als 250 von Zacks erfassten Industrien in den Top 8 Prozent.
Die Situation bleibt zweigeteilt. Auf der einen Seite positionieren sich Trader für eine Erholung aus überverkauftem Terrain. Auf der anderen Seite bleibt der Kurs im Tagesvergleich schwach. Der nächste Quartalsbericht dürfte zeigen, ob das erwartete Umsatzwachstum die anhaltenden Bewertungssorgen im Quantencomputing-Sektor aufwiegen kann.
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